Knapp drei Monate ist es her, dass der 19. Film des MCU (Abkürzung für Marvel Cinematic Universe) mit dem klingende Titel „Avengers: Infinity War“ die Herzen der Fans in zwei brach und Zuschauer rund um den Globus geschockt zurückließ. Nicht weniger schockiert waren einige Stimmen dann ob der Tatsache, dass der nächste Film in der Reihe plötzlich wieder ein „Solofilm“ sein sollte, in deutlich kleinerem Rahmen und mit deutlich mehr Humor. Ob die Entscheidung dieses tonalen Wechsels sich ausgezahlt hat oder doch ein Fehltritt war, erfahrt ihr hier.

„Ant-Man and the Wasp“ ist das zweite Abenteuer des tollpatschigen Miniatursuperhelden, abermals perfekt verkörpert von Paul Rudd. Während er in seinem ersten Solofilm noch eine solide Originstory mit einem herausragenden Gespür für Komik durchleben durfte, welche relativ abseits des restlichen Geschehens innerhalb des MCU stattfand, ist dieser Teil bereits deutlich enger mit den weiteren Filmen des Universums verschränkt; dies ist sowohl bei der Handlung, den Figuren, als auch den Dialogen spürbar.

Insofern ergibt sich ein deutlicher Unterschied zwischen Teil 1 und Teil 2, welcher für den geneigten Kinogänger nicht unerheblich sein dürfte, denn während man „Ant-Man“ noch problemlos selbst als MCU-Quereinsteiger sichten konnte, ohne das Gefühl zu bekommen essentielle Elemente der Handlung zu versäumen, ist dies bei „Ant-Man and the Wasp“ nicht mehr der Fall. Zwar werden Neulinge nach wie vor ihren Spaß mit dem Film haben, da der Humor wieder auf den Punkt ist, aber ohne eine vorherige Sichtung von „Ant-Man“, „Civil War“ und „Infinity War“ wird es einem schwer fallen, in die Handlung hinein zu finden. Dieser Punkt, der von einigen Kritikern bemängelt wird, dürfte auch an den Machern nicht unbemerkt vorüber gegangen sein, da man sich dazu entschlossen hat, einige Erläuterungen zu Beginn des Films einzufügen. Allerdings ist diese kurze erzählerische Nachhilfestunde inszenatorisch geschickt genug verpackt, um dennoch keine Langeweile aufkommen zu lassen. Der Rest des Films ist dann allein schon durch seine Handlung mit so vielen Anspielungen, Verweisen und „Easter Eggs“ gespickt, dass ein jedes Fanherz höher schlagen wird.

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Allgemein lebt der Film von seinem mitreißenden Esprit, einer Inszenierung, die auf den Punkt ist und einem Drehbuch, das eine gute Balance zwischen Tragik und Komik findet, wobei das Hauptaugenmerk eindeutig auf den Lachern liegt.

Fazit:

Alles in allem ist „Ant-Man and the Wasp“ eine äußerst gelungene Fortsetzung, welche die Stärken des ersten Teils gekonnt mit den Elementen eines „größeren Ganzen“ verbindet. Dennoch ist der Film eigentlich nur jenen zu empfehlen, die gewillt sind, sich zumindest ein Stück weit auf das Abenteuer „MCU“ einzulassen, da ein solides Hintergrundwissen einen deutlichen Mehrwert bei der Sichtung bedeutet.

Bewertung:

8 von 10 Punkten

von Mara Hollenstein-Tirk mediaffinblog.wordpress.com/


Bilder: c Walt Disney / Marvel

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