Das nächste Remake also: Jake Kasdans „Jumanji: Willkommen im Dschungel“ nimmt die Idee des Abenteuerfilm-Klassikers aus dem Jahr 1995 auf, addiert neueste Effekte der Kinotrickkiste, und modernisiert auch die Story ein wenig. Das Ergebnis bleibt aber dennoch eher mau, „Kinomagie“ im Sinne des Originals kommt selten auf, und die meiste Zeit hat man selbst das Gefühl, eher in einem PC-Spiel zu stecken, als in einem Kinofilm zu sitzen. Was kein Kompliment sein soll.

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Story: 4 ziemlich unterschiedliche highschoolstudents werden zum Nachsitzen verdonnert, und müssen das Archiv der Schule aufräumen. Bei der öden Arbeit entdecken sie ein PlayStation-ähnliches Spiel, und stecken es in die zufällig in der Abstellkammer vorhandene Konsole: Schwupps werden sie wortwörtlich in das Spiel „Jumanji“ hineingesogen – allerdings mit vertauschten bzw. anderen Körpern. So ist der Schulstreber plötzlich ein muskelbepackter Archäologe (Dwayne Johnson), während sich die High-School-Tussi im Körper eines wenig attraktiven „fat old guy“ (Jack Black) wiederfindet.

Um „Jumanji“ zu gewinnen, und der virtuellen Realität zu entkommen, müssen sie einen grünen Diamanten in eine riesige Steinstatue stecken, und so das Land Jumanji erlösen.

Kritik: Die Geschichte klingt zugegebenermaßen wenig originell, die Möglichkeit eines solchen Films liegt also im Zusammenspiel der Charaktere bzw. Schauspieler, oder im Erzeugen von „Kinozauber“. Beides gelingt nur mäßig, ersteres teilweise ganz gut, jeglicher aufkeimender Kinozauber wird aber durch plumpen Effektbombast erdrückt, der stilistisch eher an Computerspielästhetik erinnert, als an sonst irgendetwas. Bisweilen hat man das Gefühl, als Zuseher auch in einem Konsolen-Spiel gelandet zu sein, und dabei zusehen kann, wie es andere spielen.

Ganz gut gelungen sind mitunter Scherze, die auf Kosten der veränderten Körper(größen), Extremitäten (bzw. deren Ausgestaltung) und Fähigkeiten der Protagonisten gehen, teilweise verliert sich das ganze aber etwas zu sehr in Hollywood-Klischees.

Und die ansatzweise vorhandenen „Coming-of-Age“-Story, das gemeinsame Abenteuer, das vier Jugendliche (in fremden Körpern in einer virtuellen Welt) durchstehen müssen, um dabei etwas über sich selbst, und fürs echte Leben zu lernen, war erst letztes Jahr in „Es“ eindeutig besser und tiefgründiger zu sehen (wofür der Film von jenen Kritik einstecken musste, die zu wenig Action und Horror und zuviel „Story“ sahen). Insgesamt kann man sich den Kinobesuch in „Jumanji: Willkommen im Dschungel“ also eher ersparen, stattdessen das Original sehen – oder einfach die Playstation für 2 Stunden einschalten, sofern vorhanden.

Bewertung: 5 von 10 Punkten

Karen-Gillan-Jumanji1

 

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