„NWR“ (Nicolas Winding Refn), der selbsternannte dänische „Skandalregisseur“, hat in dem letzten Jahren ein breiteres Publikum auf sich aufmerksam gemacht, durch Publikumshits wie „Drive“ oder „Only God Forgives“. „Valhalla Rising“, ein düsteres Siedlerepos in stimmigen Farben, entstand davor, beindruckt aber dennoch, und zeigt das außergewöhnliche Talent des Regisseurs.

Bei „Valhalla Rising“ ist Refns Zugang „Style over Story“ schon erkennbar (wenn auch nicht so zugespitzt wie z.B in „Only God Forgives“). Hintergrund dieses „Gewaltkinos“ bietet die Besiedelungsgeschichte Amerikas. Im Zentrum des Films steht „One Eye“ (Mads Mikkelsen) als wortloser Führer, Rächer, Teufel, Gott. Es dröhnt, verfärbte atmosphärische Bild-Ton-Kompositionen sorgen für (Alptraum-)Stimmung.

Gewalt, Gewalt, Gewalt: Valhalla Rising ist voller Gewalt; Abschlachtungen, herausgerissene Därme, eingeschlagene Schädel – es geht auch um Männlichkeit in diesem Film. Unterteilt ist die Handlung in 6 Kapitel: Über den ersten Kontakt mit dem Gottlosen, über die Reise ins gelobte Land, bis zu aufgepfählten Köpfen: Am Ende sitzen die Überlebenden der Schlacht am Berg und niemand weiß ob man jetzt im Himmel, oder in der Hölle ist.

Refn untermauert mit diesem Film seinen Ruf als eigenständiger europäischer Autorenfilmer. (Nicht umsonst wurde er wohl kürzlich im Zuge des angekündigten Verjüngungsprozesses in die Hollywood-Academy berufen). Sein Œuvre durchzieht ein roter Faden, wirklich schlechte Filme finden sich in seiner Filmografie nicht. Wer auf verstörendes, intensives Kino steht, ist bei Refn richtig. Wer nicht, der nicht.

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