In seinem dritten Beitrag gibt uns Cliff Brockerhoff Einblick in sein Kinoerlebnis bei „Nur Gott kann mich richten“ mit Moritz Bleibtreu, der seit 26.1 im Kino zu bewundern ist.

Autor: auf Instagram man_of_steelbook

auf letterboxd: https://letterboxd.com/manofsteelbook/


Frankfurter Ghetto. Deutscher Hip-Hop. Fäkalsprache. Hier fliegen nicht nur Worte, hier fliegen die Fäuste. Mittendrin Moritz Bleibtreu als Ricky. Ein krimineller Draufgänger, der gerade aus dem Knast entlassen wurde. Wie üblich in solchen Filmen führt eins zum anderen. Das nächste krumme Ding, und das geht schief. Eine in meinen Augen etwas zu konzipierte Verkettung von Ereignissen zieht plötzlich eine Menge Leute mit in die Sache, und die wird ziemlich schnell ziemlich hässlich. So hässlich, dass das Fräulein neben mir ein paar Mal mächtig gezuckt und die Hände vors Gesicht geschlagen hat. Nicht zwingend ein Maßstab, aber lustig.

_MG_9415_1400_5fac2e670d0e5c036cad15ad8a69da0a.jpeg

Wenn man sich erst mal mit den Rahmenbedingungen des Films abgefunden hat, und sich drauf einlässt, bekommt man mit „Nur Gott kann mich richten“ einen schonungslosen, teilweise brutalen, und ziemlich knackigen Actionfilm zu sehen, der tatsächlich 3, 4 oder sogar 5 Szenen dabei hat, die nachträglich im Gedächtnis bleiben.

Neben Bleibtreu hat man es hier mit eher unbekannteren (zumindest für mich) Gesichtern zu tun. Einzig Peter Simonischek (Toni Erdmann) oder Alexandra Maria Lara waren mir ein Begriff. Das Niveau des Casts ist dafür durchgehend gut bis sehr gut, gerade Bleibtreu hat sehr coole Szenen, die ich ihm so nicht zwingend zugetraut hätte. Chapeau!

_MG_8902_A4_81ebfc921731f44aec2fac469253630b.jpeg

Abzüge sind fast ausschließlich rein subjektiver Natur. Hip-Hop ist so gar nicht mein Fall, das Ghetto meide ich ebenso. Und auch die inflationäre Benutzung der Ausdrücke „Habibi“, „vallah“ und „Bruder ich schwör'“ hat mich ab und zu etwas genervt, vor allem wenn sie alle zusammen aufgetreten sind. Gebrüllt und wiederholt.

Ansonsten kann man dem Film nichts vorwerfen. Es ist natürlich nix tiefgründiges, und manche Ereignisse sind wie erwähnt schon etwas arg zufällig, aber das Gesamtbild gibt dem Film recht. Ich habe mich keine Minute gelangweilt, und hab mich manchmal sogar dabei erwischt, dass ich ziemlich angespannt war, und hastig in meine Nachos gegriffen habe.

Nur-Gott-Kann-Mich-Richten-620x315.png

weitere Beiträge des Autors: „The Tree of Life“ (2011) – Terrence Malick / Kritik

„Blade Runner 2049“ (2017) – Denis Villeneuve / Kritik

Advertisements