Die neueste Folge der „Trainwreck“-Reihe auf Netflix befasst sich mit einer harmlosen Geburtstagsparty zum 16er, die in einer Katastrophe endete: Nach Vorbild des Filmes „Project X“ (produziert von Todd Phillips – „Joker“) stellten Jugendliche 2012 die beschauliche niederländische Kleinstadt Haren auf den Kopf und lieferte sich Straßenschlachten mit der Polizei. „Trainwreck: Die echte Project X-Party“ erzählt die Geschichte aus Sicht der Beteiligten. Seit 8.7.2025 auf Netflix.
Man könnte es Faulheit nennen. Oder Berechnung. Jedenfalls gelang Netflix mit der neuen „Trainwreck“-Reihe ein Erfolgsformat: Nahezu wöchentlich werden neue, rund 50-minütige Episoden veröffentlicht (zuletzt etwa auch „Trainwreck: Chaos-Bürgermeister“ und „Trainwreck: Poop Cruise“), die katastrophale Vorfälle und Geschichten dokumentieren, fast alle landen an der Spitze der Netflix-Charts. Die Kürze der Filme legt nahe, dass das Format ursprünglich als Serie geplant war, doch das Publikum begnügt sich mit den Kurzdokus, die sich als Streaming-Snacks für nebenbei eignen.

„Trainwreck: Die echte Project X-Party“: Die Hintergründe
„Die echte Project x-Party“ fand 2012 statt: Facebook revolutioniert da gerade die „Social“ Media Welt, und die jugendliche Merthe will zu ihrem 16. Geburtstag ein paar Freunde einladen. Sie lebt in dem beschaulichen niederländischen Vorort Haren, in der sonst nicht viel passiert. Um genügend Gäste zusammenzubekommen erstellt sie eine Facebook-Veranstaltung, zu der sie um die 70 Freunde einlädt. Ihr folgenschwerer Fehler: Sie stellt das Event auf „öffentlich“.
So bekommen auch findige Partykids aus der größeren Nachbarstadt Groningen Wind von der Sache – und laden ihrerseits hunderte Leute ein. Als sich bereits mehrere tausend Gäste angekündigt haben, zieht Merthe die Notbremse: Sie löscht die Veranstaltung. Da hat die Sache aber bereits eine unaufhaltsame Eigendynamik entwickelt. 2 Nachahmer erstellen neue Events, preisen sie nach dem filmischen Vorbild als „Project X Party“ an – und am Ende sind 350.000 Menschen aus ganz Holland eingeladen. Da die lokale politische Verwaltung die Sache nicht ernst nimmt, entwickelt sich die Party zur Katastrophe, die in Aufständen und Straßenschlachten endet.

Fazit: Ein Streaming-Snack für zwischendurch
Die neueste Ausgabe der „Trainwreck“-Reihe auf Netflix befasst sich mit der Macht sozialer Medien, die, wenn falsch genutzt, fatale Folgen haben können, wie man schon zu ihrer Anfangszeit sehen konnte. Interviewt werden in „Trainwreck: Die echte Project X-Party“ das damalige „Geburtstagskind“, das mit ihrer Familie flüchten musste, ihre „Nachahmer“, Betreiber eines Youtube-Kanals, die alles auf Film festhielten, Journalisten und Politiker.
Aufgrund der Kürze der Doku wird nicht allzu tief in die Materie eingetaucht, die „echte Project X-Party“ hätte sich durchaus eine längere Laufzeit verdient gehabt, denn der Vorfall hatte am Ende sogar politische Konsequenzen. Dennoch ein weiterer, kurzweiliger und unterhaltsamer Streaming-Snack für zwischendurch.
Bewertung
(66/100)
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„Trainwreck: Die echte Project X-Party“ – Trailer
Bilder: (c) Netflix
