Ein Film aus der Kategorie „Leicht unterhaltsame Kömodie, bestens geeignet fürs Feiertagsfernsehen“:

Rob Reiner und Aaaron Sorkin waren in den 90-ern für kurze Zeit Hollywoods Dream-Team in Sachen gut gemachter Unterhaltung mit ernstem Hintergrund. „Eine Frage der Ehre“ zählt bis heute zu den besten Justiz-Thrillern überhaupt, und Tom Cruise durfte dort zeigen, dass er ein großer Schauspieler ist. „Hello Mr. President“ basiert erneut auf einem sehr guten Drehbuch von Sorkin, das einen intimen Einblick in die Vorgänge im Weißen Haus bietet, während Reiner das Ganze abermals gekonnt in Szene setzt.

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Andrew Shepard (Michael Douglas) ist der mächtigste Mann der Welt: Der US-Präsident ist allerdings Witwer, sein dicht gedrängter Terminplan erlaubt es ihm kaum, Frauen kennen zu lernen. Bis er auf Sidney Wade (Annette Benning) trifft, eine Umwelt-Lobbyistin, die ihn eigentlich bei der Umsetzung einer Gesetzesvorlage unterstützen soll. Doch die beiden verbindet bald mehr als politische Ziele, und gegenseitige Sympathie wächst, nur ist es nicht so einfach, als US-Präsident auch ein Privatleben zu haben….

 

„Hello, Mr. President“ kombiniert erneut Sorkins Talent für geschliffene Dialoge und fundierte Beschreibung politischer Mechanismen mit Reiners Talent, Schauspieler zu führen, und dabei Situationskomik zuzulassen. Der Film erreicht zwar nicht die Qualität von „Eine Frage der Ehre“, ist aber dennoch unterhaltsam, informativ, und gut gemacht. Die Schauspieler harmonieren ausgezeichnet, nicht nur die beiden Hauptdarsteller, sondern auch Stars wie Martin Sheen, Michael J. Fox oder Richard Dreyfuss fügen sich wunderbar in das Ensemble ein, und tragen das Ihrige dazu bei.

Eine der stärksten Szenen ist eine Rede von Sheperd, der vor Medien einen flammenden Apell an Moral, Anstand, und die liberale Demokratie hält, die jeden Tag aufs neue erkämpft und verteidigt werden muss. Ein Vergleich mit dem heutigen, realen US-Präsident, macht traurig, und ist beschämend (für Trump).

Im Kern des Films steht eine (ungewöhnliche) Liebesgeschichte, die zeigt, dass auch außergewöhnliche Menschen ganz gewöhnliche Bedürfnisse haben, wenn diese auch nicht immer einfach zu realisieren sind. Über leichte Anflüge von Kitsch und Hollywood-Romantik kann man aufgrund des tollen Drehbuchs, und der doch interessanten Einblicke in den Polit-Alltag eines US-Präsidenten hinwegsehen, im Großen und Ganzen bietet der Film ein gutes und kluges Filmerlebnis.

 

 

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