M. Night Shyamalan galt nach seinem Überraschungs-Hit „The Sixth Sense“ 1999 als Hoffnungsträger des Horror-Genres: Der junge Inder wurde gar mit Altmeister Hitchcock verglichen; nach den soliden „Unbreakable“ und „Signs“ kehrte aber etwas Ernüchterung, auch bei den Hardcore-Fans, ein. Mit „Split“, einem atmosphärischen und fordernden Psycho-Horror-Schocker gelang dem Regisseur heuer ein vielbeachtetes Comeback.

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Abgesehen von logischen Ungereimtheiten (die von Shyamalan im Film für seinen Protagonisten verwendete „Dissociative identity disorder“ existiert in der Realität in dieser Art nicht, ist also eher im Bereich „Fantasy“ einzuordnen), bietet der Film ausgezeichnete Grusel-Unterhaltung: Eine clevere Story, die „Übernatürliches“ mit rezenten Theorien aus der Psychologie verbindet, schafft es, den Zuseher bis zum Schluss zu fesseln. Hinzu kommt eine darstellerische Meisterleistung von James McAvoy in der Hauptrolle als Psychopath mit mehreren Persönlichkeiten

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Neben der interessanten Story ist auch die Regieleistung selbst hervorzuheben: Shyamalan schafft es, das Spannungslevel bis zum Schluss hoch zu halten, die Schock-Sequenzen sind gut choreografiert, und Shyamalan geizt nicht mit kreativen Einfällen.

Inwieweit der Film auch inhaltlich „tiefsinnig“ ist, ist durchaus diskussionswürdig. Wie bereits erwähnt ist die in dieser Art vorgenommene Schilderung einer psychischen Krankheit eher im Bereich „supernatural fantasy“ anzusiedeln. Da dies aber vor Allem der Entwicklung des Plots dient, es nicht behauptet wird, hier „filmischen Realismus“ zu verfolgen, (und das Faible des Regisseurs für „Übernatürliches“ bekannt ist), ist das schon Okay.

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Wer also auf fesselndes Psycho-Horror-Entertainment steht, ist hier genau richtig. Man kann gespannt sein, was Shyamalan 2019 nachlegen wird: Es soll bereits eine Art „Sequel“ zu „Split“ mit dem Titel „Glass“ in Arbeit sein, der Inhalte vom neuesten Machwerk mit denen von „Unbreakable“ in Verbindung bringen soll. BEWERTUNG: 7/10