Zum Ende des Brian de Palma-Schwerpunktes, bei dem es bereits eine neue „Bestenliste“Die 15 besten Filme von Brian de Palma) und eine ausführliche Kritik zur sehenswerten Doku „De Palma“ gab, folgt nun, im Rahmen der Reihe # Film der Woche , ein Rückblick auf einen seiner kommerziell erfolgreichsten Filme, den Mafia-Klassiker „The Untouchables“.

Während in der Karriere dieses Filmemachers oft nicht alles „rund“ lief, diverse Produktionsschwierigkeiten, Konflikte mit Produzenten, Kritikern und Rating-Boards nicht nur einmal die durchwegs sehenswerten Endergebnisse überstrahlten, passte bei diesem Film wohl alles zusammen: Ein mehrheitsfähiges Sujet (Prohibitionsdrama um Al Capone), ein großartiger, groß aufspielender Cast (Andy Garcia, Kevin Costner, Robert de Niro, Sean Connery, um nur einige zu nennen), ein nicht minder genialer Soundtrack von Ennio Morricone machten „The Untouchables“ zu einem großen Publikumserfolg, der ebenso für diverse Filmpreise nominiert wurde, und Sean Connery den verdienten Oscar einbrachte.

Inhaltlich orientiert sich der Film, wie De Palmas anderer großer Erfolg „Mission: Impossible“, am Mainstream-Genrekino: Weniger Suspense, weniger Psycho-Horror, weniger Intellektualismus, mehr handfeste, doch gekonnt in Szene gesetzte Action. Im Chicago der 30-er Jahre,  zur Zeit des großen Al Capone (Robert De Niro) ist die Handlung angesiedelt. Der Alkohol-Schmuggel greift um sich, und Elliot Ness (Kevin Costner) versucht mit einer Gruppe verwegener „Untouchables“ (u.A. Sean Connery, Andy Garcia) den Unangreifbaren, Al Capone, zur Strecke zu bringen, und dem kriminellen Treiben ein jähes Ende zu setzen.

Wenn man am Film etwas kritisieren kann, dann, dass die Orientierung an einer stringenten geradlinigen Story De Palma etwas in seiner Kreativität einschränkt, die sich sonst oft in unvorhersehbaren Plot-Twists und geradezu surrealen Handlungsläufen erschöpft. Auf der anderen Seite enthält „The Untouchables“ aber dennoch einige „directoral trademarks„, vor Allem was die inszenatorische Handschrift und visuelle Texturen betrifft: schwebende und schwenkende Kamerafahrten, zauberhafte Aufnahmen (die sich teilweise von sich selbst verzaubern lassen), auch ein gewisses Maß an Humor und Ironie. Neben mehreren herrlich gefilmten Szenen bleibt vor Allem das Finale (orientiert sich an „Battleship Potemkin“ von Sergej Eistenstein) im Kopf, eine durch und durch grandios konziperte und komponierte Filmsequenz, und ein Beispiel für großartiges Filmemachen.

Wenn der Film „The Untouchables“ auch bestimmt nicht der Beste im breiten Euvre des Brian de Palma ist, ist er einer derjenigen mit dem größten „Mainstream-Appeal“, und so für vor Allem für Filmfans zu empfehlen, die noch nicht großartig mit dem De Palma-Kino-Kosmos vertraut sind. Für Hardcore-Fans finden sich aber auch einige „Insider“ und inszenatorische Leckerbissen. Jedenfalls sehenswert, sehr unterhaltsam, und ein wahrer Klassiker des Gangsterfilms.

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