Der Film hat einen echten Run: Gerade eben mit 4 Golden Globes prämiert, erfolgte nun der von Kritikern und Publikum bejubelte Kinostart in Europa. Über Martin McDonaghs schwarze Komödie will niemand ein schlechtes Wort verlieren, ein echter Überraschungshit also.

Der schräge Film mausert sich damit immer mehr zum Geheimfavorit bei den Oscars. Trotz „nur“ 7 Nominierungen (gegenüber 13 bei „The Shape of Water“) wird man wohl sicher einige Preise mitnehmen, Frances McDormand und Sam Rockwell sind heiße Kandidaten, vielleicht gelingt sogar der ganz große Coup, und „Three Billboards…“ heimst die Trophäe als „Bester Film“ ein. Die Chancen stehen derzeit nicht schlecht.

INHALT:

THREE BILLBOARDS OUTSIDE EBBING, MISSOURI ist ein schwarzhumoriges Drama von Regisseur Martin McDonagh (Oscar® für den Besten Kurzfilm, Oscar®-Nominierung für das Drehbuch von „Brügge sehen… und sterben?“). Nachdem Monate vergangen sind, ohne dass der Mörder ihrer Tochter ermittelt wurde, unternimmt Mildred Hayes (Oscar®-Preisträgerin Frances McDormand, „Fargo“) eine Aufsehen erregende Aktion. Sie bemalt drei Plakatwände an der Stadteinfahrt mit provozierenden Sprüchen, die an den städtischen Polizeichef, den ehrenwerten William Willoughby (Woody Harrelson, Oscar®-Nominierungen für „Larry Flynt“ und „The Messenger“), adressiert sind,
um ihn zu zwingen, sich um den Fall zu kümmern.

Als sich der stellvertretende Officer Dixon (Sam Rockwell), ein Muttersöhnchen mit Hang zur Gewalt, einmischt, verschärft sich der Konflikt zwischen Mildred und den Ordnungshütern des verschlafenen Städtchens nur noch weiter.

In „Three Billboards…“ , Martin McDonaghs Trip in die Welt amerikanischer Kleinstädte, kommt es zu einem letzten Gefecht, als eine Mutter durch den unaufgeklärten Mord an ihrer Tochter zum Äußersten getrieben wird.

text: 20th century fox

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PRESSESTIMMEN:

McDonaghs Drehbuch ist ein Feuerwerk politischer Gags und scharfer Monologe. „Three Billboards“ ist bitterkomisch, aber manchmal geht einem auch das Herz auf, weil McDonagh eine Chance auf Erlösung sieht.“
Süddeutsche Zeitung

„Hier stimmt alles. […] Da wird Kino zu Kunst, gleichermaßen klug und unterhaltsam.“
Stuttgarter Zeitung

„Bitter, klug, toll gespielt“
taz – die tageszeitung

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KRITIK:

„Three Billboards outside Ebbing, Missouri“, der Film mit dem sperrigen, komplizierten Titel, war der große Abräumer bei den „Golden Globes“ – und das nicht unüberraschend: Bester Film, Bestes Drehbuch, dazu zwei Darstellerpreise, Regisseur McDonagh konnte vollauf zufrieden sein. Rechtfertigt der Film nun seinen momentanen „Hype“, das Prädikat „Film des Jahres“?

Im Kern ist „Three Billboards“ eine Provinz-Groteske, eine schräge Satire voll schwarzem Humor, die aber durchaus auch ernste, „emotionale“ Szenen enthält, ebenso wie brutale Sequenzen voller Blut und Gewalt; ein wilder Genre-Mix also, der sicher nicht jedermanns Sache ist, nicht sein kann – und auch gar nicht sein will.

McDonagh schickt seinen Ensemble-Cast (allen voran: Frances McDormand, Sam Rockwell und Woody Harrelson) durch eine Tour de Force voller Wut, Hass, Rache, kleiner und großer Tragödien, in denen aber auch der (schwarze) Humor nicht zu kurz kommt. Alle Charaktere des Films sind auf die eine oder andere Weise, durch eine persönliche Geschichte, Liebe, Hass oder (und vor Allem) Schuld miteinander verbunden, und handeln am Ende nicht immer so, wie man es von ihnen erwarten würde: Mildred Hayes (McDormand), deren Tochter vor Monaten vergewaltigt und getötet wurde, wobei der Täter noch immer nicht gefasst wurde, fügt sich nicht ihrem Schicksal, sondern mietet three billboards outside Ebbing (daher der Titel), um die (ihrer Meinung nach) faule und untätige Polizei auf ihre (nicht getane) Arbeit hinzuweisen. Sheriff Willoughby (Harrelson) widmet sich wieder dem Fall, ohne ihn abzuschließen, und um schließlich Selbstmord zu begehen, aber nicht wegen der Billboards, sondern weil er Krebs hat. Und der (tendenziell rassistische) Officer Dixon, ein intellektuell eher minder bemittelter Zeitgenosse, der aus Rache schonmal unbescholtene Bürger aus dem Fenster wirft, ist am Ende so etwas wie der (ungekrönte) Held des Films.

Wenn man dem Film etwas vorwerfen möchte, ist es die teils (zu) nihilistische Grundhaltung, die viele der Figuren, und auch den Film als Ganzes, auszeichnet. Eine „Moral der Geschichte“ gibt es nicht, keine „Erlösung“, am Ende sind die Bösen die Guten oder die Guten die Bösen. Das kann man für britischen Humor halten, für geschmacklos – oder für Zynismus.

„Geschmackssache“ ist in „Three Billboards“ überhaupt vieles: Die einen werden den Film wohl lieben, andere eher wenig damit anfangen können. Ein „schlechter Film“ ist er deshalb aber nicht, eher ein sehr „spezieller“, der sich durch eigensinnigen Humor, schräge Figuren und ein unkonventionelles Drehbuch auszeichnet.

Der Golden-Globe als „Bestes Drama“ ist darum umso überraschender, da es in der Kategorie sicher „logischere“ Gewinner gegeben hätte („The Post“ von Steven Spielberg – gerade wegen der politischen Aktualität, oder „The Shape of Water“; abgesehen davon wäre „Three Billboards“ mindestens ebenso, wenn nicht eher als „Komödie“ durchgegangen wie „Get Out“). Die bisherige Award-Saison zeichnet sich überhaupt durch überraschende bis seltsame Nominierungspolitik aus: Kaum Nennungen weiblicher Regisseurinnen, obwohl dieses Jahr im Überangebot vorhanden (Petty Jenkins, Greta Gerwig oder Kathryn Bigelow), überhaupt keine Nominierungen für Bigelows großartigen Film „Detroit“, „Blade Runner 2049“, „mother!“ (oder „Wonder Woman“); wir werden sehen, womit die Academy bei der Bekanntgabe der Oscar-Nominierungen am 23.1. aufwarten wird. Mit Nominierungen für „Three Billboards outside Ebbing, Missouri“ wird wohl zu rechnen sein.

von Christian Klosz

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die weiteren Oscar-Anwärter: 1: „Call me by your Name“

2. „Lady Bird“

3. „Dunkirk“

 

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