Als 2013 der erste Teil von „Die Unfassbaren“ in die Kinos kommt, ist die Freude groß. Das Konzept ist nicht grundlegend neu, aber frisch und modern. „Ocean’s Eleven“ trifft auf Robin Hood und wählt als Handwerkszeug die Illusion. Das Publikum hat seine Freude und das Studio seinen Erfolg. 2016 gibt es die Fortsetzung, doch kann „Die Unfassbaren 2“ nicht nahtlos an den Erfolg des ersten Teils anknüpfen. Dies zeigt sich ein wenig in den Umsätzen, vor allem aber in der Bewertung. Neun Jahre sind seither vergangen und nun gibt es mit „Die Unfassbaren 3 – Now you see me“ doch einen Teil der Reihe. Was kann der Film?

Kritik von Richard Potrykus

Dieses Mal geht es gegen Veronika Vanderberg (Rosamund Pike), Vorsitzende und Eigentümerin eines Unternehmens, das Diamanten einerseits fördert, andererseits diese edlen Klunker einsetzt, um afrikanischen Warlords Geldwäsche zu ermöglichen. Ihr soll eins ausgewischt werden. Dabei stehen den vier Reiten eine neue Generation trickreicher Dieb*innen zur Seite. Charlie (Justice Smith), Bosco (Dominic Sessa) und June (Ariana Greenblatt) kommen ins Team und stellen ihre Fähigkeiten unter Beweis.

„Die Unfassbaren 3“ (2025) ist etwas zu lang – aber kurzweilig

Trotz einer Laufzeit von 112 Minuten („Die Unfassbaren 3“ ist ein wenig zu lang, doch dazu später mehr) ist das Abenteuer auch dieses Mal wieder gekonnt kurzweilig und bietet allerlei Schauwerte. Daran mehr als beteiligt, Kameramann George Richmond, der die einzelnen Tricks gekonnt in Szene setzt. Überhaupt schafft es der Film gut, die Idee der Illusion auf das filmische Bild zu übertragen. Richmond hält die Kamera immer in Bewegung und erzeugt so die Dynamiken, die auch bei einer Bühnenperformance entstehen würden. Fokus auf das Eine, Ablenkung von etwas anderem und immer dabei, eine kleine oder größere Geschichte, die es zu erzählen gilt. Richmond arbeitet dabei vor allem mit langen Einstellungen, um die Bewegungen so flüssig wie möglich zu halten. Wer derlei mag, kommt in „Die Unfassbaren 3“ auf jeden Fall auf seine bzw. ihre Kosten.

Ein besonderes Element bildet dabei eine Sequenz, die in einem französischen Chateau spielt. Sie beginnt damit, dass die verschlossene Eingangstür nicht etwa geknackt, sondern entschlüsselt werden muss, um in das Haus zu gelangen. Dies einmal geschafft, öffnet sich auf diese Weise nicht nur das Gebäude, sondern eine ganz eigene Welt, und schließlich passieren allerhand Dinge, die sich als eine große Hommage an das zauberhafte Handwerk der Illusionsmagie an sich verstehen lassen und wirklich einen Genuss bedeuten.

die unfassbaren 3 2025

Der Einsatz von CGI wird hier gezielt reduziert und vorrangig so eingesetzt, dass die praktischen Effekte, also die eigentlichen Illusionen, stärker in den Vordergrund rücken. Insgesamt fühlt sich „Die Unfassbaren 3“ an wie eine lange Episode einer kultigen TV-Serie, was hier durchaus als Kompliment zu verstehen ist.

Die politische Botschaft bleibt unglaubwürdig

Leider versucht sich der Film auch in einer tieferen Aussage und fügt sich selbst so eine Ebene hinzu, der er nicht gerecht wird. Insgesamt haben vier Autor*innen am Drehbuch mitgeschrieben und irgendeine Person muss mit politischen Ideen an das Schreiben herangetreten sein, die es dann aber nur in Wortfetzen in den fertigen Film geschafft haben.

Dies zeigt sich nicht zuletzt im Schauspiel von Rosamund Pike, die die Antagonistin mimt. Sie spielt ihre Rolle mehr als überzeugend und es ist durchaus denkbar, dass sie davon ausgegangen ist, für eine andere Art Film gecastet worden zu sein, als das Ergebnis den Anschein hat.

Gleich zu Beginn von „Die Unfassbaren 3“ heißt es, dass man die Magie in Zeiten von KI, Klimawandel und Krieg mehr denn je brauche. Dann ist einmal von Blutdiamanten die Rede und schließlich gibt es noch einen Moment von Umweltaktivismus. Der Film setzt so einen (Unter-)Ton, den er aber nicht konsequent verfolgt, denn plötzlich jetten die Figuren um den halben Globus, halten sich mal hier mal dort auf und gibt es eine Actionsequenz mit einem Rennwagen.

Es ist schade, dass diese Ansätze zwar geäußert, aber nicht genutzt werden, denn so bläht sich der Film nur unnötig auf – man hätte hier wertvolle Minuten Laufzeit einsparen können – und verlieren sich die Robin Hood-Aktionen in der Belanglosigkeit.

Fazit

„Die Unfassbaren 3“ präsentiert das interessante Phänomen, dass Filme wieder mehr Wert auf praktische Effekte setzen und CGI als Unterstützung statt als tragendes Element nutzen. Das ist erfrischend und immer besser als eine Pixelparade, die aufgrund des technischen Fortschritts schon im Moment der Nutzung angezählt ist. Vor allem wirken so die Illusionen authentischer, wie auch Illusionen auf der Bühne authentisch wirken. Wäre der Illusionist auf der Bühne ein echter Zauberer, wäre das Erlebnis nur halb so spannend, da das Publikum weiß, dass der Zauberer zur Magie fähig ist. Bei der Illusion indes weiß das Publikum, dass es hinter das Licht geführt wird, doch sieht es den Trick nicht. Dieses Erlebnis kann nur über praktische Effekte erzielt werden und es sind genau die Momente, in denen der Film stark ist.

Bewertung

Bewertung: 7 von 10.

(71/100)

„Die Unfassbaren 3“ – seit 13.11.2025 im Kino. (Stand: 16.11.2025)

„Die Unfassbaren 3“ (2025) – Trailer

Bilder: (c) Leonine