Website-Icon Film plus Kritik – Online-Magazin für Film, Kino & TV

Die Oscars 2018: Müde Show mit wenigen Überraschungen

Die 90-sten Oscars sind Geschichte. 

Sie Show war eher ermüdend, bot wenige Höhepunkte, und wird wohl als eine der langweiligsten Oscar-Verleihungen in die Geschichte eingehen. Man hatte den Eindruck, die Stars – und auch Moderator Jimmy Kimmel – waren ordentlich schaumgebremst. Die neuen (selbst auferlegten) Sprachregelungen in Folge der „metoo“-Bewegung, was gesagt werden darf und was nicht, worüber man scherzen darf, und was man lieber sein lassen sollte, schienen eher zu hemmen, gute Laune mochte nicht recht aufkommen. Eher wirkte es so, als sei das post-Weinstein-Hollywood – trotz gegenteiliger Beteuerungen („a new era hast begun“) – noch auf der Suche nach dieser „neuen Identität“, nur „bunter“, „vielfältiger“ und „divers“ solle sie sein.

Als Sieger fühlen durfte sich am Ende doch Favorit „The Shape of Water„, der neben dem Preis für den Besten Film und die Beste Regie (Mastermind Guillermo del Toro) auch den Award für die beste Filmmusik und das beste Produktionsdesign mitnehmen durfte.

Außer dem Preis für Jordan Peele (bestes Drehbuch – man hatte eher mit Greta Gerwig gerechnet) gab es kaum Überraschungen, neben einer etwas wirren Rede von Frances McDormand, einer epischen Dankesbotschaft von Gary Oldman und einem überglücklichen und strahlenden Guillermo del Toro boten auch die Ansprachen wenige Höhepunkte. Die meisten Versuche seitens Moderator Jimmy Kimmel, mit gut gemeinten Gags die Stimmung zu heben, verebbten ebenfalls relativ schnell.

Eine Institution wie die „Oscars“, aber auch Hollywood im Allgemeinen, die stets ihre Tradition betonten, und sich auch große Vorbilder beriefen, tut sich sichtlich schwer mit dem selbst gesteckten Ziel, mit diesen Traditionen zu brechen, und zwanghaft „alles neu“ machen zu wollen. Vielleicht sollte man – seitens aller Akteure – etwas Feuer rausnehmen, sich auf das besinnen, was Hollywood und die Magie des Kinos stets ausmachte, gleichzeitig bestehende Probleme offen ansprechen, und sich wieder der Liebe zum Medium Film widmen. Etwas Entspannung täte allen Beteiligten gut, man kann nur hoffen, dass sich bis zum nächsten Jahr Hollywoods (derzeit) verkrampftes Verhältnis zu sich selbst wieder etwas lockert. Nicht nur den Zuschauern wäre es zu wünschen.

Hier nun die Gewinner der wichtigsten Kategorien im Überblick:


Sieger in ROT

Best Picture / Bester Film

Directing / Regie

Actor in a Leading Role / Hauptdarsteller

Actress in a Leading Role / Hauptdarstellerin

Actress in a Supporting Role /Nebendarstellerin

Actor in a Supporting Role / Nebendarsteller

Adapted Screenplay / adaptiertes Drehbuch

Original Screenplay /Originaldrehbuch

Animated Feature Film / Animationsfilm

Cinematography / Kamera

Film Editing / Schnitt

Original Score / Musik

Visual Effects / Visuelle Effekte

Die mobile Version verlassen