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Ein Date mit Brad Pitt – unser Bericht vom roten Teppich und der Pressekonferenz zu „Bullet Train“

Wenn man die vergangenen Tage in Berlin ordentlich ins Schwitzen kam, dann nicht nur wegen der Hitzewelle, die über die Hauptstadt rollte, sondern auch wegen des großen Staraufgebots aus Hollywood, das sich auf dem roten Teppich am Zoopalast die Ehre gab. Wo am Montag der Cast (Ryan Gosling, Chris Evans, Ana de Armas und Regé-Jean Page) sowie die Regisseure (Anthony und Joe Russo) den neusten Netflix-Film „The Gray Man“ vorstellte, läutete die Red Carpet Premiere von „Bullet Train“ nur einen Tag später ein weiteres Großevent ein, zu dem erneut etliche Fans an den roten Teppich strömten. Denn: neben Joey King („The Kissing Booth“), Zazie Beetz („Deadpool 2“), Aaron-Taylor Johnson („Kick-Ass“), und Brian Tyree Henry („Eternals“) wurden niemand geringeres als Brad Pitt („Once upon a Time in…Hollywood“) sowie Regisseur David Leitch („Atomic Bonde“) mit seiner Frau und Produzentin Kelly McCormick erwartet.

ein Bericht von Madeleine Eger, unserer Korrespondentin in Berlin

Bevor es am Abend allerdings am roten Teppich heiß herging und Brad Pitt mit seinem luftigen Outfit überraschte, durften wir den Film schon vorab sehen und am Vormittag bei der Pressekonferenz im Hotel Adlon dabei sein. Dort hatte der Cast sichtlich Spaß und füllte den Saal mit einer merklich gelösten, humorvollen und fast familiären Atmosphäre. Unter der Moderation von Steven Gätjen stellten sich die Stars dann eine knappe halbe Stunde den Fragen der Journalisten und sprachen über die Herausforderungen, Verletzungen und Schicksal.

Die Moderatoren Steven Gätjen & Dominik Porschen im Gespräch mit Zazie Beetz

Klar ist, für alle war der Action-Comedy Blockbuster „Bullet Train“ unter der Regie vom ehemaligen Stuntdouble David Leitch ein willkommenes Projekt während des ersten Lockdowns. Für Brad Pitt war es eine außergewöhnliche Erfahrung, während dieser verrückten Zeit dennoch etwas erschaffen zu können, das Menschen berühren kann und, wie er befand, einen passenden Kontrast zu der „dunklen Zeit“ herstellte. Für Brian Tyree Henry waren es vor allem die Charaktere des Drehbuchs, die ihn sofort fesselten und die Chemie der Schauspieler untereinander, die ihn begeisterte. Mit einem breiten Lächeln lässt er dabei nicht unerwähnt, dass Leitch mit dem Set eine „großartige Umgebung erschuf, in der sie sich gegenseitig prügeln konnten“ und das „alle ihre Stunts und Kämpfe selbst machen wollten…bis auf Brad. (Gelächter) Sich gegenseitig verprügeln hatte einfach eine kathartische Wirkung“. Neben dem offensichtlichen Spaß, den sich der Cast bei den Dreharbeiten teilte, gehörten aber auch kleinere Verletzungen dazu. Aaron-Taylor Johnson meinte scherzhaft, er „habe nun eine Fight Club- Narbe“, die von einem Unfall beim Kampf mit Brad Pitt übrig blieb.

Für Regisseur David Leitch und Produzentin Kelly McCormick war aber nicht nur die Balance aus Action und Komödie in ihrem Film wichtig, auch die Herausforderungen des begrenzten Sets mussten gemeistert werden. Für Leitch „beängstigend“, jedoch eine Möglichkeit, kreativ zu sein und mit den verwendeten Waffen oder Requisiten in den Stunts das Ganze „frisch und originell“ zu gestalten. Am Abend trafen wir die beiden noch zu einem kurzen Austausch am roten Teppich und auf unsere Frage: „In ihrem Film geht es viel um Glück, Pech und Schicksal und Sie hatten durch den Lockdown Soundstages zur Verfügung, die normalerweise durch andere Projekte belegt sind. Glauben Sie, dass ihr Film ohne Covid anders geworden wäre?“ antwortet McCormick: „Ganz sicher. Es wäre in Japan gedreht worden, was völlig anders gewesen wäre. Wissen Sie, das wäre fantastisch gewesen. Aber die Art und Weise, wie wir jetzt gedreht haben, ermöglichte es, den Film auf eine höhere Ebene zu bringen und ihn ein wenig an das reale Tokio anzupassen, um diese Fabel und den Mythos, der sich im Film abspielt, wirken zu lassen.“.

Regisseur David Leitch & Kelly McCormick stehen Rede und Antwort

In Bezug auf die eingewobene Botschaft von „Bullet Train“ hat Schauspielgröße Brad Pitt zwar am Vormittag keine direkte Antwort und fragt sich selbst, wie viel im Leben tatsächlich von Schicksal bestimmt wird und wir gewissermaßen „Marionetten in einem riesigen Spiel sind“ oder wie viel schlussendlich doch der eigene Wille und Manifestationen eine Rolle spielen. Später am roten Teppich, hat der Star jedoch eine ziemlich eindeutige Antwort auf die Frage von uns. Filmpluskritik: „Im Film „Lost City“ spielen Sie einen Charakter, der sich am Ende in einer seelischen Krise wiederfindet, in „Bullet Train“ sind Sie jemand, der mit Therapie aus der Krise herausfand. Aber nicht nur die Charaktere sind sich ähnlich, es ist auch der zweite Film, der Sie mit dem Cast aus „Lost City“ zusammenbringt. War das beabsichtigt?“ Brad Pitt (lacht): „Nein, das war buchstäblich…. Sandra ist eine alte Freundin. Wenn ich jemals einen Gefallen brauche, lässt sie alles stehen und liegen, was sie gerade tut. Sie ist ein außergewöhnlicher Mensch. Und wir hatten diese freie Stelle und riefen sie an, um zu sehen, ob sie es machen könnte, und sie sagte, sie hätte etwas im Sinn. Und so dachten wir, dass es Spaß machen würde, die Filme des jeweils anderen zu befruchten.“

Hollywood-Star Brad Pitt nebst Kritikerin Madeleine Eger

Und wenn sich Brad Pitt bei uns nach dem kurzen Interview und dem gemeinsamen Foto mit den Worten „Wir sehen uns in ein paar Jahren, dann müssen wir an der Stelle weitermachen“ verabschiedet, war es jede einzelne Schweißperle durch Anstrengung und Aufregung vor dem großen Event wert.

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Eine ausführliche Kritik zum Film erwartet euch zeitnah an gleicher Stelle, also stay tuned!

Weitere Bilder von der Premiere (c) Filmpluskritik / Madeleiner Eger:

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