Inspiriert durch den großartigen Film „Sie nannten ihn Spencer“ haben wir uns vorgenommen, euch nun die besten Bud Spencer / Terence Hill – Filme aller Zeiten zu präsentieren. Mara Hollenstein-Tirk von unserer Partnerseite Verfilmt & Zerlesen, ihres Zeichens selbst Spencer/Hill – Expertin, war so nett, für uns eine Liste ihrer Top 10-Filme des Kultduos zusammenzustellen.


Die 10 besten Filme von Bud Spencer und Terence Hill:

von Mara Hollenstein-Tirk

Laurel und Hardy sind wohl eines der ältesten, Gosling und Crowe eines der jüngsten Beispiele dafür, dass kaum etwas einem Film so viele Charme verleihen kann, wie ein gut „geöltes“ Duo. Eine umfassende Auseinandersetzung mit den Gründen, welche viele Buddy-Comedies zu beliebten Kassenschlager machen, würde den Rahmen dieser Einleitung sprengen, denn hier soll es nicht um Buddy-Comedies per se gehen, sondern um zwei Legenden der Filmgeschichte, ohne deren Wirken dieses Gerne womöglich nicht überlebt hätte: Carlo Pedersoli und Mario Giorotti, vielen wahrscheinlich besser bekannt als Bud Spencer und Terence Hill.

Dem einen oder anderen Leser mag es beim Klang dieser Namen so ergehen wie der Verfasserin dieser Zeilen: ein sanftes Lächeln zeichnet sich auf den Lippen ab, und sofort fühlt man sich zurückversetzt in seine Kindheit, zu den gemeinsamen Fernsehnachmittagen, an denen sich die ganze Familie im Wohnzimmer versammelte, um sich über ein weiteres Abenteuer des „Smarten und des Harten“ zu amüsieren. Auch wenn man es kaum glauben mag, aber je nach Zählweise gibt es tatsächlich nur 18 beziehungsweise 17 Filme, in denen das Duo gemeinsam vor der Kamera stand; eine Ziffer, die einen ob des erlangten Kultstatus doch in Staunen versetzt und nur ein weiterer Beweis dafür ist, dass diese beiden Herren eine besondere Magie versprühten, der man sich nicht so einfach entziehen kann. Denn selbst jemand, der noch nie auch nur einen ihrer Filme gesehen hat, kennt zumindest ihre Namen, kennt den Mythos.

Aus 17 Filmen 10 Favoriten auszuwählen sollte eigentlich ein Leichtes sein, doch aufgrund der durchwegs hohen Qualität fiel es doch schwerer als gedacht, und noch schwerer fiel das finale Ranking (alleine schon wegen der äußerst ähnlichen und damit dezent verwirrenden deutschen Titelgebung 😉 ). Trotzdem wurde sie schlussendlich doch fertig, unsere Liste der Top 10 Spencer/Hill Filme:

Platz 10: „Die Miami Cops“ (1985)

Na gut, hier hinten auf den „billigeren Plätzen“ fiel das Reihen der Kandidaten noch nicht ganz so schwer, denn auch wenn dem Zuschauer hier ein durchaus amüsanter Streifen geboten wird, in dem die beiden Helden der Geschichte tatsächlich von Anfang an als Polizisten im Sonnenstaat Florida für Recht und Ordnung sorgen, zählt der Film in der Gesamtschau doch zu den eher schwächeren Vertretern.

Die Luft schien etwas heraußen zu sein, die Handlung wirkte etwas ideenlos, auch wenn die Gags nach wie vor zündeten und die Chemie stimmte, verstand man doch, wieso sich die Macher für den folgenden Film wieder der Wurzeln des Duos besannen: des Western.

Platz 9: „Zwei außer Rand und Band“ (1977)

Vielleicht liegt es ja auch am eigenwilligen Szenario, denn auch das zweite Abenteuer der beiden, in dem sie moderne Hüter des Gesetzes verkörpern, zählt doch auch zu den weniger gelungene Werken. Nur wenige Szenen brennen sich einem ins Gedächtnis, und nach vielen Jahren kann man die Plätze 10 und 9 gedanklich kaum mehr voneinander trennen.

Platz 8: „Das Krokodil und sein Nilpferd“ (1979):

Zwar bietet der Film bereits mehr herausstechende Momente, allerdings bleibt der Bösewicht vergleichsweise blass und der Plot wirkt stellenweise gar zu moralisierend. Dafür bietet sich dem Zuschauer das auch in weiteren Filmen des Gespanns verwendete Afrika-Setting, welches ein erfrischendes und exotisches Ambiente für eine Buddy-Comedy bietet.

