Kino a la Trump

Seit ca. 100 Tagen ist Donald Trump nun US-Präsident. Die Einschätzung seiner (Miss-)Erfolge sei jedem selbst überlassen (oder der US-Präsident übernimmt das für uns, da ja den „Fake-News“ nicht zu trauen sei), es ist davon auszugehen, dass der Immobilienmogul sich das Ganze auch etwas „anders“ vorgestellt hat.

Letzte Woche startete „The Founder“ bei uns in den Kinos. Der Film versucht die Geschichte von Ray Kroc zu erzählen, dem Mann, der McDonalds „great“ machte.

Wo ist nun die Parallele zu Trump? Der Film ist vor Allem und auch eine Charakterstudie eines Mannes ohne jegliche Talente, eines Gebrauchtwarenhändlers, der billige Ideen verkauft – und trotzdem Erfolg hat.

Ray Kroc nennt sich „Erfinder“, „Visionär“, und zieht durchs Land, um seine wenig überzeugenden Produkte, wie mehrarmige Milkshake-Mixer, zu verkaufen. Irgendwie landet er bei einem neuen Fast-Food-Laden namens „McDonalds“, der die Burger schneller und besser herstellt und verkauft als jeder sonst. Ray riecht das große Geschäft: Sofort beginnt er auf seine penetrante und nervige Art, die Besitzer davon zu überzeugen, doch zu expandieren. Widerwillig willigen die beiden ein, und überlassen es Ray, aus dem „Familienladen“ ein Franchise zu machen. Doch es kommt, wie es kommen muss, wenn man einen „Fuchs in den Hühnerstall lässt“, wie es einer der Besitzer einmal ausdrückt….

„The Founder“ zu kategorisieren fällt nicht leicht. Es ist ein kleiner Film, ohne große Effekte und Aufreger. Die Story ist routiniert erzählt, dem Ganzen fehlt aber doch etwas die Spannung. Am ehesten ist der Film eine Charakterstudie des Typus „Vertreter“, der ohne Talent, aber mit einer Menge Beharrlichkeit ein Ziel verfolgt – und schließlich damit auch Erfolg hat.

Wie bereits erwähnt fallen eine Menge Parallelen zu Trump ins Auge: John Lee Hancock, der Regisseur, gestand ein, diese zwar nicht intendiert zu haben, nach Fertigstellung des Filmes waren sie aber so offensichtlich, dass die Premiere auf die Woche nach Trumps Inauguration verschoben wurde. Ray Krocs Handeln bar jeglicher Moral, nur auf der Suche nach dem nächsten Erfolg, nach dem nächsten Produkt, dass er verkaufen kann: Wer da nicht an Trump denkt, kennt Trump nicht.

Dabei kann sich „The Founder“ nicht wirklich entscheiden, wie er nun zu dem Phänomen steht: Für eine pointierte politische Kritik ist er zu zahnlos, er glorifiziert das Ganze aber auch nicht, sondern wählt einen Mittelweg: Die Message scheint zu sein, es gibt nun mal solche Typen wie Ray Kroc, sie tummeln sich vornehmlich in der Geschäftswelt, können durchaus auch Erfolg haben – und man muss wohl mit ihnen leben, wenn man sie einmal „in den Hühnerstall“ gelassen hat; ob man will oder nicht.

Fazit: „The Founder“ ist konservatives US-Kino, dass sich an einer Charakterstudie des Vertreter-Typus, anhand der Geschichte von Ex-McDonalds-Eigentümer Ray Kroc, versucht. Das Ergebnis ist etwas bieder und zahnlos, aber durchaus sehenswert, vor Allem wenn man die Parallelen zur Geschichte und zum Aufstieg Donald Trumps sieht und bedenkt.

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