Genau 24 Filme der beliebten James Bond-Reihe gibt es bis dato. Für den 30. September 2021 ist nun auch endlich der 25 Film angekündigt, der ursprünglich bereits im April 2020 erscheinen sollte. Rami Malek spielt hier den Bösewicht und nimmt es mit Daniel Craig auf, dem sechsten Bond-Darsteller der Geschichte. Wo Bond zwar immer noch Bond ist, mit den typischen Eigenschaften, die wir an der Filmfigur so lieben, verlieh doch jeder Darsteller dem Agenten 007 eine eigene Charakternote. Wir wollen uns die sechs Bond-Darsteller in chronologischer Reihenfolge einmal genauer anschauen und herausarbeiten, was sie individuell auszeichnet, bzw. ausgezeichnet hat. Außerdem wagen wir einen Blick in die Zukunft: Wer könnte der siebte Bond werden?

1. Sean Connery

Sir Sean Connery (1930-2020) war der erste Darsteller von James Bond auf den großen Leinwänden der Welt. Im Jahr 1962 verkörperte er den britischen Agenten 007 das erste Mal im Film „James Bond – 007 jagt Dr. No“ (1962). Seitdem, so viel kann man wohl sagen, haben alle folgenden Bond-Darsteller sich an Connerys Coolness orientiert und versucht James Bond „so ähnlich“ darzustellen wie damals.

Sean Connery verkörperte Bond in den Jahren 1962-67, 1971 und noch einmal 1983. Wenn auch etwa „Diamantenfieber“ (1971) nicht gerade der Höhepunkt Connerys Schauspielkunst war und der inoffizielle „Sag niemals nie“ (1983) ein wenig seltsam anmutete, verkörperte der Brite den eleganten Agenten doch meistens nahezu perfekt.

So strotzte 007 bereits in „Dr. No“ vor Charisma, Intellekt und Sexappeal und legte damit die Grundeigenschaften fest, die man James Bond künftig zuschreiben sollte. Von Connerys Schauspiel waren nicht nur Zuschauerinnen und Zuschauer weltweit angetan. Auch der Schriftsteller und Bond-Erfinder Ian Lancaster Fleming war so sehr von dem Schauspieler begeistert, dass er sich sogar für folgende Spionageromane um den Agenten näher an der Persönlichkeit und dem Charakter Connerys orientierte. Und dass Zitate, wie „Ich trinke meinen Martini geschüttelt, nicht gerührt“, noch heute aufgegriffen werden, haben wir wohl auch Sean Connerys lässiger Art zu verdanken.

Sean Connery verkörperte James Bond in:

· „James Bond jagt Dr. No“ (1962)

· „Liebesgrüße aus Moskau“ (1963)

· „Goldfinger“ (1964)

· „Feuerball“ (1965)

· „Man lebt nur zweimal“ (1967)

· „Diamantenfieber“(1971)

· „Sag niemals nie“ 1983)

2. George Lazenby

Mit 29 Jahren war George Lazenby (heute 81) der jüngste Darsteller, der bislang James Bond verkörperte. Doch bei ihm blieb es nur bei einer einzigen Rolle für den Film „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ (1969).

Mit Lazenby war immerhin eine Eigenschaft von vornherein klar: Bond würde auch dieses Mal wieder optisch eine exzellente Performance abliefern. Denn der Australier war zum Zeitpunkt des Drehs schon als erfolgreiches Model tätig und passte, was das Aussehen betraf, perfekt in die Agentenrolle.

Und nicht nur das – Wenn man Flemings Romane aufmerksam liest, wird man feststellen: Der Ton, den „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ als Film und Lazenby in der Rolle Bonds treffen, stimmen am ehesten mit den Prosavorlagen überein.

James Bond mit weiblichem Sidekick, statt klassisches Bond-Girl? Für viele eher eine ungewöhnliche Entscheidung.

