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Horroktober-Special Teil 1 – von Klassiker bis Kunstfilm

Wir schreiben den 29. September 2021, kurz vor Mittag. Es regnet, draußen ist es ungemütliche 13 Grad „warm“ und beim Blick aus dem Fenster springt einem die pure Lebensfreude nicht gerade ins Gesicht. Doch: ein Blick auf den Kalender hilft. Keine drei Monate mehr bis Weihnachten, und was den geneigten Filmfan noch viel heiterer stimmt – am Freitag starten wir in den Monat Oktober, oder wie Horrorfilm-Fans ihn liebevoll getauft haben: Horroktober. Anlässlich dessen möchten wir es uns natürlich nicht nehmen lassen euch mit Filmtipps zu versorgen, sodass ihr an jedem der 31 Tage einen Film parat habt, der euch das Gruseln lehrt. Ein kleiner Tipp in eigener Sache: Wer wider Erwarten hier nicht fündig wird, darf sich in rund zwei Wochen auf einen zweiten Teil des Specials freuen oder derweil bei unseren Horror-Geheimtipps vorbeischauen. Nun aber genug der Einleitung, viel Spaß mit unseren zehn Anspieltipps!

Carrie

Mit Brian de Palmas „Carrie“ findet sich direkt der erste Film auf der Liste, der sich unbestreitbar als Klassiker titulieren lässt. Nach einem Drehbuch von Großmeister Stephen King schaffte es „Satans jüngste Tochter“ 1976 auf die Leinwand und verbindet gekonnt die schwierige Mutter-Tochter-Beziehung mit der eher typischen Highschool Horrorstory.


[Rec]

Knapp 40 Jahre später erschien mit „[REC]“ der erste der mittlerweile vier Teile umfassenden Filmreihe, deren Reiz sich vor allem aus der besonderen Inszenierung speist. Im Mockumentary Stil gehalten spielt das Werk gekonnt mit Perspektiven, Ausleuchtungen und erzählt die erschreckend aktuelle Geschichte um den Ausbruch einer aggressiven Krankheit.


Pelikanblut

Etwas weniger hektisch geht es im deutschen „Pelikanblut“ zu, der stilistisch eher an ein Drama erinnert und seine Horrorelemente unter der Oberfläche schwelen lässt. Ein provokatives und unangenehmes Werk, das mit Tabus bricht und sich mit Wertungen zurückhält. So muss die geneigte Zuschauerschaft sich allein Zugang verschaffen, was gleichzeitig spannend und herausfordernd ist.


The Void

Deutlich grafischer und weniger subtil ist dagegen „The Void“ geraten. Der kanadische Independent-Horrorfilm erinnert zuweilen stark an die Geschichten von H.P. Lovecraft, driftet vor allem gegen Ende deutliche in Richtung Science-Fiction ab und wird mit seiner ambitionierten Mischung wahrlich nicht jedem gefallen. Spannend, kreativ und blutig ist der Film aber allemal.


Christine

Auch die zweite Stephen King Verfilmung unserer Liste geizt nicht mit Kreativität und erweckt durch die Hand von John Carpenter – bei eigens kreierter Filmmusik – einen roten Plymouth zum Leben, der sich als ziemliche Höllenmaschine erweist. Nicht frei von Ironie gehört „Christine“ sicherlich zu den Klassikern, die man alleine schon wegen ihrer Idee gesehen haben muss.


Wir

Jordan Peeles „Wir“ könnte sich im Laufe der Zeit zu einem solchen Klassiker aufschwingen, auch wenn sein Zweitwerk deutlich sperriger und metaphorischer angehaucht ist und somit dem Gros der Zuschauerschaft vor den Kopf stößt. Ein äußerst vielschichtiger Film, der einigem Vorwissen bedarf um ihn komplett dechiffrieren zu können. So oder so: modernes Horrorkino vom Feinsten!

Mandy

Vor der Sichtung von „Mandy“ sollte man durchaus auch einiges wissen, zum Beispiel dass Nicolas Cage die Hauptrolle spielt, ein Hang zu knalligen Neonfarben nicht schaden kann und auch der Genuss von Hochprozentigem den Film nicht schlechter macht. Ein absolut durchgeknallter Ritt durch verschiedene Genres und, so abstrus das auch klingen mag, der seriöseste der neueren Cage-Filme.


Possum

Der absolute No-Name der Liste. „Possum“ ist ein 2018 erschienener, psychologisch geprägter Horrorfilm aus Großbritannien, der sich nicht viel aus einer stringenten Handlung macht, stattdessen lieber seine Bilder sprechen lässt und auch nicht davor zurückschreckt sich den Theorien des Sigmund Freud filmisch zu nähern. Ungemein sperrig, verstörend und im Kern auch ungeheuer traurig.


Tanz der Teufel

Ganz und gar nicht traurig ist dagegen Sam Raimis „Tanz der Teufel“. Auch wenn die erzählte Geschichte natürlich ebenso eine Dramaturgie birgt und das Werk sogar bis vor einigen Jahren indiziert und beschlagnahmt war, ist das blutige Treiben aus heutiger Sicht eher ein Fest für die Sinne und findet eine ausgewogene Mischung aus Brutalität und Situationskomik.


Der Tod weint rote Tränen

Ein Titel wie ein Gedicht. In „Der Tod weint rote Tränen“ sucht ein Mann mit Hilfe eines Kommissars nach seiner plötzlich verschwundenen Ehefrau. Was nach Thriller klingt, erweist sich als sehr abstrahierte Odyssee voller Farben und Formen und erinnert nicht selten an eine Mischung aus David Lynch’schem Fabrikat und blutigem Body-Horror. Achtung, Kunst!

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