Menschen, die mit fünf Karten in der Hand, mit einem cool geraunten „All In“ oder „Raise“ und Pokerface den ebenfalls coolen Mitspielern am runden Tisch gegenübersitzen. Das Ganze in einem Hinterzimmer eines Saloons im wilden Westen oder im New Yorker Westend in schummrigem Licht, das kaum durch den Zigarettenrauch dringt. Auf dem Tisch der Pot mit Geldbündeln oder Chips, der im nächsten Moment zu einem der letzten zwei in einer Runde verbliebenen Protagonisten wandert. Der bietet wiederum seinem Gegenüber im Bewusstsein über die mit der Niederlage einhergehenden psychologischen und oft auch finanziellen Katastrophe eine gönnerhafte Revanche an, die den Unterlegenen noch weiter ins Verderben treiben würde…

Genau so stellen sich viele eine Szene in einem typischen Pokerfilm vor. Tatsächlich wird dieses glorifizierende Bild noch bis heute in einigen Pokerfilmen vermittelt, die dem Zuschauer zeigen wollen, dass Gewinnertypen Risiken eingehen müssen. Was mit den Verlierern passiert, ist bei zahlreichen Filmen nachrangig, ganz nach dem Motto „Fressen oder gefressen werden“.

Folgend einige der besten Pokerfilme der letzten 20 Jahre, die es nicht nur in sich haben, sondern auch mal andere spannende Seiten des Spiels aufzeigen:

Rounders – 1998

Der Film „Rounders“ ist zwar nun schon vor etwas mehr als 20 Jahren erschienen, aber es ist immer noch eines der beeindruckendsten Dramen rund um das Pokerspiel. In dem von John Dahl gedrehten Film geht es um den begnadeten Pokerspieler Mike McDermott, der gegen den russischen Mafioso Teddy KGB einen Großteil seines Geldes verliert. Er hört seiner Freundin zuliebe auf mit dem Spielen. Das geht solange gut, bis sein Freund Lester „Worm“ Murphy aus dem Gefängnis entlassen wird und dieser ihn wieder zum Spielen animiert. Schnell häuft er wieder Spielschulden bei Teddy KGB an und es bleibt ihm nur eine kurze Zeit, diese zu begleichen.

Das Geld kann jedoch nur durch weiteres Spielen aufgebracht werden. Das scheint, nicht zuletzt durch das Können von Mike, auch aufzugehen. Jedoch fängt sein Freund Lester an, falsch zu spielen, was auffliegt, sodass beide alles wieder verlieren. Die Wege der beiden trennen sich daraufhin. Mike muss nun bei KGB antreten und um eine weitere Runde bitten, in der Hoffnung durch den Gewinn auch seine Schulden begleichen zu können. Das gelingt. Er schafft es sogar sein altes Vermögen zurückzugewinnen. Und beschließt daraufhin, professioneller Spieler in Las Vegas zu werden.

Casino Royale – 2006

„Casino Royale“ aus 2006 ist ein Film aus der James Bond-Reihe – mit Daniel Craig zum ersten Mal in der Hauptrolle. Nachdem der MI6 Agent seine OO-Lizenz erhalten hat, muss er zunächst einen vom Waffenhändler Le Chiffre beauftragten Attentäter ausschalten, der für ein internationales Terrornetzwerk eingesetzt werden soll. Außerdem sorgt Bond dafür, dass Le Chiffre einen Großteil seines Vermögens verliert. Um das Geld wieder zu gewinnen, veranstaltet er in Montenegro ein internationales Pokerturnier mit sehr hohen Einsätzen.

Bond, ein begnadeter Pokerspieler, wird darauf angesetzt, den Plan zu vereiteln. Das scheint zunächst schief zu gehen. Hinzu kommt, dass ihm Schatzmeisterin Vesper Lynd, mit der er später auch intim wird, kein weiteres Geld zur Verfügung stellt. Nur mit Hilfe des CIA Agenten Felix Leitner, der ihm das Geld zur Verfügung stellt, um selbst Zugriff auf Le Chiffre zu bekommen, kann er weiterspielen. Jedoch wird Bond an der Bar von einer Freundin Le Chiffres vergiftet. Es gelingt ihm jedoch ein Gegenmittel zu injizieren. Zurück am Pokertisch gewinnt er dann 115 Millionen Dollar.

Le Chiffre entführt darauf hin Vesper. Bond versucht, diese zu befreien, gerät jedoch in die Fänge Le Chiffres und wird zusammen mit Vesper gefoltert. Plötzlich wird Le Chiffre jedoch von Mr White, dem Hintermann des Terrornetzwerkes, erschossen. Bond und Vesper werden verschont. Mit dem Geld wollen Bond und Vesper eine gemeinsame Zukunft beginnen und Bond quittiert seinen Dienst. Vesper verrät ihn jedoch, nachdem sie von Mr White erpresst wurde, nachdem er den Turniergewinn per Echtzeitüberweisung (auch interessant: Rapid Transfer) auf ein von ihr benanntes Konto überwiesen hat. Schlussendlich kann er jedoch die mit Vesper zusammenarbeitenden Schergen stoppen und muss mit ansehen, wie Vesper ertrinkt. Bond kann sich schlussendlich das Geld von Mr White zurückholen.

Molly’s Game: Alles auf eine Karte – 2017

In dem Film geht es um die Profi-Skifahrerin Molly Bloom (Jessica Chastain), die nach einem Unfall in der Olympia-Qualifikation ihre Karriere beenden muss und daraufhin beschließt, nach Kalifornien zu ziehen, nachdem sie sich auch mit ihrem ehrgeizigen Vater zerstritten hat.

Dort arbeitet sie als persönliche Assistentin für einen Mann, der professionelle Pokerspiele ausrichtet. Im Laufe der Zeit wird Molly zur eigentlichen Geschäftsführerin und führt Buy-Ins in Höhe von 10.000 US-Dollar ein, was besonders reiche Spieler anlockt.

Ihr Chef versucht sie darauf hin aus dem Geschäft zu drängen. So zieht Molly nach New York, wo sie dann selbst Pokerspiele für exklusive Gäste und mit noch höheren Buy-Ins organisiert. Im Laufe der Zeit, in der sie auch zu Drogen greift, zählen auch immer mehr russische Mafia-Mitglieder zu ihren Kunden. Die Buy-Ins steigen bis auf 250.000 Dollar und sie bietet ihre Turniere sechs Tage in der Woche an.

Eines Tages wird Molly vom FBI verhaftet und angeklagt. Das FBI erhofft sich, mehr über die dubiose Kundschaft Mollys bei ihren Turnieren zu erfahren. Da Mollys gesamtes Vermögen vom FBI beschlagnahmt wurde, kann sie keinen Anwalt bezahlen. Ihr droht eine sehr lange Haftstrafe. Verraten kann sie ihre Kundschaft indes nicht, da sie dann mit ihrem Tod rechnen muss. Sie bemüht sich dennoch um die Verpflichtung des erfolgreichen und teuren Anwalts Charlie Jaffey. Das scheint ihr der einzige Ausweg. Jaffey zögert jedoch anfangs ihren Fall zu übernehmen, da er befürchtet kein Geld zu erhalten. Schlussendlich übernimmt er dennoch ihre Verteidigung…

Kritik zu „Mollys Game“

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