Filme müssen nicht immer nur unterhaltsam sein, sondern können auch auf Dinge aufmerksam machen, die uns im normalen Leben entgehen würden. Grund dafür ist ein Mangel an Informationen oder einfach die Zeit, ein bestimmtes Thema genauer zu recherchieren. Deswegen ist das Genre der Dokumentarfilme so wichtig. Getrieben von einem Wissensdurst und dem Drang, verborgene Wahrheiten aufzudecken, riskieren manche Filmemacher beim Dreh einer Doku sogar ihr Leben. Einige der sehenswertesten Dokumentarfilme aller Zeiten sind hier aufgelistet.

Die Bucht

Im Jahr 2010 erhielt das Meisterwerk einen Oscar für den besten Dokumentarfilm des Jahres. Regisseur Louie Psihoyos und ehemaliger Trainer des Delfin-Stars „Flipper“, Ric O’Barry, schlossen sich zusammen, um auf die Massentötung von Delfinen in Japan aufmerksam zu machen. Seit fast 40 Jahren kämpft der Tierfreund Ric O’Barry gegen das Geschäft mit Delfinen. Nicht verwunderlich, denn seine Zeit als Delfin-Trainer bereut er sehr. Gerade Tierliebhaber müssen bei der Doku starke Nerven haben: Um an wertvolles und zugleich erschütterndes Filmmaterial zu gelangen, begibt sich der Hauptakteur mit seiner Kamera-Crew immer wieder in lebensgefährliche Situationen und stößt dabei auf eine traurige Wahrheit.

Free Solo

Diese atemberaubende Doku gewann gleich zwei wichtige Preise: den „People’s Choice Award“ auf dem Internationalen Filmfestival in Toronto 2018 und die Auszeichnung „Best Documentary“ bei der Oscarverleihung im Jahr 2019. In packenden 100 Minuten erleben Zuschauer, wie der professionelle Freikletterer Alex Honnold ohne Absicherung den 1000 Meter hohen Granitfelsen El Capitan hinaufklettert. Äußerst bemerkenswert sind die Konzentration und Gewissenhaftigkeit, die der Amerikaner bei jeder Bewegung an den Tag legt. Ohne Zweifel hat der mutige Sportler fast übermenschliche Fähigkeiten, wenn es um die richtige Strategie und Angstbewältigung geht. Eine wirklich sehenswerte Doku, die nicht nur spannend, sondern auch unfassbar lehrreich ist.

Exit Through the Gift Shop

Für Fans des Streetart-Künstlers Banksy ist diese Doku ein absolutes Muss.  

Der britische Dokumentarfilm „Exit Through the Gift Shop“ kam im Jahr 2010 in die Kinos und wurde von Banksy selbst gedreht. Hauptakteur ist Thierry Guetta, ein französischer Einwanderer in Los Angeles, der seiner großen Leidenschaft der Straßenkunst nachgeht. Im Film wird Guetta auf Schritt und Tritt verfolgt. Selbst die kleinsten Momente werden festgehalten: Mitunter eine zufällige Begegnung mit seinem Cousin, dem Künstler „Invader“ und ein Treffen mit einer Reihe anonymer Straßenkünstler wie Shepard Fairey und Banksy. Der Film gewährt einen faszinierenden Einblick in die geheime Welt der „Street Art“. Seit seiner Veröffentlichung wurde ausgiebig darüber diskutiert, ob der Dokumentarfilm eine echte Doku oder eine sogenannte „Mockmentary“ sei – der anonyme Ausnahmekünstler Banksy selbst bestätigte die Authentizität des Filmes.

Grizzly Man

Tierliebhaber kommen in dieser Doku voll auf ihre Kosten. „Grizzly Man“ ist ein amerikanischer Dokumentarfilm, der im Jahr 2005 unter der Regie des Deutschen Werner Herzogs entstand. Der Film zeigt Leben und Tod des Grizzlybären-Enthusiasten Timothy Treadwell. Herzog nutzte nicht nur sein eigenes Filmmaterial, sondern integrierte viele Aufnahmen von Treadwell selbst, die dessen einzigartige Begegnungen mit den sanften und gefährlichen Riesen dokumentieren. Auch werden Bären-Fachleute und Menschen interviewt, die Treadwell kannten oder mit ihm zu tun hatten. Treadwell und seine Freundin Amie Huguenard, die beide ursprünglich aus dem Bundesstaat New York stammten, kamen am 6. Oktober 2003 durch einen Grizzlybären ums Leben. Die Audioaufnahmen des Angriffs, die auf Treadwells Kamera zu finden waren, wurden für den Dokumentarfilm jedoch nicht veröffentlicht.

Bild: Pixabay

More than Honey

„More than Honey“ ist ein Schweizer Dokumentarfilm, der im Jahr 2012 unter der Regie von Markus Imhoof entstand. In der Doku geht es um Honigbienenvölker, die in Kalifornien, der Schweiz, China und Österreich vom Aussterben bedroht sind. Tatsächlich sind in den letzten Jahren sogar schon Millionen von Bienen verschwunden. Imhoof geht der Sache auf den Grund und kommt zu einer erschreckenden Erkenntnis: Schreitet das Bienensterben im selben Tempo voran, wird es bald auch keine Menschen mehr geben. Neben wichtigen Informationen über die akuten ökologischen Herausforderungen, die wir uns in der Zukunft stellen müssen, hat der Film jedoch auch spektakuläres Filmmaterial zu bieten, das uns die Schönheit der Natur und ihre faszinierende Artenvielfalt vor Augen hält.

(Gastartikel)

Titelbild: (c) Riccardo Bresciani

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