Walter Hill machte sich seit den 1970-ern einen Namen als Macher machoistischer Männerfantasien, brutaler Action-Kracher, und geradlinig inszenierter Thriller, die – umso bemerkenswerter – stets mit stilistischer Finesse verfertigt wurden. Hill ist Dokumentarist des männlichen Ego Amerikas, der dunklen, dreckigen und schäbigen Seite einer Gesellschaft, die von Gewalt zugleich gespalten wie zusammengehalten wird.

Regie und Drehbuch: Walter Hill, 

Darsteller: Bruce Willis, Bruce Dern,

William Sanderson, Christopher Walken, David Patrick Kelly, 

Filmlänge: 101 Minuten, 1996

„Last Man Standing“ nun, einer seiner bemerkenswertesten Arbeiten aus den 1990-ern, ist ein weiteres Remake von Akira Kurosawas „Yojimbo“, an dem sich schon Sergio Leone mit „Für eine Handvoll Dollar“ höchst erfolgreich abarbeitete, und so nebenbei den Italo-Western begründete.

Der Plot ist soweit von den Vorlagen von Kurosawa bzw. Leone bekannt: Ein gewisser John Smith (Bruce Willis) tuckert in ein trostloses Kaff, wo sich zwei rivalisierende Gangs gegenüberstehen. Der Opportunist verkauft sich einmal an die einen, dann an die anderen, um beide Seiten gegeneinander auszuspielen, und zur schlussendlichen Auslöschung beider beizutragen.

Handwerker Hill hat mit „Last Man Standing“ eine höchst stilisierte Stilübung geschaffen: Die Inszenierung so knochentrocken wie die Western-Wüste, in der der Film spielt, die aufs Notwendigste reduzierte Story ein Western-Gerippe, erzählt er in tiefroten Bildern von everyman und nobody John Smith, der voller Whiskey und ohne Gewissen für eine Handvoll Dollar tötet. Ein dreckiger Film, ein harter Film, ein simpler Film, und am Ende ist es eine (gläubige) Frau, die dem Gewissenlosen einen Funken Glauben an das Gute erhält. Kino-Minimalismus in Reinform, inszenatorisch beinahe noch knapper als Hills Klassiker „The Driver“, der vollkommen ohne Handlung auskam, und versehen mit einem exquisisten Soundtrack von Ry Cooder. Schlussendlich ist auch Bruce Willis eine Top-Besetzung als wortkarger Outlaw, die Rolle, die einst Clint Eastwood berühmt machte. Willis füllt die großen Fußstapfen mit Bravour.

„Last Man Standing“ ist ein eher unbekannter, aber empfehlenswerter, großartiger Neo-Western von Walter Hill, der vor Allem durch die Reduziertheit seiner Inszenierung besticht, und mit stilsicher gefilmten Action-Szenen aufwarten kann. Macho-Kino pur.

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