15. „Ein gutes Jahr“ – Ridley Scott, 2006

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Ein sehr ungewöhnlicher Scott-Film, der neben seinen pompösen SciFi-Großtaten und seinen Hisorien-Epen etwas unterging, und in deren Schatten ein eher unscheinbares Dasein fristet.

„Ein gute Jahr“ schildert, sehr unterhaltsam, mit wunderbaren Bildern, und visuell eindrucksvoll, eine Geschichte einer „Bekehrung“: Russel Crowe gibt den zynischen Londoner Börse-Hai, dessen geliebter Onkel, der in der Provence ein Wein-Anwesen besitzt, verstirbt. Erst widerwillig willigt Max Skinner (Crowe) ein, das Anwesen zu besuchen, einzig und allein mit der Absicht, es so schnell wie möglich zu Geld machen zu können. Doch es kommt anders, und er findet wieder Gefallen an jenem Ort, an dem er seine Sommer in der Kinheit verbrachte – und verliebt sich (erneut) in die französische Landschaft; und nicht nur in die…

„Ein gute Jahr“ ist ein leichter, humorvoller, sehr unterhaltsamer Film, der vor Allem ungewöhnlich in Scotts Filmografie ist. Er setzte hier seiner Wahlheimat ein filmisches Denkmal, und dem durchwegs überzeugenden Schauspieler-Ensemble steht die Freude an der Sache ins Gesicht geschrieben. Hervorragend gelungenes Feel-Good-Movie.

14. „The Beach“ – Danny Boyle, 2000

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Unverständlich, dass dieser Film beim Release regelrecht verrissen wurde. Die Kritik bezog sich auf die Umsetzung, ebenso wie auf das Casting von Leonardo Di Caprio in der Hauptrolle, der vorher vor Allem als „Jack“ in James Camerons „Titanic“ Frauenherzen höcher schlagen ließ, und eine Weile brauchte, dieses Image abzulegen. Da passte dieser clevere Thriller nicht wirklich hinein.

In gewisser Weise leitete „The Beach“ aber auch die „wirkliche“ Karriere De Caprios ein, in den folgenden Jahren bewies er, durch sowohl kluge Rollenauswahl als auch durchwegs überzeugende Schauspielleistungen, dass er einer der besten Darsteller seiner Generation ist. Und senen Platz im „Hollywood-Olymp“ durchaus verdient hat. „The Beach“ ist in gewisser Weise ein erser Schritt, den er tätigte, um in seinem ernsthaften Bestreben, ein „ernsthafter Schauspieler“ zu sein, ernst genommen zu werden. Der Film an sich ist eine kluge Parabel auf das moderne Leben, der die Idee von Exotismus und Eskapismus durchaus philosophisch beleuchtet, und darüber hinaus mit wunderschönen Bildern und einem gelungenen Soundtrack aufwarten kann. Sehenswert.

13. „Breaking and Entering“ – Anthony Minghella, 2006

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Anthony Minghella schuf mit „Der englische Patient“ einen wirklichen Klassiker, und mit „Der talentierte Mr. Ripley“ und „Unterwegs nach Cold Mountain“ zwei weitere, sehr gelungene und sehenswerte Filme.

Sein letzter Film, bevor er, viel zu früh, an Krebs sterben musste, war also „Breaking and Entering“, ein durchwegs gut besetztes Immigrations-Drama, das von der Kritik eher abgelehnt wurde. Warum, ist nicht wirklich ersichtlich: An sich handelt es sich um einen sehr ansehnlichen, gut inszenierten Film, in dem es Minghella, wie in seinen anderen Filmen, sehr gut gelingt, die Lebenswelten der Protagonisten anschaulich darzustellen. Zudem ist er durchaus mit guten Schauspielern ausgestattet. Es mag sein, dass die Story etwas zu wenig stringent ist, und zu viele Themen anreißt. Dennoch handelt es sich um einen sehenswerten, und eindeutig unterschätzen Film der 2000-er, der zu Unrecht vergessen und ignoriert wurde.

12. „A scanner darkly“ – Richard Linklater, 2006

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Linklater ist beileibe kein Unbekannter: Der Schöpfer der „Before…“-Trilogie ist ein Meister des Populärkinos mit Anspruch, der immer wieder innovative und interessante Zugänge des Filme-Machens erprobt. „A Scanner Darkly“ beeindruckt vor Allem durch seine visuelle Umsetzung: Zuerst mit „normalen“ Schauspielern und Kameras gedreht, wurde er durch eine spezielle Bearbeitungstechnik („Rotoskopie“) in einen „Comic“ umgewandelt.

Der Film basiert auf einer Geschichte vom SciFi-Innovator Philip K. Dick (wie viele Filme davor, z.B. auch „Blade Runner“), und handelt im Kern von einer Gesellschaft in der nicht fernen Zukunft, in der der totale Überwachung Realität geworden ist. Die „einfachen Bürger“ fristen ein tristes Dasein, das nur durch permanenten Drogenkonsum erträglich bleibt.
Bob Arctor (Keanu Reeves) arbeitet als Geheim-Agent, der als verdeckter Drogenfahnder selbst abhängig von „Substanz T“ wird, und der schließlich nach sich selbst (seiner realen Person, nicht der verdeckt ermittelnden Agenten-Identität) suchen muss; ein sehr düsterer Thriller, der ein trostloses Bild einer Zukunft zeichnet, die so unrealitisch gar nicht erscheint. Sehenswert und kreativ in der Umsetzung, und keine „leichte Kost“.

11. „Evolution“ – Ivan Reitman, 2001

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Ivan Reitman, der in Europa geborene kanadische Filmemacher, filmte in den 1980-ern einen Klassiker wie „Ghostbusters“, und einige nette, warhmherzige Komödien wie „Dave“, „Twins“ und „Sechs Tage, Sieben Nächte“. Auch war er an der Produktion einiger andere, überzeugender Filme beteiligt („Up in the Air“ seines Sohns Jason Reitman, „Hitchcock“ ua.), und gerade vor 2 Jahren veröffentlichte er mit „Draft Day“ einen wirklich gut gemachten, clveren Sportfilm.

„Evolution“ ist nun ein sehr ungewöhnlicher Film, da er Elemente von „Science Fiction“ mit denen einer Komödie verbindet. So ergibt sich eine interessante Mischung, die einerseits unterhält, aber auch durch elaborierte technische Effekte zu überzeugen weiß.
Reitman selbst meinte einst, er machte den Film nur unter der Bedingung, ihn unter „seinen Bedingungen“ drehen zu dürfen, das hieß, Komödien-Elemente einfügen zu dürfen – und ihn so zu „seinem“ Film zu machen. Jedenfalls ein sehr unterhaltsames Filmereignis, das vielleicht ob des unüblichen Zugangs etwas unterging, und zu Unrecht in der Versenkung verschwand.

Teil 2: ->->  15 unterschätzte Filme des 21. Jahrhunderts/ 15 underrated movies of the 21st century: Teil 2/ part 2

Teil 3: ->-> 15 unterschätzte Filme des 21. Jahrhunderts/ 15 most underrated movies of the 21st century: Teil 3

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