Pünktlich zu Halloween gibt es 25 handverlesene Horrorfilm-Tipps aus der Film plus Kritik-Redaktion + die Info, wo sie aktuell zu sehen sind: Viel Spaß und Terror beim Lesen, Suchen & Schauen!

1.Die Re-Inkarnation des Peter Proud (1975)

Von Kultregisseur J. Lee Thompson, bekannt unter anderem für „Cape Fear“ oder „Death Wish 4“. Peter Proud geht seinen seltsamen Träumen nach, die wirken, als wären sie Momente aus seinem früheren Leben. Anfangs noch wie eine Cronenberg-Kopie aufgebaut, entwickelt sich der Film zu einem überraschend melancholischen sowie unheimlichen psychologischen Drama. Große Schreckmomente oder Gewaltorgien darf man aber nicht erwarten. (auf DVD/BluRay erhältlich)

2. A Bucket of Blood / Das Vermächtnis des Professor Bondi (1959)

Einer der besten Filme, die Roger Corman je gemacht hat: Zu gleichem Teil das Porträt eines Serienkillers wie eine bitterböse Satire auf die avantgardistische Künstlerszene und Kaffeehaus-Intellektuelle. Kellner Walter Paisley steigt zum geschätzten Bildhauer auf, doch hinter seinen Kunstwerken verbirgt sich ein blutiges Geheimnis. (auf DVD/BD)

3. Theater des Grauens / Theatre of Blood (1973)

Vincent Price als ein ehemaliger großer Shakespeare Schauspieler, der aus Rache alle seine Kritiker mittels aufwendig inszenierten Szenen aus diversen Shakespeare Stücken ermordet. Was will der Mensch mehr? Großartig kreative sowie spaßige Tode, und Vincent Price in einer Rolle, die ihm auf den Leib geschneidert scheint. (auf Amazon Prime zu sehen)

4. Der Student von Prag (1926)

Im Grunde handelt es sich bei diesem deutschen Stummfilm um eine klassische Geschichte a la Faust, ein Deal mit dem Teufel: Für eine große Summe Geld überlässt der Student dem Teufel sein Spiegelbild. Dass das nicht gut ausgehen kann, liegt auf der Hand. Wahnsinnig kreativ und atmosphärisch umgesetzt, mit für die Zeit beeindruckenden Effekten und effektiven Bildern. (auf DVD/BD erhältlich)

5. Die toten Augen des Dr. Dracula (1966)

Von der Giallo-Legende Mario Bava. Ein Arzt untersucht in einem kleinen Städtchen eine Reihe ungewöhnlicher Tode. Die Rede ist von einem Geist, der das Dorf heimsucht. Farbenfroher Gruselspaß mit einigen absurden und unheimlichen Szenen und Momenten. Klassisches italienisches Horror-Kino eben. (auf Amazon Prime)

…. von Christoph Brodnjak

6. Devil’s Candy (2015)

Der noch erfolglose Künstler und Metalfan Jesse zieht mit seiner Familie in ein altes texanisches Landhaus, das ihm nach einem dort vorgefallenen Doppelmord billig verkauft worden ist. Wie der Vorbesitzer beginnt auch Jesse zunehmend Stimmen zu hören, die ihm den Verstand rauben und heftige Visionen bescheren, die unter den harten Klängen von Metallica oder Slayer den Weg auf die Leinwand finden. „Devils Candy“ bietet neben einschlägigem Soundtrack eine schaurig fesselnde Story und eine bildgewaltige Inszenierung, in der der Teufel überall lauert. (als VOD & bei Joyn+)

7. The Girl with all the Gifts (2016)

Nachdem die Forschungsstation, die mit infizierten Kindern arbeitet, von Zombies überrannt wird, flüchtet eine kleine Gruppe Überlebender Richtung London. Im Schlepptau Melanie, ein Mädchen, das unter den Versuchsobjekten war und deren wahres Wesen sowie Hunger nach Fleisch eine allgegenwärtige Gefahr darstellt. „The Girl with all the Gifts“ ist eine Romanverfilmung, die durch einen fantastischen Cast, aber vor allem durch die eingeflochtene Ambivalenz besticht, die die Entscheidung zum Mitfühlen oder Fürchten nicht immer einfach macht. (als VOD & bei Joyn+)

