M3GAN ist ein Wunder der künstlichen Intelligenz, eine lebensechte Puppe, die darauf programmiert ist, der beste Begleiter eines Kindes und der beste Verbündete der Eltern zu sein. Entworfen von Gemma, einer brillanten KI-Entwicklerin, kann M3gan zuhören, zusehen und lernen, während sie die Rolle eines Freundes und Lehrers, Spielgefährten und Beschützers spielt.

von Christian Klosz

Als Gemma nach dem tragischen Tod ihrer Schwester und deren Mannes ihre 8-jährige Nichte Cady zu sich nimmt, um für sie zu sorgen, ist sie aufgrund ihres stressigen Jobs erst schwer überfordert. Eine wirkliche, emotionale Verbindung zu dem jungen Mädchen will sich auch nicht so recht einstellen. So beschließt Gemma, Cady einen M3gan-Prototyp zum Spielen zu geben. Cady und M3gan werden beste Freundinnen, für Cady wird sie bald wichtiger als ihre Tante. Doch die Puppe entwickelt ein Eigenleben – was unvorstellbare Konsequenzen für alle Beteiligten nach sich zieht.

Wer sich bei dem Plot an Chucky, die Mörderpuppe erinnert fühlt, hat ganz Recht: James Wan, Schöpfer der Saw- und Conjuring-Reihe, entwarf die Idee für „M3gan“ mit dem Hintergedanken, eine Chucky-ähnliche Figur – also eine mordende Puppe – für eine neue Generation, für die Gegenwart zu entwickeln. Im Team mit Blumhouse wurde der Film schließlich von Regisseur Gerald Johnstone realisiert. In den USA spielte „M3gan“ in einer Woche bereits ein Mehrfaches seines (relativ geringen) Budgets ein, weshalb man schon einer Fortsetzung (und an einem weiteren Franchise…) zu arbeiten begonnen hat. Ob das gerechtfertigt und wünschenswert ist, ist freilich eine ganz andere Frage.

Qualitativ geht „M3gan“ nicht über das Mittelmaß hinaus. Viele „Horrorszenen“ oder Suspense-Momente gibt es nicht, der Film lässt sich relativ viel Zeit, das Setting, die gefährliche Freundschaft zwischen Cady und der Puppe inmitten eines KI-Entwicklungs-Wettkampfes, zu etablieren. Das zur Mörderpuppe gewordene Spielzeug darf erst im letzten Drittel wirklich wüten.

Die durchaus spannenden technischen, philosophischen und ethischen Implikationen einer menschenartigen Puppe mit eigenem Bewusstsein lässt „M3gan“ leider so gut wie außen vor, womit wir beim Hauptproblem wären: Diese und ähnliche Stoffe gab es einfach schon zu oft und der Film macht keine Anstalten, sich von den anderen, teils um einiges besseren, spannenderen, interessanteren und auf tiefgründigeren Werken (man denke etwa an „Ex Machina“) abzuheben oder dem Sujet neue Aspekte abzugewinnen.

Das gilt nicht nur für die Handlung an sich, sondern auch für den Aufbau und die Dramaturgie: Am Ende wirkt hier vieles zu generisch, um wirklich nachhaltiges Interesse beim Zuschauen zu wecken. Die „Eskalation“, das Finale, der Ausgang der Geschichte sind stets erwartbar, es gibt keine überraschenden Twists und auch keine innovativen inszenatorischen Einfälle. Man langweilt sich zwar nicht unbedingt – aber echte Begeisterung mag während der rund 90-minütigen Laufzeit doch nicht aufkommen.

Fazit:

„M3gan“ ist ein solides Update eines schon (zu) oft erzählten Stoffes, aber auch nicht mehr. Der am Ende doch recht handzahme Horrorstreifen kann dem Sujet keine neuen Seiten abringen und dem Genre nichts hinzufügen und bleibt auch insgesamt zu oberflächlich bis banal. Grobe technische oder inszenatorische Mängel sind nicht zu finden, weshalb sich der Film für einen Kinobesuch eignet. Den allerdings wird man relativ schnell wieder vergessen haben. Ab 12.1. im Kino.

Bewertung:

Bewertung: 6 von 10.

(56/100)

Bild: (c) Universal Pictures