Franz Beckenbauer ist tot. Die deutsche Fußball-Ikone starb am Sonntag im Alter von 78 Jahren, wie seine Familie am Montag der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Er litt bereits seit längerem an gesundheitlichen Problemen: Sein Herz war angeschlagen, dazu war von Parkinson und Demenz die Rede. Laut Eigenaussage war Beckenbauer nach einem Augeninfarkt auch auf einem Auge blind.
Beckenbauer galt als einer der größten Verteidiger in der Geschichte des Fußballs, als herausragender Spieler für Bayern München und die deutsche Nationalmannschaft und war später auch als Trainer und Fußballfunktionär erfolgreich. Er wurde oft als „Der Kaiser“ bezeichnet und war die Legende des deutschen Fußballs.
Das Biopic “Der Kaiser” auf WOW ist ein Spielfilm-Porträt des bewegten Lebens von Franz Beckenbauer und ist dort vor gut einem Jahr erstmal erschienen. Der Film ist eine Hommage an den lebenslustigen und fröhlichen Lebemann, der von Klaus Steinbacher gespielt wird. Wir befinden uns in den 60-er Jahren und natürlich beim Heimverein Beckenbauers, beim FC Bayern. Der zum Führungsspieler aufgestiegene Kämpfer hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Fußball und die uralten und eingestaubten Strukturen in neue Bahnen zu lenken. Freunde macht er sich damit nicht wirklich, denn im Fußball werden jegliche Änderungen oft sehr kritisch gesehen.
Doch Beckenbauer bleibt im Film nicht bei den Bayern, er wird WM-Sieger 1974 und verabschiedet sich zu einem US-amerikanischen Verein. Als er zurückkommt, übernimmt er die Führung der deutschen Nationalelf und schafft 1990 einen zweiten WM-Titel, diesmal von der Trainerbank aus.
Der Film erzählt das Leben des Kaisers, eines Mannes, der den deutschen Fußball stark geprägt hat. Klaus Steinbacher verschafft es vortrefflich, die Eigenarten und das fröhliche Naturell des einstigen Bayernspielers darzustellen. Als Zuschauer kann man mitfiebern, wenn Beckenbauer in den spießigen 60-er Jahren gegen die alten Gepflogenheiten kämpft und Titel als Spieler und Trainer einfährt.
Rest in Peace, Kaiser Franz!
Bild: (c) Sven Mandel (2019)
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