Die neue Netflix-Dokumentation „Trainwreck: Poop Cruise“, die am 24. Juni 2025 Premiere feierte, ist ein weiterer Teil der Anthologie-Reihe „Trainwreck“ (letzte Woche erschien wie berichtet „Trainwreck: Chaos-Bürgermeister“), die sich mit spektakulären Fehlschlägen und Medienphänomenen beschäftigt. Unter der Regie des BAFTA-nominierten britischen Filmemachers James Ross beleuchtet der knapp 1-stündige Film die berüchtigte Kreuzfahrt der Carnival Triumph im Jahr 2013, die aufgrund ihrer desaströsen Umstände weltweit Schlagzeilen machte und als „Poop Cruise“ in die Geschichte einging. Seit gestern rangiert die Doku auf Platz 1 der Netflix-Charts.

„Trainwreck: Poop Cruise“: Handlung und Inhalt

„Trainwreck: Poop Cruise“ erzählt die Geschichte einer geplanten viertägigen Luxuskreuzfahrt von Galveston, Texas, nach Cozumel, Mexiko, die sich in eine albtraumhafte Katastrophe verwandelte. Am 7. Februar 2013 verließ die Carnival Triumph mit 3.143 Passagieren und 1.086 Crewmitgliedern den Hafen, doch am vierten Tag ereignete sich ein folgenschwerer Brand im Maschinenraum. Dieser zerstörte die Stromversorgung des Schiffes, wodurch Antrieb, Klimaanlage, Beleuchtung, Kühlsysteme und – besonders katastrophal – die Toiletten ausfielen.

Die Carnival Triumph trieb danach fünf Tage lang manövrierunfähig im Golf von Mexiko, während sich unhygienische Zustände an Bord ausbreiteten: Abwasser floss durch die Gänge, Toiletten waren verstopft, und der Gestank wurde unerträglich. Passagiere wurden angewiesen, ihre Notdurft in rote Biohazard-Beutel zu verrichten, die in den Korridoren gesammelt wurden.

Carnival Triumph: Ein Kreuzfahrtschiff in der Schei$$e

„Trainwreck: Poop Cruise“ nutzt Augenzeugenberichte von Passagieren und Crewmitgliedern, die die Situation mit einem Hauch von Sarkasmus kommentieren. Ergänzt wird das durch Archivaufnahmen und Passagiervideos, gezeichnet wird ein Bild des Chaos, das von Medien wie CNN mit Schlagzeilen wie „Fäkalien tropfen von den Wänden“ begleitet wurde. Der Film balanciert zwischen Komik und Tragik und will auch zeigen, wie menschliches Verhalten in Extremsituationen zwischen Egoismus, Solidarität und Absurdität schwankt.

Poop Cruise
3 Passagierinnen der „Poop Cruise“: Hauptsache, der Fokus stimmt

Poop Cruise: Die realen Hintergründe – und die Folgen

Die Ereignisse der Carnival Triumph im Februar 2013 waren ein PR-Desaster für die Reederei Carnival Cruise Line, die bereits 2012 durch den Untergang der Costa Concordia in die Schlagzeilen geraten war. Nach dem Brand, der laut CNN auf bekannte Reparaturprobleme des Schiffes folgte, waren die Passagiere gezwungen, unter widrigen Umständen auszuharren. Lebensmittelvorräte wurden knapp, Passagiere horteten Essen, und Konflikte um Liegestühle oder Deckfläche brachen aus. Die Rettungsaktion zog sich hin, da starke Strömungen die Schlepper Resolve Pioneer, Dabhol, Carnival Elation und Carnival Legend behinderten. Am 14. Februar erreichte das Schiff schließlich Mobile, Alabama.

Carnival investierte nach dem Vorfall über 500 Millionen Dollar in Sicherheits- und Brandschutzmaßnahmen und bezeichnete das Ereignis als „lehrreichen Moment“ für die gesamte Kreuzfahrtindustrie. Dennoch führte der Imageschaden zu Klagen und Forderungen nach höheren Entschädigungen, obwohl die Reederei Rückerstattungen, kostenlose Kreuzfahrten und 500 Dollar pro Person anbot. (red)

„Trainwreck: Poop Cruise“: Dokumentation, seit 24.6.2025 auf Netflix

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„Trainwreck: Poop Cruise“ – Trailer

Bilder: (c) Netflix