Zorn der Titanen (2012):

Nachdem 2010 das Reboot eines Fantasyklassikers aus der 80-ern mit dem klingenden Namen „Kampf der Titanen“ auf der großen Leinwand zu sehen gewesen war, fragten sich Menschen auf der ganzen Welt, ob der Titel sie ganz absichtlich in die Irre führen wollte oder die Macher tatsächlich keine Ahnung von griechischer Mythologie hatten. Denn trotz der titelgebenden Vorfahren der Götter war kein einziger der angepriesenen Titanen im Film auch nur für eine einzige Sekunde zu sehen.

Trotz dieser herben Enttäuschung schaffte es der Film rund um den Halbgott Perseus genug Geld in die Kinokassen und somit in die Taschen der Studios zu spielen, sodass ein Sequel schnell beschlossene Sache war. Kein Wunder, denn griechische Mythologie, respektive jede Mythologie, zieht nahezu immer. Zwei Jahre später war es dann also soweit, und der Nachfolger mit den Erwartungen schürendem Titel „Zorn der Titanen“ kam in die Kinos und viele hofften, nun endlich doch einen kurzen Blick auf einen Titanen werfen zu können. Sie sollten nicht enttäuscht werden. „Zorn der Titanen“ bietet mit dem finalen Kampf gegen Kronos nicht nur eine Darstellung eines Titanen, die dem Mythos rund um diesen Miterschaffer der Welt gerecht wird (ganz anders als in dem zwar unterhaltsamen aber in diesem Punkt äußerst enttäuschenden „Krieg der Götter“), sondern konzentriert sich dank der stärkeren Einbindung weiterer Götter in die Handlung auch auf die damit verbundenen, interessanteren Charaktere. Vermengt mit einer Ansammlung hervorragender Schauspieler sowie der Einbettung weiterer mythologischer Figuren, steht der abendfüllenden Unterhaltung nichts mehr im Wege. (mh)

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Piranha 3D (2010):

Remakes sind selten besser als das Original. Alexandre Aja gelang mit seinem Trash-Horrorstreifen „Piranha 3D“ aber zumindest ein ebenbürtiger Film, der den Vergleich mit dem Original von Joe Dante aus dem Jahr 1978 nicht zu scheuen braucht.

Ajas Machwerk präsentiert sich als (ironisches) Feuerwerk des schlechten Geschmacks. Der Film ist sich seiner „Schuld“ stets bewusst und reizt Konventionen des Horrorfilms bis aufs Äußerste aus: Abgetrennte Beine, halbe Körper oder an den Knochen von (lebenden, versteht sich) Menschen knabbernde Piranhas – hier wird keine Grauslichkeit ausgelassen. Dabei sind die 3D-Einstellungen, die special-effects und die animierten Fischchen überraschend gut gelungen. Manche mögen „Piranha 3D“ primitiv, geschmacklos oder plump finden: Dennoch ist es nur wenigen Filmen in den letzten Jahren gelungen, derart gut zu unterhalten. (ck)

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Blue Valentine (2010):

Liebesdramen sind noch vor der Veröffentlichung schon mit einem gewissen Ruf behaftet: zu oft zu weit entfernt von der Realität, zu weinerlich, zu viele Happy Ends. Nicht selten mögen alle diese Vorwürfe der Wahrheit entsprechen, nicht aber bei „Blue Valentine“, der durch die Wahl des Hauptdarstellers urplötzlich nicht nur für das weibliche Geschlecht, sondern auch für die Männerschaft interessant wird.

