An sich sollte es nur eine kleine Posse am Rande sein: Nach seinem Drittrundensieg bei den French Open in Paris wurde Österreichs Tennis-Star Dominic Thiem unsanft von seiner Pressekonferenz vertrieben. Diva Serena Williams, die ihr Match eben verloren hatte, wartete vor dem PK-Saal, Thiem sollte den Raum wechseln, damit Williams möglichst große Aufmerksamkeit hätte. Entnervt brach Thiem seine Pressekonferenz ab und verließ schließlich das gesamte Presseareal. Er monierte die schlechte Organisation, hinterfragte Serena Williams Verhalten und meinte, dass man so einfach nicht mit Spielern umgehen könne.

von Christian Klosz

Offen blieb zunächst, ob es sich um einen Fehler der Organisatoren handelte, die Williams‘ PK vorziehen wollten, oder ob die US-Amerikanerin auf ihrem vermeintlichen Vorrecht bestand, den größten PK-Saal zu bekommen.

Thiem, bekannt für seine Umgänglichkeit, entschuldigte sich später für seinen kleinen „Auszucker“, meinte aber dennoch, dass diesen Umgang kein Spieler verdient habe. Damit wollte er die Sache abhaken und eigentlich hinter sich lassen.

Nun wurde die Affäre von ungewohnter Seite allerdings wieder aufgekocht – und in denkbar schlechtester Manier: US-Hollywoodstar Whoopi Goldberg attackierte im US-Talkfernsehen Österreichs Nummer 1. „Hör mal zu, Mann, keiner weiß, wer du bist“  begann sie ihre Schimpftirade beinahe in Trump-Manier in der Talkshow „The View“. Und weiter: „Du magst vielleicht groß in der Tenniswelt sein, aber das ist ein großer Deal, dass Serena so früh ausgeschieden ist. Die Leute wollen wissen, wie es ihr geht. Beschuldige sie nicht, hör auf, ein Dummkopf zu sein.“

Diese Arroganz und Überheblichkeit kam allerdings in den Sozialen Medien nicht gut an: Die meisten User schlugen sich auf die Seite Thiems und meinten in ihren Komentaren, Höflichkeit und Respekt seien auf jeden Fall geboten, egal ob man nun Serena Williams heiße oder Whoopi Goldberg. Bereits zuvor hatte Tennis-Superstar Roger Federer Thiem in Schutz genommen, und gemeint, er verstehe dessen Frustration über seine Behandlung.

Ob nun noch weitere US-Stars ihrer „Schwester“ Serena Williams zur Seite springen, wird sich weisen. Thiem hingegen wird das Ganze herzlich egal sein – der steht derweil schon im Viertelfinale der French Open.

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