Hassgrüße aus Moskau

Die Prämisse des Plots von „Red Sparrow“ klang ja noch vielversprechend: Jennifer Lawrence als russische Geheim-Agentin, die doppeltes (oder dreifaches) Spiel spielt – interessant vor Allem vor dem Hintergrund der momentanen Ermittlungen in dem „russia thing“ (Zitat Donald Trump). Genau das scheint aber zugleich das große Problem des Films zu sein: Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, der Film wurde vor Allem deswegen gemacht und finanziert, weil im Moment eben breites öffentliches Interesse für das Thema da ist. Die Qualität des Films selbst lässt nämlich ordentlich zu wünschen übrig.

Der Anfang des Films, an sich die ersten zwei Drittel, sind noch halbwegs in Ordnung. Dann aber verliert sich „Red Sparrow“ immer mehr im abstrusen Plot-Wendungen, die nicht nur konstruiert wirken, sondern vor Allem schwer nachvollziehbar sind.

Jennifer Lawrence macht ihre Sache nicht übel, ihren starren, schwer zu deutenden Gesichtsausdruck kennt man schon aus „Mother!“ – aber auch sie kann nichts am Verfall der Story ändern. Schön anzusehende Bilder und das Spiel des Films mit dem Sujet „sexy russische Agentin“ mit einschlägigem Akzent ist dann doch etwas wenig.

Die Regie ist über weite Strecken solide, Francis Lawrence hat aber mit den „Hunger Games“-Filmen um einiges bessere Filme zu Buche stehen. Die übrigen Darsteller machen ihre Sache ordentlich, wirkliche Chemie zwischen den Akteuren, vor allem der Hauptdarstellerin und Joel Edgerton, mag aber nicht so recht aufkommen. Der Film wirkt zudem chaotisch, zerstreut, und verliert im letzten Drittel vollkommen den roten Faden.

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Fazit: „Red Sparrow“ ist ein etwas überambitionierter Film, der zu wenig aus seinem zweifelsohne vorhandenen Potential macht. Vor Allem krankt es am unlogischen Drehbuch, und man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, der Film nutzt in erster Linie das im Moment vorhandene, mediale und öffentliche Interesse an Themen wie „Russland“, „Spionage“, „Agenten“ und „Landesverrat“ aus, um daraus einen sehr mittelmäßigen Thriller zu konstruieren, der nur leidlich unterhält. Zudem fällt die zu lange Laufzeit (beinahe 2.5 Stunden!) negativ auf. In Summe: Zu wenig. Leider. Aus dem Stoff hätte sich durchaus ein ordentlicher Neo-Noir-Polit-Thriller basteln lassen.

Bewertung: 2 von 5 Sternen

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