Als der jahrelang inaktive Vulkan auf der Insel Isla Nublar, der Heimat des ehemaligen Jurassic Parks, Anzeichen der Aktivität und des drohendes Ausbruchs zeigt, ist die Existenz der letzten Dinosaurier auf der Erde stark bedroht. Während ein Teil der Menschheit dies als Lauf der Natur ansieht, plant eine andere Gruppe eine riesige Rettungsaktion in Form einer Umsiedlung der verbleibenden Spezies. Schnell finden sich Unterstützer für dieses Vorhaben, allen voran die ehemalige Parkmanagerin Claire Dearing (Bryce Dallas Howard) und ihr Weggefährte aus dem ersten Teil der „Jurassic World“ – Trilogie, Raptorenmentor und Sprücheklopfer Owen Grady (Chris Pratt). Läuft anfangs noch alles wie geplant, müssen die beiden jedoch schnell feststellen, dass diese Rettungsaktion womöglich gar nicht nur dem Wohle der Riesenechsen dienen soll.

„Jurassic World: Das gefallene Königreich“ ist der Nachfolger des vielumjubelten Vorgängers aus dem Jahre 2015 und feierte im Mai 2018 in Madrid seine Weltpremiere. Regie führte Juan Antonio Bayona, der zuletzt mit „Sieben Minuten nach Mitternacht“ für einen der herzzerreißendsten Filme dieses Jahrtausends sorgte und sich nun mit einem Monster-Budget von 260 Millionen US-Dollar an den fünften Teil des Franchises wagte. Der Film ist ab dem 07. Juni landesweit in den Kinos zu bestaunen.

Anders als sein direkter Vorgänger versucht das Werk von vorneherein eine Brücke zu den ursprünglichen Werken Steven Spielbergs zu schlagen und so die Traditionalisten zurück ins Boot zu holen, die sich nach Teil 3 abgewandt hatten. Glich „Jurassic World“ eher einer Neuinterpretation als einer Fortsetzung, setzt Bayona auf eine Mixtur aus altbekannten Stärken und neuen Elementen. Neue Gesichter und alteingesessene Charaktere bahnen sich den Weg durch eine Story, die einerseits nicht vorhersehbarer sein könnte, auf der anderen Seite aber weitestgehend zu unterhalten weiß.

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Zeitlich knüpft die Handlung zwar nicht unmittelbar an das Ende des Werkes von 2015 an, thematisch erfolgt aber ein zielstrebiger Einstieg in die Geschehnisse rund um die letzten lebenden Dinosaurier. Auf großartige Charaktereinführungen wird komplett verzichtet; der Zuschauer wird von der ersten Minute an mit farbenintensiver Action und bildgewaltigen CGI-Dinos konfrontiert. Auffällig ist hierbei vor allem der vermehrte Einsatz von Panorama-Aufnahmen, die die Insel gekonnt in Szene setzen und somit immer wieder für starke visuelle Momente sorgen. Und auch der Humor bietet durchaus charmante Pointen, die zwar überzeichnet werden, aber für einige Lacher sorgen können. Der Unterhaltungswert der ersten Stunde ist dementsprechend enorm hoch und täuscht zu diesem Zeitpunkt gekonnt über ausbaufähiges Storytelling und diverse Logiklücken hinweg. An einigen Punkten gleitet Bayona allerdings etwas zu sehr ins Melodramatische ab, was durchaus funktionieren kann, in diesem Falle aber tendenziell eher für Schmunzeln als für feuchte Augen sorgt.

Vollführt der Film in den ersten zwei Dritteln noch einen gekonnten Spagat zwischen kurzweiliger Action und flotten Sprüchen, verliert er gegen Ende hin aber nahezu komplett den roten Faden. Auch wenn sich der Cast rund um die bezaubernde Bryce Dallas Howard und dem kessen Chris Pratt, der mit seiner Darstellung an eine seichte Version seiner Star-Lord Verkörperung („Guardians of the Galaxy“) erinnert, bemüht, so sinken Qualität und Spannungsbogen in den letzten 30 Minuten leider in ungeahnte Tiefen. Die eh schon omnipräsenten Klischees dringen immer mehr in den Vordergrund und letztlich wirkt der Film so, als wenn er am Ende selber nicht wüsste wo er denn eigentlich hin möchte. Die fast 130 Minuten sind ambitioniert, letztlich aber deutlich zu lang für die schon eher schlichte Handlung, die es sich aber natürlich nicht nehmen lässt auf einen dritten Teil zu verweisen, dessen Szenario wiederum durchaus interessant wirkt.

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Fazit:

Alles in allem bietet „Jurassic World: Das gefallene Königreich“ also genau das, was von ihm erwartet wird. Anhänger des Franchise werden zufrieden sein, Fans tiefgründiger Stoffe dagegen ebenso enttäuscht den Kinosaal verlassen wie jene, die brutale Dinosaurierkämpfe erwarten. Der Film ist voll auf familienfreundliche Unterhaltung ausgelegt; Blut ist also Mangelware. Schade, vielleicht hätte genau dieses Blut als Gleitmittel fungieren können und so verhindert, dass der Film am Ende so knochentrocken wird, wie es eigentlich nur Saurierskelette sein sollten.

Bewertung:

7 von 10 Punkten

von Cliff Brockerhoff / Film plus Kritik

Bilderrechte: Universal Pictures

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