Kein geringerer als Schönling Ryan Gosling, Protagonist der Überfilme „Drive“ und „Blade Runner 2049“, agiert im Liebesfilm von Derek Cianfrance an der Seite der bezaubernden Michelle Williams, die für ihre Darbietung nur haarscharf an einer Oscar-Auszeichnung vorbeischrammte. Anders als beim Gros vergleichbarer Genre-Hervorkömmlinge entbehrt der Film zwar nicht jeglicher Romantik, entwirft aber ein deutlich klareres Abbild des Phänomens „Liebe“ und all seiner Facetten. Ohne den von der rosaroten Brille getrübten Blick entsteht dabei ein herzzerreißendes Werk, das sich nahezu frei von Klischees den Weg in das Herz der Zuschauer bahnt. Spätestens wenn Gosling seine Stimme zu „You always hurt the one you love“ erhebt, passt dies nicht nur perfekt zum Film per se, sondern lässt auch harte Männerherzen dahin schmelzen. Bewegend, authentisch und erschütternd zugleich: „Blue Valentine“ ist einer der besten Liebesfilme aller Zeiten. (cb)

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Top Gun (1986):

Eben erreichte uns die frohe Kunde, dass Teil 2 des Actionspektakels in Produktion gegangen ist (Tom Cruise teilte ein angemessen aussagekräftiges Foto auf seiner Facebook-Seite), das schon vor langer Zeit viele Anhänger, aber auch Kritiker fand.

Doch was macht die Magie dieses Klassikers, dieses Kultfilms aus? Zuallererst natürlich die Hochglanz-Bilder von Meister Tony Scott, der seinen in der Werbewelt gelernten Stil auf die große Leinwand übertrug. Kaum ein anderer Film repräsentiert die Ästhetik des 80s-Kinos besser als „Top Gun“. Zweitens: Die Musik. Harold Faltermayer schuf (in Zusammenarbeit mit u.a. Giorgio Moroder) einen Soundtrack für die Ewigkeit, der an Schmacht und Pathos kaum zu überbieten ist – im besten Sinne. Höhepunkt: „Take my breath away“ von Berlin. Drittens: Die, zugegebenermaßen, von Kitsch triefende Story des jungen Himmelsstürmers „Maverick“, der sich allen, auch der älteren Vorgesetzten, beweisen muss – um schlussendlich natürlich doch mit ihr im Bett zu landen. Guilty? Ja, definitiv. Pleasures? Ohne Ende! (ck)

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Blade Trinity (2004):

Wer sich dieses Jahr wie so viele andere über den ersten „schwarzen“ Comic-Helden der Filmgeschichte gefreut hat, muss entweder unter Gedächtnisschwund leiden oder bedeutend jünger sein als die Verfasserin dieser Zeilen, denn abgesehen von den wenig beachteten Vertretern wie „Spawn“ oder „Meteor Man“, gab es um die Jahrtausendwende auf jeden Fall eine Trilogie, welche die Jubilierenden Lügen straft: die Rede ist von der „Blade“-Reihe.

Das Besondere an dieser Reihe ist weniger der Hauptdarsteller, sondern vielmehr die tonale Divergenz zwischen den einzelnen Teilen. Während der erste Teil noch als solide Originstory betrachtet werden kann, welche erzählerisch vermehrt auf Narration und einige effektvolle Actionsequenzen mit leichtem Gruselfaktor setzt, findet sich bei der Fortsetzung ein deutlicher Hang hin zum Creature Feature mit angsteinflößenden Masken. Der dritte Teil änderte dann erneut den Kurs und bot den Zuschauern einen waschechten Actionkracher mit humoristischen Tendenzen. Blade wurde zum ultimativen Abziehbildchen des Lieferanten effektvoller One-Liner. Das sich um ihn scharende Team beinhaltete dank Ryan Reynolds eine der wahrscheinlich größten Klappen der jüngeren Filmgeschichte und auch der Gegenspieler des Films, Dracula höchstselbst, stand dem Protagonisten im Bereich „coole Sprüche“ in nichts nach.

Von vielen aufgrund der Entwicklung vom Gruselschocker hin zum familienfreundlicherem Blockbuster heftig kritisiert, bietet „Blade Trinity“ dennoch genügend gekonnt choreographierte Kampfszenen, sowie einen Wesley Snipes in Höchstform, der sich in seiner Paraderolle scheinbar ganz zuhause fühlt, um einen unterhaltsamen Abend zu gewährleisten. (mh)

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