Die Abendunterhaltung des Durchschnittsbürgers gestaltet sich Abend für Abend ziemlich ähnlich. Oft bereits zum Abendessen, aber auf jeden Fall spätestens ab viertel nach Acht erhellt der Fernseher die Deutschen Wohnzimmer. Dann wird auf der Suche nach dem richtigen Kanal fleißig durch die Senderliste geschaltet.

Es ist halt so naheliegend, ein Tastendruck und man kann gemütlich in eine riesige Auswahl an Unterhaltung eintauchen. Spielfilme, Blockbuster, TV-Serien, Dokus, Wissens-Sendungen, Reality-Shows, und vieles mehr.

Aber wie sieht es in der Realität tatsächlich aus? Wieso beherrscht der Fernseher eigentlich unser Abendprogramm und ist die Zeit, die wir so verbringen, überhaupt sinnvoll angelegt?

Macht man sich die Mühe und stellt diese Frage mal den eigenen Freunden, dann bekommt man aus dem eigenen Freundeskreis zumeist immer die gleichen Begründungen zu hören. Die Allermeisten erhoffen sich auf diesem Weg Entspannung und Belustigung nach einem langen Tag. Führt man das Gespräch mit den Freunden weiter dann kommen, nach etwas Selbstreflexion, allerdings auch andere Begründungen wie Gewohnheit und Langeweile dazu.

Gefühlt ist zwischen den einzelnen Werbeblöcken doch kaum Film zu sehen, dies scheint zum Ende eines Film, einer Serie oder einer Sendung hin immer schlimmer zu werden. Bevor wir erfahren wie der Film zu Ende geht, also für die letzten fünf bis zehn Minuten, dürfen wir natürlich noch einen letzten Werbeblock genießen, da muss man halt dran bleiben. Aber ist das vielleicht nur unsere eigene subjektive Wahrnehmung und tatsächlich ist dem gar nicht so? Betrachtet man die tatsächlichen Zahlen, dann darf die Werbezeit 20% der Sendezeit pro Tag nicht überschreiten, pro Stunde dürfen maximal 12 Minuten Werbung gezeigt werden (§ 16 Abs. 3 RStV). Früher mussten Werbeblöcke wenigstens noch einen Abstand von zumindest 20 Minuten voneinander haben, mit dem 13. Rundfunkänderungsstaatsvertrag, der am 01.04.2010 in Kraft trat, entfiel diese Vorgabe. Man kann also sagen, dass unser subjektives Gefühl in diesem Fall ziemlich den Tatsachen entspricht.

Mittlerweile darf man sich auf einigen Kanälen sogar schon in der Primetime über die Werbung für Sexshops nicht mehr wundern. Nachfrage soll hier mit kostenlosen Druckwellenvibratoren erzeugt werden. Vielleicht hat der interessierte Kunde schon das Smartphone in der Hand und ist am Ende Käufer eines fleshlights.

Aber zumindest ist das gebotene Programm doch immer Neu und immer hochwertig, oder? Den ein oder anderen Film können wir teilweise schon selber mitsprechen, so oft haben wir den schon gesehen. Und auch einen ganzen Haufen der täglichen Beiträge aus dem Vor-Abend-Wissensfernsehen kennen wir schon. Zumindest wird uns jedes mal 20% Extramaterial geboten? Die letzte lang erwartete Free-TV Premiere ist dann auch schon etwas länger her und doch eher nicht die Regel. Dabei haben so viele gute, neue Kinofilme in Zeiten von Corona die große Leinwand doch einfach übersprungen. Leider finden die sich eher bei den Streaming-Anbieter wieder und nicht im Free-TV. Dort natürlich dann wann ich das möchte und ohne Werbeunterbrechung.

Trash-TV, das ist ein Begriff den jeder schon Mal gehört oder vielleicht sogar selber gebraucht hat. Zuletzt überboten sich die Sender geradezu gegenseitig mit Reality-TV Datingshows, da diese teilweise sogar parallel zueinander liefen, konnte man hier zumindest in der Werbepause von einer zur anderen springen.

Doch ist Streaming die Lösung für das Abendprogramm? Es reicht zumeist leider nicht aus nur einen oder vielleicht sogar zwei Anbieter zu abonnieren. Wenn der Anbieter die gewünschte Sendung denn anbietet, dann kann man diese aber wenigstens ohne Werbung genießen. Von den fleshlight girls bekommt man dann allerdings hier auch nichts mit. Hat halt alles seine Vor- und Nachteile.

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Anm.: Der Beitrag enthält Links zu externen Anbietern im Rahmen einer bezahlten Kooperation.

Bild: (c) Ashley Byrd / Unsplash