Neben Teil 3 von „Ich, einfach unverbesserlich“, „Boss Baby“ und dem wunderbaren „Coco“ war „Ferdinand“ der wohl prominenteste Animations-Neustart im vergangenen Jahr. Die Blue-Sky-Animationsstudios, die schon für Hits wie „Ice Age“ oder „Rio“ verantwortlich zeichneten, verfilmten unter der Regie von Carlos Saldanha die Kurzgeschichte um einen „sensiblen“ Stier, der so gar nicht dem Prototyp des brutalen, gewalttätigen Bullen entsprechen will. Im Original konnte gar Wrestling-Star John Cena für die Stimme von Ferdinand gewonnen werden, der seinen Teil dazu beiträgt, dass aus „Ferdinand“ eine solide unterhaltsame Animationskomödie geworden ist.

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Ferdinand wächst in Spanien auf einer Bullenfarm auf, wo Kampfstiere gezüchtet werden. Schon früh gilt der sensible „Ferdi“ als „verhaltensauffällig“; während sich seiner Altersgenossen balgen und erste Stierkämpfe simulieren, von einer großen Karriere in der Stierkampfarena in Madrid träumen, begeistert er sich vor Allem für – Blumen.

Seine unbeschwerte Stier-Kindheit hat ein jähes Ende, als sein Vater von einem Stierkämpfer ausgewählt wird, und mitgenommen – und nicht mehr nach Hause zurückkehrt. Ferdinand ist plötzlich auf sich alleine gestellt, und entflieht der Farm, bis er von einem Farmer und dessen Tochter aufgenommen wird. Er wächst als „Hausstier“ auf, bis er eines Tages von der Polizei eingefangen wird, weil er zu recht stattlicher Größe ausgewachsen ist, und sich kaum noch „problemlos“ in der Öffentlichkeit bewegen kann. Schlussendlich landet er wieder im Stall desselben Stierzüchters, aus dem er vor vielen Jahren geflohen war. Und er muss erneut um seinen Platz kämpfen…

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Eines vorweg: „Ferdinand“ erreicht zu keiner Zeit die Qualität von Disney/Pixar-Meisterwerken wie „Oben“, „Alles steht Kopf“ oder „Zoomania“. Ein schlechter Film ist er aber trotzdem nicht. Die Story ist im Großen und Ganzen solide, die Bilder sind liebevoll animiert, und John Cena macht (im englischen Original) seine Sache als Synchron-Stier überraschend gut.

Im Kern der Geschichte geht es ums Erwachsen-Werden, Ferdinand muss seinen Platz in der Welt, und unter seinen Artgenossen finden, und einen Weg finden, sein „Anders-Sein“ auszudrücken, und akzeptiert zu werden, obwohl er nicht „wie alle anderen“ ist. Er will sich nicht dem Druck der Gruppe beugen, er will kein Kampfstier sein, für den es heißt: Töten, oder getötet werden.

Wie die meisten (Kinder-)Animationsfilme kann auch „Ferdinand“ mit einem Happy-End aufwarten, das sich dennoch nicht allzu sehr in Klischees verliert. Für Kinder und „junggebliebene“ Erwachsene bietet der Animationsfilm jedenfalls eineinhalb Stunden guter Unterhaltung, Spaß und Freude. Blue Sky beweist, dass nicht nur Disney ansehnliche und unterhaltsame Trickfilme produzieren kann.  Bewertung: 7 von 10

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