Asia Argento galt lange Zeit als Vorreiterin der metoo-Bewegung: Sie war eine der ersten, die übergriffiges Verhalten in der Filmbranche thematisierte. Vor einigen Wochen wurde publik, dass sich die italienische Schauspielerin selbst dem Vorwurf sexuellen Missbrauchs ausgesetzt sah: Sie zahlte dem damals minderjährigen Jimmy Bennett 2013 330.000 € „Schweigegeld“, um seine Vorwürfe zum Verstummen zu bringen.

Bennett, nun 22, bestand auf seiner Version, während Argento bisher stets bestritt. Bis kürzlich: In einem neuen Interview gestand die Aktrice erstmals, doch Sex mit Bennett gehabt zu haben – was sie bisher von sich gewiesen hatte.

Was war bisher geschehen?

Die „New York Times“ hatte im August berichtet, Argento habe Bennett 2013 in einem  Hotel missbraucht, als er 17 und sie 37 Jahre alt war. Das gehe aus vorliegenden Dokumenten hervor. Nach dem Vorfall habe sich Argento mit Bennett auf die Zahlung von 330.000 Euro geeinigt. Argento bestätigte in der Folge zwar, das Geld an Bennett bezahlt zu haben, bestritt aber zugleich jegliche „sexuelle Beziehung“ zu dem 20 Jahre jüngeren Schauspieler.

In einem neuen TV-Interview mit einem italienischen Sender räumte Argento nun ein, der „New York Times“ in einer ersten Reaktion auf den Bericht etwas anderes erzählt zu haben. Tatsächlich habe es damals ein Treffen mit Bennett gegeben, um ihm bei den Vorbereitungen für eine Probe zu helfen. „Er ist dann regelrecht auf mich gesprungen“, sagt Argento nun, und sie sei „eingefroren“. Sie meint, ihr war damals nicht klar, dass Bennett erst 17 Jahre alt war (Sex mit Minderjährigen ist in den USA gesetzlich verboten).

Jimmy Bennett hatte vor einer Woche seine Vorwürfe gegen Argento bekräftigt. Bei einem anderen TV-Interview sagte er auf die Frage, ob er bei seiner Version bleibe, wonach Argento ihn sexuell missbraucht habe, „Ja, das stimmt.“ Er fügte hinzu: „Eine Frau kann schön und attraktiv sein und trotzdem einen Mann missbrauchen.“ Die Schauspielerin gleiche US-Filmproduzent Harvey Weinstein, dem mehrere Frauen sexuelle Gewalt vorgeworfen hatten. „Auch Asia hat ihre Macht missbraucht“, sagte Bennett.

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