Dennoch wurden für den Film einige merkwürdige Entscheidungen getroffen, die sich von anderen Bond-Filmen abheben. So bedient sich Bond hier nur eines einzigen großen Gadgets, das das im Stande ist Kombinationsschlösser von Safes zu knacken und Dokumente unerkannt stehlen zu können, indem es sie scannt, bzw. kopiert. An der Seite 007s steht außerdem ein weiblicher Sidekick – wohingegen Frauen in den anderen Bond-Teilen eher in Form eines Love Interests oder einer Affäre auftraten.

George Lazenby verkörperte James Bond in:

· „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ (1969)

3. Roger Moore

Mit lässigen Kurzarmhemden, Safari-Anzügen und kubanischen Zigarren konnte Roger Moore (1927-2017) der Rolle des James Bond einen ganz besonderen Charme verleihen. Er stellte den ersten James Bond dar, den man als regelrechten Playboy wahrnahm.

Charmant, lässig und verführerisch wie bisher noch nicht gesehen, wickelte Moore als 007 die „Bond-Girls“ um den Finger. Moores Interpretation von Bond war unter anderem damit am weitesten von Flemings Vision entfernt. Denn Moores Playboy-Charme ging immer auch mit mit Humor und und etwas Absurdität einher. Doch genau das ist es, was nicht wenige Fans und Kritiker bis heute auch von Moores Bond schwärmen lässt und ihn mitunter als einen der, wenn nicht den interessantesten Bond von allen zu betrachten.

Gemeinsam mit Sean Connery konnte Moore sich bis heute zumindest einer der konstantesten Bond-Darsteller durchsetzen. So spielte auch er in ganzen sieben Filmen mit.

Roger Moore verkörperte James Bond in:

· „Leben und sterben lassen“ (1973)

· „Der Mann mit dem goldenen Colt“ (1974)

· „Der Spion, der mich liebte“ (1977)

· „Moonraker – Streng geheim“ (1979)

· „In tödlicher Mission“ (1981)

· „Octopussy“(1983)

· „Im Angesicht des Todes“ (1985)

4. Timothy Dalton

Fast in Vergessenheit geraten sind nicht nur Timothy Daltons (heute 75) Auftritte als Bond in den beiden Teilen „Der Hauch des Todes“ (1987) und „Lizenz zum Töten“ (1989). Kaum noch jemand weiß heute, dass Dalton schon viel früher im Rennen um die Rolle des Bonds war. Im zarten Alter von 21 Jahren wurde er als Bond schon einmal in Betracht gezogen. Verständlicherweise allerdings hielt man ihn für die Rolle des charmanten, abgeklärten Agenten dann aber doch für deutlich zu jung.

In den späten 80ern bekam Dalton dann mit 41 Jahren endlich seine Chance. Mit ihm wurde Bond, nach Moores Interpretation der Figur, eher wieder den Wurzeln entsprechend ausgerichtet. Das passte auch besser zu Dalton als klassisch ausgebildetem Shakespeare-Darsteller.

Doch Daltons Bond, der wieder deutlich ernster, kälter und fokussierter war als Moores und sich damit genau an Flemings Romanvorlagen hielt, kam beim Publikum nicht mehr so gut an. Man vermisste den augenzwinkernden Playboy wohl doch zu sehr. Das führte dazu, dass die Filme eher floppten und die Bond-Reihe nach „Lizenz zum Töten“ sogar kurzzeitig vor dem endgültigen Aus stand.

Timothy Dalton verkörperte James Bond in:

· „Der Hauch des Todes“ (1987)

· „Lizenz zum Töten“ (1989)

5. Pierce Brosnan

Beinahe als Rettung für die Figur des James Bond lässt sich Pierce Brosnan (heute 68) bezeichnen, der seinem ersten Bond-Film „GoldenEye“ (1995) zu einem kommerziellen Erfolg verhalf. Doch wie gelang das Brosnan?

Im besten Sinne könnte man sagen, dass Brosnan zwei seiner Vorgänger gnadenlos genial kombinierte und kopierte. So orientierte er sich bei seiner Bond-Interpretation offensichtlich einerseits an Sean Connery als coolem, scharfsinnigen und fokussierten Bond und andererseits an Roger Moore als charmantem und humorvollem Playboy.

