Auf der Diagonale 2019:

Film plus Kritik - Online-Magazin für Film & Kino

Joy ist der zweite Spielfilm der iranisch-österreichischen Regisseurin Sudabeh Mortezai. Im Gegensatz zu ihrem Debütfilm „Macando“, in dem das Schicksal eines Flüchtlingsjungen namens Ramasan in einer Siedlung am Rande Wiens behandelt wurde, wagt sie sich in „Joy“ an ein mindestens genauso aktuelles Thema heran: den Menschenhandel.

Zu Beginn des Films befinden wir uns in Nigeria. Wir begegnen Precious (Mariam Precious Sanusi) inmitten eines traditionellen Juju-Rituals, das von einem männlichen Hexendoktor durchgeführt wird, um sie durch Angst und Aberglauben an ihren zukünftigen Beruf zu binden. In der darauffolgenden Szene befinden wir ZuseherInnen uns schon mitten in Wien und begegnen Precious und anderen afrikanisch-stämmigen Frauen am Straßenstrich.

Alle handelnden Frauen aus Afrika leben hier gemeinsam in einer Kellerwohnung mitten im 16. Wiener Gemeindebezirk und müssen nicht nur ihre enormen Schulden bei einer Frau, die von allen nur „Madame“ (Angela Ekeleme) genannt wird, abbezahlen, sondern auch noch ihre Familien zuhause in Afrika mit…

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