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Platz 7: „Die Troublemaker“ (1994)

Der achtzehnte und damit letzte Film, in dem das Gespann gemeinsam zu sehen ist, besinnt sich der Wurzeln des Duos und bietet einen Western, der Hommage und eigenständiger Film in einem ist. Zwar sieht man den Helden inzwischen die Jahre etwas an, allerdings sitzen die Revolver nach wie vor locker, die Sprüche sind gewitzt und die Schläge kräftig. Unvergessen: die große Schlägerei am Ende des Films, welche damit endet, dass die Ganoven wie Wunderkerzen an einem Weihnachtsbaum hängen.


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Platz 6: „Zwei wie Pech und Schwefel“ (1974)

Wer hätte gedacht, dass der Verlust und die Wiederbeschaffung zweier roter Strandbuggys tatsächlich den Stoff für einen äußerst amüsanten Film liefern können? Vor diesem Film vermutlich kaum jemand. Doch dank Spencer und Hill in Bestform, sowie einem herrlich exzentrischen Bösewicht als Gegenpart wird die Zerschlagung einer kriminellen Vereinigung, bei der es doch eigentlich bloß um Strandbuggys geht, zum ernstzunehmenden Angriff auf die Lachmuskeln. Alleine die bekannte Chorszene rechtfertigt eine Sichtung des Films.

Platz 5: „Vier Fäuste gegen Rio“ (1984)

Ja seh´ ich denn doppelt? – Nein, es gibt sie tatsächlich gleich zweimal in diesem Film, und genau hier liegt der Reiz der Geschichte, denn Spencer und Hill sind hier in jeweils zwei sehr unterschiedlichen Rollen zu bestaunen: Einerseits als rüpelhafte Draufgänger und andererseits als hochnäsige Millionäre. Eine Rollentauschgeschichte, die vor allem das große Talent der beiden Hauptdarsteller eindrucksvoll zur Schau stellt.

Platz 4: „Vier Fäuste für ein Halleluja“ (1971)

Obwohl „Vier Fäuste für ein Halleluja“ zu den fünf erfolgreichsten Filmen in Deutschland gehört, findet er sich hier doch nicht auf Platz 1. Und auch wenn die große Keilerei in einer Mission an der Seite von vielen überraschend schlagfertigen Mönchen unvergessen ist, ist es doch sein zeitlicher sowie inoffiziell auch handlungstechnischer Vorgänger „Die rechte und die linke Hand des Teufels“, der ihm den Platz auf dem „Treppchen“ vor der Nase weggeschnappt hat.

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Platz 3: „Die Rechte und die Linke Hand des Teufels“ (1970)

Der Prototyp einer jeden Western-Buddy-Comedy, und nach wie vor der beste von allen, vereint er doch alles, was man sich von diesem sehr speziellen Untergenre wünscht: Banditen mit einem guten Herz, die durch eine List oder einen Zufall für Gesetzesvertreter gehalten werden, Bürger in Not, einen üblen Gangster und am Ende einen großen Showdown, bei dem die Fäuste nur so fliegen: was will man mehr!

Platz 2: „Zwei bärenstarke Typen“ (1983)

Auch wenn die Western objektiv gemessen die erfolgreicheren Filme waren, so finden sich auf Platz 2 und 1 doch zwei Streifen, welche in der „heutigen Zeit“ angesiedelt sind.
Hier mimt das Duo zwei Agenten wieder Willen – wie stolpern die beiden nur immer in solch abenteuerliche Szenarien? – dank einer (un)glücklichen Verwechslung bekommt der Zuschauer einen Agentenfilm der Extraklasse geboten, inklusive explosiver Backenzähne, reißfestem Toilettenpapier, als Eistüte getarnter Walkie-Talkies und einer Kuh.

Platz 1: „Zwei sind nicht zu bremsen“ (1978)

Während man in den unteren Rängen vielleicht eine handvoll bleibender Eindrücke mitnimmt, haben es die höher Platzierten bezüglich unvergessener Momente wahrlich in sich, und Platz 1 konnte „Zwei sind nicht zu bremsen“ aus dem Jahr 1978 ergattern, bei dem übrigens Sergio Corbucci Regie führte, der 1966 mit „Django“ einen der ganz großen Italo-Western-Klassiker erschuf.

Ein Wagenrennen, eine Runde Pelota, viele Pokerspiele, ein blinder Vater und zwei ungleiche Brüder sind neben vielen weiteren Dingen die Zutaten, aus dem dieses explosive und gleichzeitig geniale Gemisch zusammengebraut ist: Hier fliegen nicht nur die Sprüche, sondern auch die Fäuste. Unser bester Spencer/Hill-Film aller Zeiten.

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