Ab heute wird hier jeden Freitag ein „Film der Woche“ präsentiert. Meistens werden dies Filmklassiker sein, die jeder Filmfan kennen sollte, mitunter aber auch vergessene Werke der Filmgeschichte, die wiederentdeckt werden müssen.

Unseren Beginn macht Steven Spielbergs „Close Encounters of the Third Kind“, so etwas wie der Startpunkt des modernen Weltraum-Films (Ridley Scotts „Alien“ wurde nur 2 Jahre später veröffentlicht). „Close Encounters“ ist dabei aber mehr als eine reine Effektschlacht, sondern stellt vor Allem die menschlichen Protagonisten in den Mittelpunkt, begleitet sie auf ihrer Reise, ihrem Suchen nach Beweisen für die Existenz von Außerirdischen, und beleuchtet auch, welche (familiären) und zwischenmenschlichen Konflikte die vollkommene Hingabe einer Fasziniation, die sich zur Obsession auswächst, bedeutet.

Spielberg lässt sich Zeit mit dem Spannungsaufbau. Erst in den letzten 20, 25 Minuten fährt er die ganze Bandbreite an Effekten, die Kinozaubermaschine in all ihrer Pracht auf. Vor Allem das Finale lässt sich als durchaus gelungenes, großes (Blockbuster-)Kino bezeichnen.

Eher unterbeleuchtet bleibt dabei ein Aspekt, der in „Close Encounters“ nur angerissen wird, den aber Filme wie „Arrival“ letztes Jahr z.B. in das Zentrum ihrer Absicht stellen: Die Kommunikation. In Spielbergs Film verwenden Wissenschaftler nicht wenig Zeit darauf, Codes und Kommunikations-Muster zu entschlüsseln, um mit den Aliens in Kontakt zu treten. Was schlussendlich auch gelingt: Mit mehreren Raumschiffen nähern sich die Außerirdischen am Ende der Erde, und einem extra ausgesuchten Landeplatz, um zuerst ehemals Entführte Menschen zurückzubringen, und dann zu signalisieren, man „komme in Frieden“. Kein „Alien“-Massaker also. Spielberg bastelt, wie so oft, aus dem Stoff ein modernes Märchen, bei dem es um die Kraft der „Wunder“ geht, die Kraft der Faszination, die Kraft des Glaubens und der Imagination. Das mag man etwas kindisch oder kitschig halten, gut umgesetzt ist es allerdings allemal.

Conclusio: Meisterhaft inszeniertes Unterhaltungs-Kino von Steven Spielberg, geeignet für Jung und Alt, dem man kleine Schwächen im Story-telling gerne nachsieht. Sehr sehenswert.

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