Der Ausbruch der Covid-Pandemie liegt nun einige Jahre zurück, aber Film und Fernsehen lassen sich weiterhin von ihr inspirieren – so auch Regisseur Louis Leterrier und Drehbuchautor Matthew Robinson. In ihrem neuen Netflix-Streifen „The Last House“ nutzen sie die Quarantäne-Zeit, um eine etwas andere Art von Invasion zu inszenieren. Der Thriller ist seit 7. August 2026 zu streamen.

Kritik von Natascha Jurácsik

Jason (Wagner Moura) und seine Frau Ann (Greta Lee) leben mit ihren zwei Kindern in einem Haus, das kurz davor ist auseinanderzufallen. Doch rissige Wände und ein instabiler Schornstein werden schnell zu ihren geringsten Problemen, als sie eines Tages feststellen, dass sie – genauso wie die gesamte Nachbarschaft – fest in ihrem Zuhause eingesperrt sind.

Was zu Beginn wirkt wie eine zwar merkwürdige, aber dennoch komfortable Auszeit, wird durch nahenden Lebensmittelmangel zu einem Kampf ums Überleben. Obendrein stellt sich schnell heraus, dass der mysteriöse Regen, der in regelmäßigen Abständen monsunartig die Straßen überschwemmt, weitaus größere Gefahren birgt, als sie sich hätten vorstellen können.

„The Last House“: Eine Allegorie auf die Lockdown-Zeit

Anders als viele andere Quarantäne-Filme evoziert „The Last House“ die Zeit des Lockdowns zu Beginn der Pandemie ziemlich gelungen. Das Set-Design ist bis ins kleinste Detail durchdacht und wirkt wie ein echter Ort wo echte Menschen leben, was bei einem Kammerspiel wie diesem sehr leicht macht sich als Zuschauer in die Handlung einzufinden. Zusätzlich helfen gut inszenierte Kamerafahrten durch die Räume, anstatt von hektischen Schnitten, dabei die Orientierung stets zu behalten.

Eine weitere Stärke ist definitiv auch die Kreativität: Statt unsichtbarer Krankheiten, Zombies oder sogar Aliens holen sich Leterrier und Robinson Ideen aus dem Cthulhu-Mythos von H. P. Lovecraft, was in einem originellen Monster-Konzept resultiert. Zwar werden einige brennende Fragen unbeantwortet gelassen, wodurch auch nicht immer alles einen Sinn ergibt, aber allein die frische Neuinterpretation eines Kult-Favoriten hilft dabei, über jegliche Unstimmigkeiten zumindest etwas hinwegzusehen. Obendrein werden die Antagonisten in „The Last House“ mit überraschend hochwertigen Effekten ins Leben gerufen, sowohl praktisch als auch CGI.

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Passende Chemie zwischen den Darstellern

Doch das wahre Herzstück von „The Last House“ sind die Darstellungen von Mourna und Lee. Die Chemie zwischen den beiden Stars ist greifbar, jede ihrer Szenen wirkt authentisch und mitreißend, was die sonstigen Probleme, die Tempo und Handlungsaufbau betreffen, zumindest teils kompensiert. Statt abgedroschenen Klischees und langweiligen Dynamiken machen die zwei Hauptdarsteller jeden noch so kleinen Moment zu einem Highlight und machen aus einem Überlebens-Thriller ganz nebenbei ein packendes Familiendrama.

Aber leider reicht das doch nicht ganz, um die offensichtlicheren Schwächen auszugleichen – denn für einen Thriller hat der Streifen auffallend wenige ‚Thrills‘. Die Handlung nimmt erst ab Minute 40 den düstereren Ton an, den die Atmosphäre benötigt und auch danach wird sie immer wieder von Alltagsszenen ausgebremst.

Diese sind zwar dank Mourna und Lee mehr oder minder unterhaltsam, stehen der Spannung allerdings eindeutig im Weg. Zusammen mit einem scheinbar aus dem Nichts kommenden, signifikanten Zeitsprung mitten im dritten Akt verliert die Geschichte bis zum großen Finale sämtlichen Wind aus den Segeln, trotz vereinzelter Stärken.

the last house film 2026 bild

Fazit

Quarantäne-Thriller ohne Spannung: Leider scheitert „The Last House“ an der eigenen Prämisse, da beim Handlungsaufbau einfach die falschen Elemente priorisiert wurden und dadurch sämtlicher Nervenkitzel wegfällt. Dennoch ist der Film sowohl dank der Performances von Wagner Mourna und Greta Lee als auch des kreativen Monster-Konzeptes für Genre-Fans sehenswert.

Bewertung

Bewertung: 6 von 10.

(58/100)

„The Last House“: Seit 7.8.2026 bei Netflix.

Bilder: (c) Netflix