Film plus Kritik - Online-Magazin für Film, Kino & TV

PRO:

Wer sich schon einmal mit der Person Lars von Trier, und/oder einem seiner Filme auseinandergesetzt hat, weiß in etwa, worauf er sich einlässt. Der Mann weiß, wie man provoziert – nicht nur in seinen Filmen.

Gewährt der dänische Regisseur uns in „Melancholia“ einen authentischen Blick in die Seele einer depressiven Frau, seziert „Antichrist“ das Gefühlsleben eines Paares, das gerade seinen Sohn verloren hat.

Abgesehen von einer außergewöhnlichen Eröffnung, die komplett ohne Farbe auskommt und den Liebesakt der zwei namenlosen Akteure in gedrosselter Geschwindigkeit zeigt, startet die Handlung erstaunlich linear, sodass der Film zu Anfang fast schon „normal“ wirkt. Es wird aber relativ schnell ersichtlich, dass dieser Eindruck täuscht.

Unterteilt in vier Akte kreiert Von Trier mit einer Mixtur aus anmutigen Naturaufnahmen, surrealen Traumsequenzen und drastischen Bildern einen Film, der einen in seinen Bann zieht. Der Verzicht auf Filmmusik und die überragende Leistung der beiden Protagonisten erzeugen eine wahnsinnig dichte Atmosphäre…

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