8. Housebound (2014)

Kylie wird nach einem missglücktem Geldautomatenüberfall und etlichen anderen Delikten zu Hausarrest bei ihrer Mutter verurteilt. Scheinbar ist aber nicht nur ihre Mutter wenig von der neuen Bewohnerin begeistert, auch das Haus scheint es auf Kylie abgesehen zu haben. Spuk oder doch ein ungebetener Gast, der in den alten Mauern sein Unwesen treibt? Kylie ist entschlossen, das mit allen Mitteln herauszufinden. „Housebound“ überrascht im Subgenre des Haunted-House-Horrors mit frischen und cleveren Ideen, die einem nicht nur Gänsehaut einjagen, sondern tatsächlich auch das oder andere ein Lachen entlocken. (auf Amazon Prime)

9. Rigor Mortis (2013)

Ein gefallener Filmstar zieht in ein Appartement, das von Geistern heimgesucht wird, um sich das Leben zu nehmen. Das Vorhaben wird jedoch vereitelt und ganz plötzlich findet sich der Mann zwischen Dämonen, Vampiren und Geistern der Mythologie wieder, die in dem Wohnkomplex ein unheilvolles Dasein fristen und keinen der Bewohner unberührt lassen. „Rigor Mortis“ ist ein melancholisches Horrorspektakel mit herausragenden Bildkompositionen, effektvollen Martial-Arts Sequenzen und einer vielschichtig verwobenen Story über Einsamkeit, Trauer und Depression. (als VOD & im Home of Horror-Channel bei Amazon)

10. Der Nachtmahr (2015)

Nach einer Party gerät das Leben der 17-Jährigen Tina aus den Fugen. Mit Albträumen und einer fleischgeworden Kreatur, die sie kreischend und hungrig verfolgt, ist Tina dem Zusammenbruch nah, als Realität und (Alb)Traum kollidieren. An dieser Stelle muss die Autorin persönlicher werden, denn es gibt keinen Film der vergangenen 20 Jahre, der (bedauerlicherweise) so wenig bekannt ist und sie deshalb auch nicht müde wird, für diesen einzigartigen, berauschend faszinierenden deutschen (!!) Genrebeitrag Empfehlungen auszusprechen. Ein wahrhaftiger Trip durch die Seele, der einen – einmal gesehen – nicht mehr loslässt. (als VOD & bei Joyn+)

(c) Koch Films Gmbh

… von Madeleine Eger

11. Mandy (2018)

Dank Namen wie Nicholas Cage, Ned Dennehy und Linus Roache ist dieser Film zwar kein absoluter Geheimtipp, genießt allerdings weitaus weniger Aufmerksamkeit, als er eigentlich verdient. Regisseur Panos Cosmatos schafft durch die einzigartige Ästhetik eine Stimmung, die den Zuschauer auch nach den End Credits nicht verlässt. „Mandy“ ist ein psychedelisches Metal-Albumcover, das zum (filmischen) Leben erwacht ist – und Nic Cages Leistung in diesem Werk hat mittlerweile Kult-Status erreicht. (als VOD) zur Pro & Contra – Kritik / Bericht vom Screening mit Nicolas Cage in Wien

12. Society (1989)

Brian Yuznas Kritik an der reichen High Society blieb bislang leider aus den meisten „Best of 80s Horror“-Listen ausgeschlossen und genießt nur bei einigen eingefleischten Genre-Fans Ansehen. Doch wer ein Herz für ironische, über alle Grenzen des guten Geschmacks hinausgehende Retro-Streifen wie „Re-Animator“ hat, sollte auch „Society“ eine Chance geben. Das Finale ist eines der interessantesten Beispiele dafür, was praktische Effekte alles erreichen können; diese hat der Film dem SFX-Künstler namens Screaming Mad George zu verdanken – das allein sollte die Neugier wecken. (als VOD und im Home of Horror-Prime-Channel)

Society 1989

13. Pandorum (2009)

Bevor „Prometheus“ die düstere Variante von Science-Fiction in den Mainstream der 2010er holte, leistete Regisseur Christian Alvart mit „Pandorum“ die Vorarbeit. Ein spannender, actionreicher Horrorfilm mit einer zutiefst bedrückenden Atmosphäre, gelungenen Effekten und beängstigenden Monstern, der seine Geschichte nur nach und nach offenbart und mit einem cleveren Twist endet. Vor allem „Alien“-Fans sollten sich dieses Juwel nicht entgehen lassen. (auf Amazon Prime)

