Film plus Kritik - Online-Magazin für Film & Kino

Man kann ruhig behaupten, dass Charlie Kaufman die Kunst des Drehbuchschreibens revolutionierte: Nie davor und selten danach schafften es derart schräge Stoffe ins Mainstream-Hollywood-Kino, Filme wie „The Lobster“ wären ohne diese Vorarbeit schwer denkbar.

Den Durchbruch schaffte Kaufman 1999 mit „Being John Malkovich“, dieser bizarren, surrealen Tragik-Komödie, in der Realität und Traumsequenzen virtuos verschmolzen werden, und die sich kaum mit davor Dagewesenem vergleichen lässt. Kaufman gelang zudem das seltene Kunststück, dass danach mehr über ihn und sein Drehbuch gesprochen wurde, als über ebenfalls (Regie-)Debütant Spike Jonze – inzwischen auch kein Unbekannter. Es folgten nicht minder sehenswerte Werke wie der geniale und höchst unterhaltsame „Adaption“ (zudem eine der letzten, großen Rollen von Nicolas Cage), „Vergiss mein nicht“ („Eternal Sunshine of a Spotless Mind“) inklusive dem längst verdienten Drehbuch-Oscar, das Regie-Debüt mit „Synecdoche, New York“ oder zuletzt, 2015, „Anomalisa“.

Kaufman-Filme entziehen sich gängigen Kategorisierungen, eine Kaufman-Geschichte ist aber vom ersten Moment an…

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