Sie sind berüchtigt und gefürchtet: mit animalischem Instinkt pfeift die Gangster Gang auf das Gesetz. Zusammen sorgen der Taschendieb Mr. Wolf, der Safeknacker Mr. Snake, Mr. Shark, Mr. Piranha und die flinke Hackerin Ms. Tarantula für leere Tresore und wilde Verfolgungsjagden. Die 5 sind die bekannteste Verbrecherbande der Stadt, aufgrund ihrer genialen Planung und geschicklichen Überlegenheit konnten sie bisher von der Polizei nicht dingfest gemacht werden.

von Christian Klosz

Doch die neue Gouverneurin Diane Foxington will andere Seiten bei der Jagd auf die Gang aufziehen und richtet aus, dass man sie baldigst schnappen wird – immerhin sei die Bande auf dem absteigenden Ast und ihre Tollkühnheit und „Bosheit“ sei keine Stärke, sondern ein Audruck von charakterlicher Schwäche. So kommt es schließlich auch, beim Diebstahl eines philantropischen Preises, der Professor Rupert Marmalade (einem Meerschwein) verliehen werden soll, wird die Gang überführt. Um dem Gefängnis zu entgehen, schließt Mr. Wolf einen ungewöhnlichen Deal mit dem Professor und der Gourverneurin ab: Die Mitglieder sollen das Gute in sich entdecken und so wertvolle Mitglieder der Gesellschaft werden. Ob das gut gehen kann?

Die Dreamworks-Studios, die etwa durch die „Shrek“-Reihe bekannt wurden, versuchen erneut, Disney Konkorrenz zu machen. Das Resultat ist der Animationsfilm „Die Gangster Gang“, der durch eine durchaus wichtige Message punkten will und auch kann: Niemand ist zum „böse sein“ verurteilt, Änderung und Besserung sind immer möglich und jeder kann das „Gute“ in sich entdecken, wenn er es denn nur zulässt. Dies wird auch anschaulich und durchaus realistisch (sofern das in einem Animationsfilm möglich ist) vermittelt.

Darüber hinaus gibt es aber wenig Positives über den Film zu sagen. Wenngleich für ein Publikum zwischen 6 und 12 sicher recht unterhaltsam, für alle anderen hält „Die Gangster Gang“ leider wenig parat. Die beabsichtigten Gags zünden nur selten und den Kern der Botschaft hat ein etwas älteres Publikum schnell entschlüsselt. Die Animationen sind auch eher mittelmäßig und verlieren den Vergleich zu Disney/Pixar-Produktionen eindeutig. Und der Plot ist allgemein sehr vorhersehbar.

Das größte Problem an „Die Gangster Gang“ sind aber logische Schwächen im Drehbuch und der Dramaturgie, die augenfällig sind und auch mit Fortlauf der Geschichte nicht ausgeräumt werden können: Die 5 Gangster, die Gouverneurin und Professor Marmalade sind andromorphe Tiere mit menschlichen Eigenschaften, Stärken und Schwächen und der Fähigkeit zu sprechen. Andere wichtige Nebenfiguren wie die Polizeichefin, die Jagd auf die Bande macht, sind menschlich. Warum sie in der selben Welt leben, die selbe Sprache sprechen, wird nicht erklärt.

Besonders absurd wird es, als die Gangster Gang zu Tierexperimentzwecken eingesperrte Meerschweinchen befreien soll, als (vorgebliche) Prüfung ihrer Rehabilitation. Der Auftrag dazu kommt von Professor Marmalade – einem sprechenden Meerschweinchen. Warum die einen Tiere in der Gangster Gang-Welt wie Menschen agieren, die anderen nicht wird nie geklärt und ist im Mindesten höchst verwirrend. Oder einfach schwere dramaturgische Schlampigkeit, die einer Produktion dieser Größe nicht passieren sollte.

Fazit:

„Die Gangster Gang“ erzählt die Geschichte einer „Bekehrung“, die das Gute in jedem finden will und zeigt, dass es nie zu spät ist, den Lebensweg zu ändern. Das ist bestimmt eine wichtige Botschaft, aber lediglich durchschnittliche Animationen, flache Spannungskurve, Vorhersehbarkeit und vor allem große dramaturgische Schwächen machen den Film zu einem bestenfalls durchschnittlichen Vertreter des Animationsgenres. Seit 18.3. im Kino.

Bewertung:

Bewertung: 5 von 10.

(49/100)

Bilder: UPI