Das Filmjahr 2018 neigt sich seinem Ende zu, und auch dieses Jahr konnten Fans von Grusel und Gedärm das ein oder andere Mal den Gang ins Kino wagen. Immer mehr in den Fokus rücken dabei Remakes, Reboots und Revivals. Pennywise bezog ein weiteres Domizil in der Kanalisation, Michael Myers nimmt zu Halloween abermals die Jagd auf und auch Klassiker wie Dario Argentos „Suspiria“ erscheinen im neuen Glanz auf der Bildfläche. Wer all dem absolut nichts abgewinnen kann, dem seien die folgenden 5 Geheimtipps empfohlen.

von Cliff Brockerhoff

Under the skin (2013)

Scarlett Johansson, nackt. So oder so ähnlich würde die Beschreibung lauten, um das Interesse zu erregen, dem sich „Under the skin“ bisher so sträflich entzieht. Der 2013 erschienene Mix aus Horror und Science-Fiction begleitet besagte Schauspielerin als wortkargen Männerfang durch das verregnete Schottland.
Dabei entsteht ein einzigartiger Film, der die raue Natur des Landes mit fluoreszierenden Farben paart und mittels hypnotisierender Bilder eine skurrile Reise erzeugt, die der Zuschauer so schnell nicht wieder vergessen kann. Johansson agiert dabei als Dreh- und Angelpunkt, trägt somit die Last der Story alleine auf sich und beweist, dass sie deutlich mehr leisten kann als gut auszusehen. Ihre rar gesäten Dialoge werden durch einen herrlich gruseligen Soundtrack miteinander verbunden und runden das Gesamtbild ab.
Betörend, verstörend und nicht minder faszinierend: Das Werk des britischen Regisseurs Jonathan Glazer geht nicht nur unter die Haut, sondern brennt sich mit Nachdruck in die Hirnwindungen und regt zum Nachdenken an. Großartig!

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Horns (2013)

Wer es etwas geradliniger mag, dem sei der ebenfalls im Jahre 2013 erschienene „Horns“ empfohlen. Dieser erzählt die Geschichte von Ig Perrish, dem vorgeworfen wird seine Freundin vergewaltigt und ermordet zu haben. Verkörpert wird Ig dabei von keinem Geringeren als Harry Potter-Darsteller Daniel Radcliffe.
Der zweistündige Mix aus Horrorfilm und Liebesdrama entwickelt sich mit fortlaufender Spielzeit zu einem packenden Genremix, der neben einer fantastisch kreativen Optik auch gute schauspielerische Leistungen und vor allem eine kluge Story zu bieten hat, die sogar die eine oder andere Wendung parat hat und mit Hilfe von Rückblicken die wahren Geschehnisse rund um den Mord aufklärt.
Auch wenn die Handlung nicht komplett neu ist und auch gerne mal in die üblichen Klischees schlittert; „Horns“ hat aufgrund seiner Wandelbarkeit eine Menge zu bieten und eignet sich somit perfekt für einen zwanglosen Gruselabend auf der heimischen Couch.

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The night eats the world (2018)

Fans traditionellen Stoffes können sich währenddessen am französischen Zombiefilm „The night eats the world“ erfreuen, der sowohl altbekannte Stärken, als auch erfrischend neue Elemente in die Waagschale wirft und auf ganzer Linie punkten kann.
In deutlicher Anlehnung an den Neuzeit-Klassiker „28 Days later“ zeichnet auch dieses Werk ein dystopisches Szenario, bei dem ein einzelner Überlebender gegen die Zombieherde bestehen muss. Eindrucksvolle Aufnahmen der verlassenen Metropole Paris reihen sich an beengte Bilder des Gebäudekomplexes, in dem der Protagonist sein Dasein fristet. Als größtes Problem kristallisiert sich dabei nicht die Knappheit der Lebensmittel heraus, sondern die drohende Einsamkeit. Diese bekämpft Sam mit ganz eigenen Methoden, bis er beginnt sich die Frage zu stellen, ob dies auf Dauer funktionieren kann.
Zusammengefasst ergibt sich ein Film, der, mal leise mal laut, verschiedene Facetten bietet. Egal ob emotional oder brutal, beide Seiten wirken authentisch und ergeben einen kurzweiligen Horrorfilm der etwas anderen Art.

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When animals dream (2014)

Ebenfalls etwas spezieller, aber nicht weniger qualitativ kommt der skandinavische Vertreter „When animals dream“ daher. Der dänische Emporkömmling verdichtet klassische Horrorfilmelemente zu einer ungewöhnlichen Coming-of-Age-Geschichte der Teenagerin Marie, die immer häufiger auffällige Veränderungen an ihrem Körper feststellt.
Die natürlich nordische Melancholie unterstützt den düsteren Unterton des Filmes perfekt und zaubert eine bedrückende, aber nicht gänzliche hoffnungslose Stimmung in die Seelen der Betrachter. Irgendwo zwischen poetischem Märchen und zartem Bodyhorror überzeugt das Werk vor allem durch seine Optik und das angenehm ehrliche Schauspiel des Ensembles.
Fans bekannterer Stoffe wie „Raw“ oder „Thelma“ sollten bei der dänischen Produktion auf jeden Fall einen Blick riskieren und haben die Gelegenheit auf einen seichten Ausflug in das Genre, der insbesondere für Neueinsteiger perfekt geeignet ist.

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Irreversibel (2002)

Ebenjene Einsteiger sollten derweil einen möglichst großen Bogen um den letzten Film dieser Liste machen; „Irreversibel“ ist definitiv einer der härtesten und forderndsten Stoffe unserer Zeit. Nicht, weil literweise Blut fließt oder die Gliedmaßen ohne Atempause durch die Gegend fliegen; nein, einfach weil Gaspar Noé eine so brachiale Geschichte erzählt.
Zwei Szenen sind dabei besonders berüchtigt und brennen sich auch nach der Sichtung für immer in das Gedächtnis ein, soviel ist sicher. Zusätzlich dazu unterliegt das Werk weder einer linearen Erzählstruktur, noch einer sonderlich magenschonenden Inszenierung. Rotierende und verwackelte Bilder säumen den Weg und lassen das Gefühl eines Trips entstehen, der erst ganz am Schluss sein tristes Ende findet.
Selten lässt ein Film den Zuschauer nach der Sichtung so niedergeschmettert zurück, wie das französische Werk es im Stande zu leisten ist. Ein unbequemer Zwitter aus hypnotischer Bildermeditation und Provokation, die einem Schlag in die Magengrube gleicht und zugleich doch eines ist: Große Kunst.

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Teil 1 & Teil 2 der Liste

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