Für die Kategorie „Bester Film“ ist „Darkest Hour“ wohl eher unter „ferner liefen“ zu verbuchen – nicht wegen mangelnder Qualität, sondern wegen geringerer Attraktivität. Das Historien-Epos, die One-Man-Show von Gary Oldman, ist vielmehr in einer anderen Kategorie interessant: In der der besten Hauptdarsteller. Denn da gilt Oldman, der Winston Churchill verkörpert, wirklich als Favorit, vor Allem auch, seitdem er den Golden Globe in derselben Kategorie gewonnen hat.

 

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Seine Darstellung des ehemaligen britischen Premier-Ministers Winston Churchill als schrulliger, eigensinniger und starrsinniger Charakter, der sich als einziger dem Wahnsinn Hitlers entgegenstellte, zählt tatsächlich zu den besten Leistungen im vergangenen Filmjahr, eine Prämierung wäre also durchaus verdient.

INHALT:

Frühjahr 1940: In Europa tobt der zweite Weltkrieg, der britische Premier Neville Chamberlain verliert des Vertrauen des Parlaments, ein Wechsel an der Spitze des Staates wird notwendig. Der Wunschkandidat der Konservativen, Halifax, ziert sich, und so muss der alte „Haudegen“ Churchill als Bauernopfer herhalten. Er ist an sich nur als Übergangslösung vorgesehen, aber die einzige Option, da nur er die Unterstützung der anderen Parteien hat.

Churchill nimmt den Posten bereitwillig an, sieht sich aber vom ersten Tag an rigider Opposition gegenüber – vor Allem in der eigenen Partei. Seine Berater drängen ihn dazu, sich auf „Friedensverhandlungen“ mit Hitler einzustellen, und den Krieg für verloren zu erklären. Doch dem Sturkopf Churchill ist nur die Idee, mit „dem Kind“ Hitler, wie er es nennt, am Verhandlungstisch zu sitzen, zuwider. Er plädiert für Widerstand, einen Kampf bis zum Tod, der nur „Schweiß, Tränen“ bietet, bis zum Äußersten. Nach langem Hin- und Her setzt er sich schlussendlich, auch mit Unterstützung des Königs, durch. Und die Geschichte wird ihm und seiner Prinzipientreue recht geben.

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Gary Oldman („Dracula“, „The Dark Knight“) ist, stark übergewichtig und mit Zigarre im Mund, wahrlich kaum wieder zu erkennen. Seine beeindruckende One-Man-Show wurde von Regisseur Joe Wright ordentlich in Szene gesetzt, er liefert ein spannendes Geschichts-Drama und das Portrait eines beeindruckenden Mannes, der als einziger in einer aussichtslosen Lage Hitler die Stirn bot.

 

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