Hollywood-Filme waren viele Jahrzehnte lang das oberste Ziel professioneller Schauspieler. Einmal in einem Film auf der großen Leinwand gezeigt zu werden und neben anderen Kinogrößen sein Talent zu beweisen, das war die höchste Ehre im Film-Business. Das hat sich in den letzten Jahren jedoch geändert, denn ein weiterer „Big Player“ der Unterhaltungsbranche ist auf der Bildfläche erschienen: Die größte Konkurrenz für das Kino ist heute die Gaming-Branche. 

Wachsende Budgets holen Blockbuster ein

Ein Grund, weshalb Videospiele immer besser werden, liegt schlicht und einfach an den wachsenden Budgets. Diese sind wiederum auf die steigende Anzahl der Spieler zurückzuführen. Lange Zeit sah man Gaming als Nische für Nerds oder Gelegenheitsspieler, die niemals mit der Filmbranche konkurrieren konnte. Spiele erreichten viel zu wenige Menschen und zielten auf ganz spezielle Altersgruppen und Geschlechter ab. Heute ist das Spielen von Videospielen jedoch ein „ernstzunehmendes“ Hobby für die breite Masse und dementsprechend wird viel Geld in die Branche investiert. Dabei sind bereits Spiele entstanden, die selbst die Produktionskosten echter Blockbuster weit übertroffen haben. Eines der teuersten Spiele ist bis heute noch GTA V. Das Budget für das Game soll in etwa 266 Millionen US-Dollar gekostet haben. Im Vergleich dazu kosteten die Dreharbeiten zu Solo: A Star Wars Story laut Kino.de rund 275 Millionen US-Dollar. Und der Film gehört zu einer der teuersten Produktionen aller Zeiten. Diese Kosten wieder hereinzuholen fiel den Machern von GTA V jedoch nicht schwer, denn insgesamt konnte das Spiel eine ganze Milliarde US-Dollar einspielen. Damit wird es laut Betway nur von Avengers: Endgame überboten, der etwa 1,2 Milliarden Umsatz machte.

Geschichten erzählen neu erfunden

Heutige Spiele bestehen meist aus viel mehr als bloßem Schießen und dem Springen auf Plattformen. Entwickler legen mittlerweile deutlich mehr Wert auf eine starke Geschichte und ein immersives Erlebnis. Spieler sollen in die Story eintauchen, mit den Charakteren mitleben und um sie bangen, wie in einem richtig guten Film. Dabei können sich Spiele noch dazu deutlich mehr Zeit lassen, denn ein Gamer verbringt oftmals 8 – 12 Stunden am Stück mit ein und demselben Spiel. Ein dramatischer und intensiver Aufbau ist damit besonders gut möglich. Um Charaktere noch realistischer zu gestalten, wird mittlerweile oft auf die Motion-Capture-Technologie gesetzt, die echte Schauspieler in animierte Figuren verwandeln kann. So kann man schon bald in Cyberpunk 2077 die Filmlegende Keanu Reeves als Videospielcharakter entdecken. Und auch andere Megastars der Hollywood-Branche wurden bereits zu Vorlagen für animierte Figuren, beispielsweise Ellen Page und Willem Dafoe in Beyond: Two Souls. Die Auftritte in der Gaming-Branche beweisen, dass selbst Schauspielgrößen, die man von der Kinoleinwand kennt, langsam aber sicher Interesse an den neuen Unterhaltungsformen verspüren.

Und nicht nur das: Auch Serien möchten Hollywood den Rang ablaufen. Seitdem bombastische Hit-Shows wie Game of Thrones oder Breaking Bad erschienen sind, gelten Serien nicht mehr nur als Aufstiegschance für Schauspieler, sondern als das große Highlight einer Karriere. Dasselbe kann man mittlerweile über die Gaming-Branche behaupten. 

Hat die Spielewelt Hollywood wirklich seinen Glanz gestohlen? Wohl kaum – Serien, Filme und Videospiele scheinen bestens nebeneinander existieren zu können, das Filmmekka Hollywood ist aber sicherlich nicht mehr der einzige „Big Player“ in der Unterhaltungswelt. (ext.)