Heraus kam ein Bond, der lässig und lustig, aber auch ernst und zielgerichtet agieren und handeln kann. Brosnans Bond war außerdem kein machohafter Angeber mehr, sondern einer, der nicht mehr rauchen musste, um seine Männlichkeit zu unterstreichen und der die Frauen mit Respekt und auf Augenhöhe behandelte.

Genau diese neue Ausrichtung und die optimale Balance aus Ernst und Charme verhalfen Bond durch Brosnan zurück zu neuer Größe. Daher durfte Brosnan nach „GoldenEye“ den Agenten auch noch drei weitere Male verkörpern – jedes Mal mit großem Erfolg an den Kinokassen.

Pierce Brosnan verkörperte James Bond in:

· „GoldenEye“ (1995)

· „Der Morgen stirbt nie“ (1997)

· „Die Welt ist nicht genug“ (1999)

· „Stirb an einem anderen Tag“ (2002)

6. Daniel Craig

Daniel Craig (heute 53) ist der derzeitige Bond-Darsteller und der erste blonde Bond der Geschichte. Allein aufgrund Craigs Haarfarbe und dem insgesamt eher untypischen Aussehen für einen Bond-Darsteller (der muskulöse Körper einmal außenvorgelassen, wobei dieser eben auch schon fast zu muskulös scheint), waren Fans von Anfang an skeptisch. Könnte Craig, der die äußerlich typischen Bond-Eigenschaften (groß, dunkelhaarig, Aussehen wie ein Model) eher weniger verkörperte, der Rolle des britischen Agenten gerecht werden?

Bereits mit seinem Debüt in „Casino Royale“ (2006) bewies er, dass er es konnte. Und wie. Der Film war ein großer Erfolg und ist unter Fans und Filmliebhabern nicht nur als einer der besten Filme zum Thema Glücksspiel bekannt. Selbst neben Scorseses „Casino“ und Soderberghs „Ocean‘s Eleven“ macht der Film eine hervorragende Figur. „Casino Royale“ gilt vielmehr bis heute eben auch als einer der besten Bonds überhaupt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Craig die Rolle des Bonds – ganz ähnlich wie Brosnan – ebenfalls in eine neue Ära überführte.

Craigs Interpretation des 007 ist wieder stärker an Flemings Vision orientiert. Der aktuelle Agent ist zwar noch charismatisch, er ist aber wieder deutlich fokussierter, ernster und verletzlicher, als es vor allem auch ein Roger Moore, aber eben auch noch ein Pierce Brosnan als Bond war. Auch im kommenden „Keine Zeit zu sterben“ darf man also gespannt sein, ob Craig den Erwartungen der Fans, die sich an den blonden Briten inzwischen mehr als gewöhnt haben, wieder gerecht werden wird.

Daniel Craig verkörperte James Bond (bislang) in:

· „Casino Royale“ (2006)

· „Ein Quantum Trost“ (2008)

· „Skyfall“ (2012)

· „Spectre“ (2015)

7. ???

Das waren sie also, die bis heute sechs Darsteller von James Bond. Dass die Reihe in absehbarer Zeit aussterben wird, ist übrigens nicht zu vermuten. Die Filme mit Craig sind nicht nur finanziell erfolgreicher denn je, auch inhaltlich werden sie immer komplexer und auf filmischer Ebene interessanter. Doch Craig wird irgendwann – vielleicht schon für den 26ten Teil – nicht mehr optimal geeignet sein für die Agentenrolle. Dann gilt es, schnellstmöglich einen passenden Ersatz zu finden. Wer genau das sein wird, steht noch in den Sternen. Nichtsdestotrotz wird schon fleißig spekuliert, wer die Rolle als nächstes ergattern könnte. Folgende zehn Briten (!) eine echte Chance haben:

· Tom Hardy

· Idris Elba

· Charlie Hunnam

· James Norton

· Tom Holland

· Henry Cavill

· Tom Hiddleston

· Robert Pattinson

· Richard Madden

· Damian Lewis