Mit der „Ocean’s“-Trilogie (plus der „weiblichen“ Forsetzung „Ocean’s 8“) schuf Regisseur Steven Soderbergh eine der besten und unterhaltsamsten Filmreihen der letzten Jahre. Der Cast rund um George Clooney (als Meisterganove Danny Ocean) Brad Pitt und Matt Damon hatte genügend Starpower, der Plot bot genügend Spannung und das Setting im Casino-Mekka Las Vegas genügend Material für immer neue Wendungen – und Filme.

Grob geht es darum, dass Danny Ocean, eben erst aus dem Knast entlassen, sich an seinem „Erzrivalen“ Terry Benedict (Andy Garcia) rächen will, der nicht nur das erfolgreichste Casino in Vegas leitet, sondern Ocean auch seine Frau (Julia Roberts) ausgespannt hat.

Nicht alle wissen, dass „Ocean’s 11“ bzw. die Reihe an sich ein Remake ist: Die Neuauflage aus dem Jahr 2001 basiert auf Lewis Milestones Film des selben Namens (bei uns auch bekannt unter „Frankie und seine Spießgesellen“), der mit einem nicht minder beeindruckenden Cast aufwarten kann: Das Rat Pack rund um Frank Sinatra, Dean Martin und Sammy Davis Jr. gibt sich hier die Ehre.

Während der 1960-er-Film auf ein klassisches Set-Up setzt und den „Sehnsuchtsort“ Las Vegas mythisch verklärt, transportiert der 2001-er-Film ein wohl realistischeres Bild des Spielehimmels (bzw. der Spielehölle): Unmengen an Touristen an Slot-Machines, Black Jack-Tischen und Roulette-Tables sind der Alltag, wie ja auch „Casino“ von Martin Scorsese die Entwicklung der Wüstenstadt nachzeichnet. Dennoch schafft es Soderbergh, durch seinen stilsicheren 70s-Chic einen Teil der Magie einzufangen, die stets von solchen Orten ausgeht: Die Spielhallen vermitteln eine Coolness, die anziehend wirkt.

Das selbe gilt auch für den Cast von Soderberghs Remake: Während sich die Rat Pack-Besetzung 1960 auf seinen altmodischen Crooner-Charme verlässt, ist es 2001 vor allem eine immense Coolness, die von den Jungs rund um George Clooney ausgeht. Schöner, smarter, gerissener und slicker als alle anderen sind sie, so smart, dass es manchmal auch als Zuschauer schwer fällt, den Wendungen und Volten des Drehbuchs zu folgen.

Das Original.

Welcher Film hat nun die Nase vorn, das Original oder das Remake (bzw. die Remakes)? Rein filmisch ist der Film aus dem Jahr 2001 dem 60-er Original vorzuziehen, da er runder wirkt und die Blaupause für den neuen Heist-Film darstellt(e). Während Teil 2 qualitativ abfällt, knüpft Teil 3 wieder an Teil 1 an und ist auf einem Level mit dem Sinatra-Original. Das weibliche Spin-Off aus dem Jahr 2018 ist zwar ein recht solider Film, hat aber wenig zu bieten, das einen als Zuschauer wirklich fesselt, und ist so der schwächste Film der Reihe. (red.)

Wo zu sehen?

Die gesamte, neue Ocean’s-Trilogie inkl. dem 2018-er Spin Off ist derzeit auf Netflix zu sehen.