Für eine Ex-Skirennläuferin war eigentlich alles vergessen, die Gespenster der Vergangenheit gebannt. Doch dann folgte ein Schicksalsschlag dem anderen und es war Zeit, den alten Dämonen ins Gesicht zu sehen: „Persona non grata“ erzählt eine Befreiungsgeschichte nach wahren Begebenheiten, die auf dem Leben der ehemaligen österreichischen Skiläuferin Nicola Werdenigg basiert. Er startet am 26.1. in den österreichischen Kinos.
Die reale Hintergrundgeschichte: Sexueller Missbrauch im österreichischem Skizirkus
Ihre Enthüllungen haben im österreichischen Skizirkus hohe Wellen geschlagen und hierzulande die #MeToo-Bewegung mit in Gang gesetzt. Die ehemalige Ski-Abfahrtsmeisterin Nicola Werdenigg berichtete 2017 in einer Tageszeitung von strukturellem Machtmissbrauch und sexueller Gewalt im alpinen Skisport. Auslöser dafür war ein Artikel über einen übergriffigen Volleyballtrainer, der die Ex-Skirennläuferin dazu bewog, ihre eigenen Erfahrungen aus den 1970er Jahren öffentlich zu machen.
Die heute 65-jährige Innsbruckerin schilderte das Aufwachsen in einer ehrgeizigen Skidynastie, ihre Zeit im Skiinternat, der dortigen sexualisierten Atmosphäre, angeheizt durch einen pädokriminellen Heimleiter, auch ihre eigene Vergewaltigung kurz nach einem Weltcuprennen. Werdenigg wurde mit Klagen bedroht, von unterschiedlichen Seiten wurde sie der Lüge bezichtigt. Später wurden ihre Aussagen über die vorhandene sexuelle Gewalt, vor allem beim Skinachwuchs, durch eine Tiroler Expertenkommission bestätigt. Es meldeten sich weitere Betroffene, mehrere Missbrauchsfälle wurden bekannt. Entlassungen im Skiverband und rechtskräftige Verurteilungen folgten.
Auch heute engagiert sich die Tirolerin weiter für die Themen. Nicola Werdeniggs Geschichte bringt der österreichische Regisseur Antonin Svoboda nun in seinem jüngsten Werk „Persona Non Grata“ mit Gerti Drassl in der Hauptrolle ab 26. Jänner in die heimischen Kinos.
- Drehbuch Antonin Svoboda
- Regie Antonin Svoboda
- Kamera Mario Minichmayer
- Schnitt Oliver Neumann
- Besetzung Gerti Drassl (Andrea), Maya Unger (Sara), Katja Lechthaler (Verena)
(APA, ÖFI, red)
Bild: © coop99
