von Laura Rafetseder.

In den 90ern hat kaum jemand die „Anti-Heldin“ so gut verkörpert wie Winona Ryder.

Die weiblichen Nerd-Teenies fühlten sich von ihr, die immer wieder Outsider-Rollen spielte, verstanden.

Sie war schrullig, durchgeknallt – und etwas seltsam. Auf sympathische Art und Weise. So ein bisschen eine Annie Hall der 90er. Gleichzeitig datete sie mit Johnny Depp und diversen Rockmusikern die coolsten Typen der Ära.

Als sie Anfang der 2000er beim „Shopliften“ erwischt wurde, galt sie von Knall auf Fall als Untouchable. Schon davor gab es Berichte über Nervenzusammenbrüche und Depressionen – Makel, die sie aber mit „Girl, Interrupted“ auch künstlerisch umsetzen konnte. Trotz einer öffentlichen Entschuldigung blieben die Rollen in der Folge jedoch aus. Anti-Heldin ist sie dennoch geblieben – sympathisch unperfekt und menschlich. Eben nicht wie ein Star, sondern jemand „wie du und ich“.

In der Netflix Ära ist sie wie viele andere 80er/90er Stars und Starlets nun auf Comeback-Kurs (für Stranger Things wurde sie sogar für den Golden Globe nominiert).

Anlass genug sich ihre Top-Filme aus den 80ern/90ern nochmal anzusehen.

„Reality Bites“, 1994 („Voll das Leben“)

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1994 war das Jahr in dem „Noni“ die Queen of Cool war. „Reality Bites“ war Zeitgeist, MTV, Generation X und so weiter. Jeder wollte wie Noni in diesem Film sein und zu „My Sharona“ tanzen. Und mit Ethan Hawke im Bett landen.

„Welcome Home, Roxy Carmichael“, 1990 („Ein Mädchen namens Dinky“)

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Das hier ist ein weniger bekannter Film – aber classic Noni. Sie stapft in überweitem schwarzen Sweater und Gummistiefeln auf ihrer Arche Noah herum und lässt sich von Mitschülern mit Essen bewerfen. Jeder, der in der Schule mal gemobbt wurde, hatte plötzlich eine Heldin, die dennoch am Schluss rosa Prinzessinnenkleid tragen durfte.

„Girl, Interrupted“, 1999 („Durchgeknallt“)

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Als wäre der Film ein Vorbote auf die danach folgenden Real Life Events gibt dieser „End of a Century“-Film Einblicke in Nonis Psyche – sie spielte nicht „Girl, Interrupted“, sie war es. Und gegen die coole, nicht angreifbare Angelina blieb sie auch hier: echt und angreifbar.

„Mermaids“, 1990 („Meerjungfrauen küsst man nicht“)

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Auch hier: eine ihrer Paraderollen als verquerer Teenie. Die Rolle als schrullige Tochter von Cher lässt sie in Gummistiefeln Rosenkranz beten und erste sexuelle Erfahrungen mit dem Busfahrer machen. Die Botschaft an den Rest von uns: Es gibt Hoffnung.

„Heathers“, 1989

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„Heathers“ – unbestritten einer der kultigsten in Nonis Biographie – ist eine bitterböse schwarze Komödie übers Highschool-Leben. Die drei Heathers sind hübsch und wohlhabend – Cheerleader-Typen eben. Und Winona nimmt es als Außenseiterin, gemeinsam mit Christian Slater an ihrer Seite, mit ihnen auf. Ein Film übers Cool- und Uncool – Sein, und dass Uncool das neue Cool ist.

 

hier die gesamte Liste:

1994: Reality Bites – Voll das Leben (Reality Bites)
1990: Ein Mädchen namens Dinky (Welcome Home, Roxy Carmichael)
1999: Durchgeknallt (Girl, Interrupted)
1990: Meerjungfrauen küssen besser (Mermaids)
1989: Heathers
1989: Great Balls of Fire – Jerry Lee Lewis – Ein Leben für den Rock’n’Roll (Great Balls of Fire!)
1994: Betty und ihre Schwestern (Little Women)
1990: Edward mit den Scherenhänden (Edward Scissorhands)
1988: Beetlejuice
1995: Ein amerikanischer Quilt (How to Make an American Quilt)

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