Wie bereits angekündigt geht Film plus Kritik nun auch unter die Kinomacher: Unter dem Titel „eins A – neuer österreichischer Film“ präsentieren wir ab diesem September monatlich ein Werk in den Breitenseer Lichtspielen, dem ältesten Kino Wiens. Den Start macht „This land is my land“ der österreichisch-amerikanischen Filmemacherin Susanne Brandstätter, der am 16.9. seine Premiere feiert. Die Regisseurin wird am Abend für ein ausführliches Filmgespräch anwesend sein, weitere Infos & Tickets gibt es HIER. Zusätzlich wird der Film danach weiter im regulären Programm der BSL laufen und ist seit kurzem auch in anderen, ausgewählten Kinos in Österreich zu sehen.

Warum fiel unsere Wahl auf „This land is my land“, was macht den Film sehenswert und worum geht es überhaupt? Er handelt von der tiefen Spaltung der US-Gesellschaft, die seit der Wahl Trumps um sich greift, sich verschärft – und sich seit den Dreharbeiten des Films (ca. 2016-2018) wohl noch weiter verschlimmert hat: Die ideale „Einstimmung“ also auf die US-Wahl 2020, die am 3. November ansteht und über das Schicksal der Vereinigten Staaten entscheiden wird.

„This land is my land“ wählt dabei den selbst definierten Zugang „don’t argue, listen“ und porträtiert vornehmlich Trump-Wähler und fragt sie nach ihren Motiven, Überzeugungen und Wünschen und macht so zumindest ansatzweise nachvollziehbar, warum Menschen dem Demagogen Trump ihre Stimme schenken konnten. Vielfach entpricht die Gefühlschronologie der Protagonisten dem Ablauf: Enttäuschung – Wut – Begeisterung (für Trump) – Euphorie – Ernüchterung, die dann wahlweise in Abwendung umschlägt, oder in eine weitere Radikalisierung, die für rationale Argumente unzugänglich macht. Regisseurin Brandstätter porträtiert all das wertungsfrei und voller Empathie und zeichnet so auch einen Weg vor, wie man die (oftmals) Enttäuschten, Wütenden zurückgewinnen könnte und wieder am „demokratischen Prozess“ beteiligen.

2 Trump-Fans

„This land is my land“ zeigt auf eindrückliche Weise, wie eine Gesellschaft verlernt, miteinander zu kommunizieren, ihre gemeinsamen Werte aufgibt und sich in nahezu unversöhnlichen Lagern gegenübersteht, wo der jeweils andere stets der „Feind“ ist, dem nicht mehr zu trauen ist. Wir wollen beim anschließenden Filmgespräch mit der Regisseurin auch herausfinden, wie sie ihre Protagonisten fand, welches Potential sie in ihrem humanistischen Zugang „zuhören, anstatt zu verurteilen“ sieht und welche Erwartungen sie an die Wahlen im November hat. (ck)

„This land is my land“: am 16.9. ab 19:00 in den Breitenseer Lichtspielen in Wien. Anschließend: Filmgespräch mit Susanne Brandstätter, geleitet von Christian Klosz, Chefredakteur Film plus Kritik.

Bewertung des Films:

Bewertung: 9 von 10.

(87/100)

Bild: Filmdelights