14. Dying Breed (2008)

Bei australischem Horror des 21. Jahrhunderts fällt den meisten als erstes der Klassiker „Wolf Creek“ ein. Dabei hat Down Under auch Filme wie dieses Indie-Projekt mit Leigh Whannell post „SAW“-Ruhm vor der Kamera zu bieten. Zwar hat „Dying Breed“ einige der Schwächen, die für die Splatter-Streifen der frühen 2000er typisch sind, punktet allerdings mit einer ominösen Atmosphäre, die einem das Gefühl gibt, in einem Albtraum festzusitzen. Das Drehbuch ist zwar nicht unbedingt bahnbrechend, erzählt die Geschichte jedoch effektiv und bietet eine gute Grundlage für die Schauspieler, die mit ihren Performances den beklemmenden Ton unterstreichen, ohne melodramatisch zu wirken. Klare Empfehlung für Horrorfans, die auch an Genre-Filmen ohne „Arthouse“-Qualität Spaß finden. (auf Amazon Prime)

15. Nightbreed / Cabal – Die Brut der Nacht (1990)

Als Regisseur wurde Clive Barker mit „Hellraiser“ zur Horrorikone, dabei gingen einige seiner anderen Projekte etwas im Wirbel um das erfolgreiche Franchise unter. So auch das Fantasy-Horror-Spektakel „Nightbreed“, das den Zuschauer in eine karnevalistische Unterwelt entführt, die von Kreaturen aller Art bewohnt wird. Doch wie so oft sind die wahren Monster eher menschlicher Natur: David Cronenberg zeigt, dass er auch als Schauspieler so einiges zu bieten hat und sorgt in jeder seiner Szenen für Gänsehautmomente. Das wahre Highlight sind allerdings die bizarren Geschöpfe, die mit beeindruckenden Makeup-Effekten zum Leben erwachen. Sowohl Clive Barker -, als auch Fantasy-Horror – Fans kommen hier voll auf ihre Kosten. (auf DVD/BD)

… von Natascha Juracsik

(c) Splendid Film

16. Zombiber (2014)

3 heiße College-Girls fahren zum Baden und Entspannen an ein abgelegenes Haus am See, ihre belämmerten boyfriends tauchen nächtens aus dem Nichts auf, um sie zu überraschen/erschrecken und alles läuft so, wie man es von belanglosem Teenie-Horror erwartet – bis eine seltsame Kreatur im Haus auftaucht, die sich bald als Vertreter einer ganzen Zombie-Biber-Armee herausstellt. Als ein weiterer Zombiber das Bein eines der blöden boyfriends für einen Baumstamm hält und abnagt, wird der frivole Wochenendtrip endgültig zum fürchterlichen Alptraum: „Zombiber“ gelingt das Kunststück, einen absoluten Trash-Plot bewusst und selbstbewusst in einen höchst unterhaltsamen Streifen mit ironischem Unterton zu verarbeiten. (auf Amazon Prime)

17. The Terror Room / Shut In (2022)

Wer sich vom Produktionsstudio „The Daily Wire“ nicht abschrecken lässt, kann mit „The Terror Room“ einen gut gemachten, straighten (und nebenbei völlig unpolitischen) Horror-Thriller entdecken, der von hoher Intensität, technisch sauber ausgeführten Effekten und überzeugenden Darstellerleistungen (u.a. Vincent Gallo in seiner ersten Rolle seit Jahren) lebt. (seit kurzem als VOD)

18. The Special (2020)

Schräg-verstörender Body-Horror-Versuch, der einen auf den ersten Blick absurden Plot mit überraschender Ernsthaftigkeit durchexerziert: Jerry ist unglücklich mit seiner Ehe, sein Kumpel Mike schlägt ihm vor, sich in einem Bordell auf andere Gedanken bringen zu lassen. Allerdings nicht von einer „Freudendame“, sondern einer mysteriösen „Freudenbox“ – genannt „The Special“ – die angeblich den besten Sex ever bieten soll. Also steckt Jerry sein Ding in das Ding – und verfällt ihm völlig. Er entwickelt eine immer gefährlicher werdende Obsession, die nicht nur ihn in den Abgrund zieht, sondern auch für seine Mitmenschen zunehmend tödliche Konsequenzen hat. (als VOD)

19. Bubba Ho-Tep (2002)

Elvis lebt! Und zwar im Altersheim in Texas, aber unerkannt, denn offiziell heißt er hier „Sebastian Haff“ und gilt nur als seniler Elvis-Imitator, der sich einbildet, der echte King of Rock’n’Roll zu sein. Natürlich weiß niemand, dass Sebastian der echte Elvis ist, der – seines Lebens im Rampenlicht überdrüssig – mit einem tatsächlichen Elvis-Double die Rollen getauscht hat… Jedenfalls taucht im Heim eines Tages eine sich in eine tausend Jahre alte Mumie verwandelnde Riesen-Kakerlake auf, die den Bewohnern die Seele aussaugt. Gemeinsam mit einem Heim-Mitbewohner, der meint, JFK zu sein, begibt sich der fake Fake-Elvis (übrigens genial dargestellt von Bruce Campbell) auf die Jagd nach der seelensaugenden Mumie: Der neben dem heuer erschienen „Elvis“-Biopic von Baz Luhrman vermutlich beste Film, der je über den „King“ gedreht wurde und ein seltenes Beispiel für einen Trashfilm, der trotz offensichtlicher Satire ganz viel emotionale Authentizität und Herz mitbringt. Und darüber hinaus einen großartigen Soundtrack. (auf DVD/BD)

