Bei uns in den Kinos läuft seit einiger Zeit die Doku „Whitney – Can i be me?“, die sich mit dem tragischen Leben und Tod der ehemaligen Pop-Diva befasst. Der Film kommt wenige aufsehenerregend daher, bietet aber vor Allem zur Fans intime Einblicke in die Musikkarriere der Ausnahmekünstlerin, und einen Blick „hinter die Kulissen“.
Qualitativ erreicht der Film aber nie vergleichbare Musik-Dokus wie etwas das grandiose, Oscar-prämierte Meisterwerk „Amy“ von Asif Kapadia.

Warum? „Whitney“ ist etwas zu bieder, man hat den Eindruck, es sollte hier ein solider Film gemacht werden, der aber wenig Aufsehen erregt; nicht unbedingt ein Vorteil.
Wir sehen Verwandte, Freunde, ehemalige Mitarbeiter von Houston, die sowohl in älteren Aufnahmen, als auch in neuen Interviews zu Wort kommen. Houston wird als über alle Maßen talentierte Künstlerin beschrieben, die ihre von Gott gegebene Gabe nur anfangs angemessen pflegte; irgendwo war sie vom Weg abgekommen.

Als Schlüsselmoment wird ihre Heirat mit Skandalrapper Bobby Brown gezeichnet, durch den sie Zugang zu harten Drogen bekam, ohne die sie mit der Zeit nicht mehr leben konnte. Die beiden liebten sich, laut Film, zwar zweifelsohne, konnten aber nicht miteinander und auch nicht ohne einander. Diesem Strudel sollte Houston nicht mehr wirklich entkommen.

Der Film ist, wie gesagt, nicht schlecht. Er bietet einen guten Überblick über die wichtigsten Stationen in Whitneys Karriere, geht aber dabei oft zu wenig in die Tiefe. Man hat auch den Eindruck, etwas mehr „Effort“ hätte der sehr braven Produktion nicht geschadet. Eine Aneinanderreihung von (eher wenig spektakulären) Backstage-Aufnahmen und Interviews mit der ehemaligen Stylistin oder dem Bodyguard sind zwar für Hardcore-Fans interessant, wirklich zu fesseln vermag der Film aber nicht.

Schlussendlich portraitiert „Whitney -Can I be me?“ recht solide, aber etwas zu brav den Absturz einer der größten Stars der Popbusiness – ohne dabei wirklich neue Erkenntnisse oder Facetten des Dramas ans Tageslicht zu bringen. Empfohlen für wahre Fans, und Interessierte, die wissen wollen, was geschehen war. Der Film „Amy“ aus dem Jahr 2015 bietet aber einen besseren und hintergründigeren Einblick in das „tödliche“ Musikbusiness.   BEWERTUNG: 6/10

489506

Advertisements