Nachdem vor drei Jahren der Animationsfilm „Pets“ mit fast 900 Millionen US-Dollar ein voller Erfolg an den Kinokassen war, war es, auch aufgrund der allgemein gerade vorherrschenden Fortsetzungsflut, nur eine Frage der Zeit, bis den Zuschauern das Sequel präsentiert werden würde. Ab diesem Wochenende ist es nun also so weit: Illumination Studios, die etwa auch für die „Ich einfach unverbesserlich“-Reihe verantwortlich zeichnen, bringen ein weiteres Abenteuer rund um den Jack Russell – Terrier Max und seine Freude auf die große Leinwand. Ob dem Film allerdings ein ähnlicher Erfolg beschieden sein wird, wie seinem Vorgänger, bleibt fraglich – wieso dem so ist, erfahrt ihr in unserer Kritik.

von Mara Hollenstein-Tirk

~ Da hatte sich Max nach seinem letzten Abenteuer gerade mit seinem neuen Kumpel Duke arrangiert und ehe er sich versieht, ist nicht nur ein neuer Mann in seinem Leben, sondern auch noch ein kleines Kind. Doch eigentlich ist alles halb so schlimm, denn der kleine Fratz, der auch den Namen Liam hört, wächst Max sehr schnell ans Herz – sogar etwas zu sehr, denn schon bald übernehmen die Sorgen für Liam die Überhand und damit einhergehend auch der Stress. Aber vielleicht kann ja ein Ausflug auf das Land die Gemüter wieder etwas beruhigen und die Dinge wieder in das richtige Licht rücken? ~

Diese kurze Inhaltsangabe ist eigentlich unzureichend, denn sie beschreibt nur eine der drei Geschichten, die dem Zuschauer hier präsentiert werden. Neben dieser „Haupthandlung“ gibt es nämlich noch zwei Nebenhandlungen, von denen sich eine um Gidgets Suche nach einem verlorenen Spielzeug dreht und die andere um Snowballs ersten richtigen Einsatz als „Superheld“. Wie diese drei Geschichte zusammenhängend sollen, fragt man sich da natürlich ganz zurecht; die einfach Antwort darauf lautet: bis zum eigentlichen Finale überhaupt nicht. Erst im letzten Drittel fügen sich die Geschichten endlich zu einem finalen Showdown zusammen. Und hierin besteht schon eine der deutlichen Schwächen des Films, denn durch diese Episodenhaftigkeit zerfällt das Geschehen sowohl was Spannung, Narrativ als auch Aufbau betrifft in drei separate Abschnitte, was beim Publikum den Eindruck erweckt, als würde man sich gerade drei wild wie wahllos zerschnittene Kurzfilme anschauen.

Wenn die Kurzfilme dann wenigstens allesamt hervorragend wären, würde einem die Zerrissenheit des Films weniger störend ins Auge fallen, da allerdings keiner der einzelnen Handlungsstränge, und auch nicht die Geschichte in ihrer finalen Gesamtheit, jemals das Niveau anderer Meisterwerke des Genres, wie „Zoomania“ oder „Alles steht Kopf“, erreicht, sitzt man doch immer wieder im Kinosessel und wünscht sich eine andere Herangehensweise der Macher von „Pets 2“ sehnlichst herbei.

Doch nach all diesen negativen Punkten sollte eines nicht aus den Augen verloren werden: Der Film bietet doch jede Menge Spaß für die ganze Familie. Die tierischen Charaktere sind wieder allesamt mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitet und sprechen immer wieder Dinge aus, die Haustierbesitzer sich allzu oft denken, wenn sie ihre Liebsten beobachten; die Animationen sind trotz des eher überschaubaren Budgets gewohnt wertig und die Sprecher machen auch einen hervorragenden Job – ein besonderes Schmankerl bietet das Synchronstudio den audiophilen Fans, da sie Harrison Fords (dieser spricht im Original den Farmhund Rooster) übliche Synchronstimme für den Film gewinnen konnten.

Fazit:

Alles in allem ist „Pets 2“ ein grundsolider Vertreter seines Genres geworden, der mit viel Herz und süßen Animationen um die Ecke kommt und so hervorragend für einen gemeinsamen Abend mit der ganzen Familie geeignet ist. Auch wenn die Geschichte insgesamt einiges an Potenzial liegen lässt, bietet sich dem geneigten Zuschauer ein leichtfüßiges Abenteuer, das man schnell konsumiert – und wahrscheinlich ebenso schnell wieder vergessen hat. Ab 27.6. im Kino.

Bewertung:

6 von 10 Punkten

Bilder: Universal Pictures

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