Bubba Ho-Tep

20. The Dark (2018)

An der Oberfläche ein Zombie-Horrorfilm, exploriert US-Newcomer-Regisseur Justin P. Lange in seinem Regie-Debüt (der mit einem großteils österreichischen Team drehte) sensible wie schmerzhafte Themen: Im Kern ist „The Dark“ eine märchenhafte Parabel von und über (sexuellen) Missbrauch, dessen Folgen – und einem (möglichen) Weg zur Heilung. Dabei lebt der Film von seiner subtilen, aber umso kräftigeren Empathie, die er seinen beiden Protagonisten, beides jugendliche (ehemalige) Opfer, entgegenbringt. Lange schuf mit „The Dark“ einen klugen, intellektuell anspruchsvollen und trotzdem zutiefst emotionalen Film, der sich dem schweren Thema Missbrauch auf äußerst ungewöhnliche, aber dafür umso nachhaltigere Weise nähert. (als VOD) -> Langtext

… von Christian Klosz

21. Dark City (1998)

Bei „Dark City“ ist der Name Programm. Eine spärlich beleuchtete Melange aus Krimi Noir, futuristischer Verhaltensforschung und düsterer Romanze, die mit gut geschriebenen Charakteren punktet und ganz offensichtlich als Inspiration für neuere Werke der gleichen Ausrichtung diente – Neo und sein weißes Kaninchen lassen grüßen. Die Effekte sehen heutzutage nicht mehr ganz so knackig aus, der Rest ist herrlich kreativ. (als VOD)

22. John Carpenters Vampire (1998)

John Carpenter ergründet mit „Vampire“ das Blutsauger Genre zwar nicht neu, offeriert aber einen erfrischend anderen Blick. Eher dreckig als düster, mehr schmutzig wie schwarz und durchaus so überzeichnet, dass der Film stellenweise ins Komödiantische rutscht. Nichtsdestotrotz ein schrulliger Spaß, der lediglich inhaltlich etwas mehr Fleisch in der Blutsuppe hätte vertragen können.(als VOD)

23. Lake Mungo (2008)

Mit einfachsten Mittel schafft es „Lake Mungo“ durch direkten Storyeinstieg, eine packende und intime Gruselgeschichte zu erzählen. Hinten raus nehmen die Wendungen etwas Überhand, aber Stimmung und Stilistik ergänzen sich zu einer effektiven Mockumentary, die Themen wie Trauerbewältigung oder Spiritualität spielend anschneidet, ohne je aufgesetzt zu wirken. Für Fans von Geistergeschichten oder True Crime ein Muss! (auf DVD/BD)

24. Constantine (2005)

Es ist beeindruckend, wie mühelos „Constantine“ es auch noch heute mit moderneren Comic-Adaptionen aufnimmt. Die Geschichte um den coolen Antihelden mit der schwarzhumorigen Ader funktioniert einfach, begünstigt durch gut geschriebene Charaktere, das bewusste Weglassen unnötiger Störgeräusche und einem finalen Akt, der sich mit Weihwasser gewaschen hat. Eine neue Sichtung macht massiv Bock auf Teil 2! (auf Netflix) Info: Teil 2 von „Constantine“ mit Keane Reeves kommt

25. Lords of Chaos (2018)

Elitisten meiden diesen Film wie Satanisten den Gottesdienst, doch wer sich auf die Mischung aus Realität und Fiktion einlassen kann, erlebt mit „Lords of Chaos“ einen wahren Höllenritt. Der Film ist laut, blutig, irgendwie auch auf ganz seltsame Art lustig und doch am Ende der Messe bedrückend bitter. Wer sich ansatzweise für Black Metal interessiert und zudem einen starken Magen hat, sollte sein Nietenhalsband lockern und ein Auge riskieren. (als VOD & im Prime Channel „Bloody Movies“)

… von Cliff Lina

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(c) 2019 Studio Hamburg – „Lords of Chaos“

Titelbild: (c) Ahmed Adly / Pexels

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