Im Rahmen der Filmreihe „Schinken“, bei der Klassiker der Filmgeschichte gezeigt werden, veranstaltete das Gartenbaukino heute, am 28.1., eine Podiumsdiskussion unter dem Titel „Apocalypse Now? – Kunst und Kultur in Zeiten der Krise“ – in Kooperation mit der Uni Wien, die eine Ringvorlesung unter ähnlichem Titel abhält.

Gäste der von Sibylle Hamann („Presse“) moderierten Runde waren unter anderem Thomas Drozda, ehemaliger Kunst- und Kulturminister, Autorin und Publizistin Julya Rabinowich und Schauspieler Manuel Rubey.

Die Diskussion drehte sich unter anderem um die Frage, wie Kunst im Allgemeinen, und die Filmkunst im Besonderen, mit „Krisen“ umgehen (sollen), deren eine derzeit viele konstatieren: Trump im Weißen Haus, Rechtspopulisten in Regierungen, um einige der Stichworte zu nennen.

Dabei wurde ebenso auf „ältere“ Narrative wie „1984“ von George Orwell eingegangen, die vor einem totalitären Staat warnen, als auch auf „neuere“ (in Serien-Form) wie „The Walking Dead“, die die Möglichkeiten des „totalen Chaos“ illustrieren.

Im Spannungsfeld zwischen „totaler Kontrolle“ und „Kontrollverlust“ seien viele künstlerische und filmische Dystopie angesiedelt, wie Julya Rabinowich treffend anmerkte, wobei sich die Diskussionsteilnehmer in ihrem persönlichen Ausblick auf die „Zukunft der Menschheit“ und die Möglichkeiten der Krise uneins waren: Während Drozda zwar auch die Schattenseiten sah, meinte er gleichzeitig, die Geschichte hätte uns gezeigt, dass jede „Krise“ auch Chance für gesellschaftlichen Fortschritt sein könne. Er erinnerte unter anderem an die 68-er Bewegung, die Errungenschaften des Feminismus oder den breiten Protest gegen den Bau des AKW Zwentendorf in Österreich. Manuel Rubey sah das anders: Er empfahl augenzwinkernd Tocotronics Album „Kapitulation“ als musikalische „Lektüre“ und Soundtrack für den anstehenden „Weltuntergang“.

Kurz zusammengefasst: Eine interessante Diskussionsveranstaltung mit ebenso interessanten Gästen.

Im Anschluss wurde der Film „Soylent Green“ (1973) von Richard Fleischer gezeigt, der die düstere Utopie einer von Umweltverschmutzung und Überbevölkerung geprägten Zukunft zeichnet.

https://www.gartenbaukino.at/programdetail/program/soylent-green.

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Bericht: Christian Klosz

„I, Robot“ (2004) – Alex Proyas

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Geschmackssache: „Three Billboards outside Ebbing, Missouri“ von Martin McDonagh (2017) / Kritik