Kürzlich ging das TIFF – Toronto International Film Festival – welches bereits zum 43. Mal stattfand, zu Ende. Vom 6. bis 16. September waren insgesamt 342 Filme aus 83 Ländern zu sehen, unter denen sich auch einige Weltpremieren befanden.

So feierte unter anderem auch Peter Farrellys Film „Green Book“ am 11. September sein Debüt und erhielt den bedeutendsten Preis des Festivals, den Grolsch People’s Choice Award. Das Besondere an dem Festival: Hier darf das Publikum über die Preisträger bestimmen und nicht eine Jury. „Green Book“ galt im Vorhinein nicht als einer der Favoriten des kanadischen Festivals und ist deshalb mit Sicherheit einer der überraschendsten Gewinner des TIFF.

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Der Film basiert auf der wahren Geschichte des schwarzen Jazz-Pianisten Don Shirley sowie dessen italienisch-amerikanischem Chauffeur Tony Lip. In den 60er Jahren soll Tony, gespielt von Viggo Mortensen („Herr der Ringe“), den Musiker Don – Mahershala Ali („Moonlight“) – für eine Konzertreihe von New York durch die amerikanischen Südstaaten fahren.

Der darauffolgende zweimonatige Roadtrip ist infolgedessen von vielen Höhen und Tiefen bestimmt, bei dem der tiefliegende Rassismus Amerikas der 60er Jahre die Reise in großen Teilen bestimmt. So muss der Trip nach dem „Negro Motorist Green Book“, das die wenigen Unterkünfte und Restaurants aufführt, die auch schwarze Kunden bedienen, geplant werden. Im deutschsprachigen Raum soll der vielversprechende Film leider erst am 31. Jänner 2019 auf den Kinoleinwänden zu sehen sein.

Weitere bedeutende Preise gingen beispielsweise an „If Beale Street Could Talk“ von Barry Jenkins („Moonlight“), der den Grolsch People’s Choice Award first runner-up erhielt, und an Alfonso Cuaróns „Roma“, der bereits in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde.

Zum besten Dokumentarfilm wurde „Free Solo“ von E. Chai Vasarhelyi und Jimmy Chin gewählt, der von dem Extremkletterer Alex Honnold handelt. Des weiteren erhielten „This Changes Everything“ von Tom Donahue den zweiten Platz, gefolgt von John Chesters „The Biggest Little Farm“.

Allesamt Filme, auf die wir hierzulande gespannt sein dürfen.

von Elli Leeb