Im unübersichtlichen Meer aus neuen Film-Releases ist es oft nicht einfach, den Überblick zu behalten. Mit „Rememory“ wurde schon 2017 in den USA ein ziemlich interessanter Mystery-Thriller veröffentlicht, der nun auch bei uns einen Kinostart erfährt (9.11). Der Film vereint auf gelungene Weise intelligentes Kinos, tiefgründige Spekulationen und eine spannende Story.

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Sam Bloom (Peter Dinklage) verliert bei einem Autounfall seinen Bruder. Nicht wissend, was dessen letzte Worte gewesen waren, forscht er mit Gordon Dunn’s „Rememory“-Maschine, einem Gerät, das einem ermöglicht, seine Erinnerungen aufzuzeichnen, und quasi wie am Smartphone als Video zu beobachten. Bloom erhofft sich, so erfahren zu können, was in der Nacht des Unfalls wirklich geschehen war, um so damit abschließen zu können. Plötzlich stirbt aber der Erfinder der Maschine, Gordon Dunn, und Bloom findet sich mitten in den Ermittlungen dieses Kriminalfalls wieder. Wird er herausfinden können, wie der Unfallhergang war? Und kann er auf den Tod von Gordon Dunn aufklären?

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„Rememory“ ist etwas sperrig. Er basiert auf einer interessanten Grundidee, die den Hintergrund der gesamten Geschichte bildet. Danach verbindet er ein zutiefst persönliches Lebensdrama und -trauma der Hauptfigur mit einem Krimi, der verbindende Faktor ist die ominöse „Maschine“, die in beiden Fällen Aufklärung bringen soll.

Neben der spannenden Story schneidet der Film auch psychologische, ethische und philosophische Fragen an. Wer ist verantwortlich, welche Rolle spielt Schicksal, welche Schuld? Sind Vergessen und Vergeben Optionen, mit sich und seiner Vergangenheit klarzukommen? Und welche Rolle spielt hier die Wissenschaft? Was sind ihre moralischen Verpflichtungen, wann werden diese überschritten?

„Rememory“ kann man höchstens für etwas fehlende Stringenz beim storytelling kritisieren, ansonsten bietet der Film sehr interessante, und auch ungewöhnliche Unterhaltung. Die Schauspieler machen ihre Sache recht solide, und schaffen es, die traurige und melancholische Grundstimmung gut zu verkörpern. Ein interessanter, kleiner Film, der nach langer Zeit zum Glück doch noch den Weg in unsere Kinosäle gefunden hat.

BEWERTUNG: 7/10 Sternen

von Christian Klosz

Bilder: Kinostar

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