Mickey Rourke war in den 1980-ern der Inbegriff des „sensiblen Rauhbeins“, sowohl in seinen Filmen, als auch was seine „public persona“ und das öffentliche Auftreten betraf. In vielen seiner Filme stellte er emotional geschädigte Draufgänger dar, troubled Outlaws, Underdogs, Gescholtene und Outsider, die ihre Wut gegen sich selbst und die Gesellschaft um sie herum richten. „Johnny Handsome“, „Year of the Dragon“ oder „Barfly“ sind nur einige ausgezeichnete Beispiele für solche Charaktere.

In den 90ern wurde es ruhiger um den ehemaligen Topstar, er richtete auch als Privatperson seine Wut gegen sich selbst, und tauschte seine aussichtsreiche Schauspielkarriere gegen Boxhandschuhe ein: Er wollte Profiboxer werden, und bestritt auch tatsächlich einige Kämpfe. Im Kino war er dann nur noch in kleinen Kurzauftritten zu sehen.

Nachdem er schon vollkommen vergessen zu sein schien, schaffte Mickey Rourke mit „Sin City“ ein vielbeachtetes Comeback, das im Golden-Globe-prämierten Auftritt in „The Wrestler“ gipfelte, in dem er mehr sich selbst als sonst irgend etwas spielte. Sein blendendes Aussehen, auch entstellt durch diverse Schönheits-OPs, hat er inzwischen verloren, nicht aber sein großes Talent.

Ein Überblick über 5 ausgewählte, filmischen Stationen von Mickey Rourke:

  1. Barfly – Barbet Schroeder:

In Barbet Schroeders Film, geschrieben von Chrles Bukowski basierend auf seiner eigenen Biografie, fand Rourke hier als Bukowskis alter ego Henry Chinaski eine Paraderolle vor: Ein klassischer Outsider, der sich selbst regelmäßig besäuft, mit anderen schlägert, und trotzdem mit hübschen Frauen im Bett landet.

primary_EB19870210PEOPLE812229998AR

2. Johnny Handsome – Walter Hill

In Walter Hills Neo-Western brilliert Rourke als von Geburt an entstellter „Johnny Hansome“, der sich als Kleinkrimineller durchschlägt. Bei einem Überfall wird er verletzt, und im Spital wird ihm die Chance auf ein neues Leben geboten: Er enthält ein neues, wunderschönes Gesicht, das ihm neuen Möglichkeiten eröffnen soll.

Rourke zeigt hier eine ungewöhnliche sensible Seite. Jedenfalls eine seiner besten Darstellungen.

johnny-handsomejpg_119956_1500_1500_2.jpg

3. The Wrestler – Darren Aronofski

Das unwahrscheinliche Comeback: Als abgefuckter Profi-Wrestler mit zerrütteten Familienverhältnissen brilliert er hier in Aronofskis ungewöhnlichem Drama. Man hat das Gefühl, er spielt sich die meiste zeit selbst…

wrestler3

4. Angel Heart – Alan Parker

Eines der unterschätzten Meisterwerke der 80-er: In Alan Parkers Okkult-Thriller zeigt Mickey Rourke, neben Robert de Niro als „Lou Cypher“, dass er ein ganz Großer ist. Die Szene am Ende, als sich alles auflöst, wo Johnny Favourite alias Rourke vor dem Spiegel steht, und sich selbst sagt „I know who I am“, das ist ganz große Schauspielerei.

AngelHeart1

5. Year of the Dragon – Michael Cimino

Rourke als kaputter Vietnam-Veteran, heute rassistischer Cop, der in Chinatown groß aufräumen will: Ciminos Werk strotzt vor Gewalt und Brutalität, und Mickey Rourke ist die Idealbesetzung für einen Getriebenen, der sich mit ALLEN anlegt, und in seinem unmittelbaren Umfeld nichts als Chaos hinterlässt. Sehr sehenswert.

year-dragon-rourke-barry

 

 

 

 

Advertisements